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  • Do., 02. April 2015, 13:24 Uhr
    Integrationsbetrieb Friedhof bietet auch Baumbestattungen an

    Letzte Ruhestätte im Wald

    Von links: Friedhofsleiter Michael Kruse, Betriebsleiter Ralf-Quirin Heinz und Dezernent Uwe Franz machen sich ein Bild vom neuen Friedhofswald.

    Wenn ein Angehöriger verstirbt, ist der Wunsch groß, ihm seine letzten Wünsche zu erfüllen – dies gilt auch für die bevorzugte Bestattungsform.


    Die Stadt Worms ist hier bereits gut aufgestellt: Bis auf die Seebestattung, was natürlich der inländischen Lage der Stadt geschuldet ist, könne der Integrationsbetrieb Friedhof (IBF) inzwischen alle Bestattungsformen anbieten, berichtet Dezernent Uwe Franz.


    Seit einiger Zeit bietet der IBF nun auch Baumbestattungen innerhalb des Hauptfriedhofes in verschiedenen Friedhofsbezirken an – 28 dieser Baumgräber sind bereits vergeben. „Einige Bürger vermissen jedoch den Waldcharakter, der natürlich bei einer Baumbestattung inmitten des Friedhofsgeländes nicht gegeben ist“, erklärt Betriebsleiter Ralf-Quirin Heinz. Einige Angehörige hätten sich deshalb für eine Waldbestattung außerhalb der Wormser Friedhöfe entschieden.


    „Unser Ziel ist es, als Friedhofsbetrieb ein Angebot zu schaffen, das allen Wünschen gerecht wird“, betont der Betriebsleiter. Der IBF hat deshalb auf einer Wiesenfläche am Nordrand des Hauptfriedhofes ein kleines Wäldchen angelegt. Sträucher verhindern eine Sichtverbindung zum restlichen Teil des Friedhofs, Angehörige können hier den Waldcharakter spüren: Zwei Bänke laden zum Verweilen ein, eine Stelle zum Ablegen von Grabbeigaben ist ebenso vorhanden wie ein Wasserhahn zur Bewässerung des Blumenschmuckes.


    Zwölf Bäume haben die Mitarbeiter zunächst gepflanzt, darunter Linden, Ahorn, Platanen und auch zwei Tulpenbäume. An jedem Baum können bis zu vier Personen bestattet werden. Falls die Angehörigen es wünschen, besteht die Möglichkeit, eine Gedenkplatte auf dem Boden anbringen zu lassen. Die Gebühren für die Nutzungsdauer von 30 Jahren betragen 2.202 Euro, eine individuelle Pflege der Grabstätte ist jedoch nicht erforderlich. Sie wird von den Mitarbeitern des IBF übernommen.


    Und das neue Bestattungswäldchen auf dem Hauptfriedhof bringt für Angehörige weitere Vorteile mit sich: Infrastrukturell ist das Areal günstig gelegen, der Parkplatz an der Carl-Sonnenschein-Straße und auch eine Bushaltestelle befinden sich in unmittelbarerer Nähe. Und, was möglicherweise noch entscheidender ist: Der Verstorbene kann in seinem Wohnort bestattet werden, Angehörige müssen nicht auf eine weiter entfernte Begräbnisstätte ausweichen. 


    „Mit dem neuen Friedhofswald reagieren wir auf den Wandel in der Bestattungskultur und die daraus resultierenden veränderten Bedürfnisse der Angehörigen“, erklärt Dezernent Uwe Franz. Der IBF werde nun abwarten, wie sich die Nachfrage nach Baumbestattungen entwickle – gegebenenfalls könnten weitere Flächen als Friedhofswald ausgewiesen werden.


    Das neu angelegte Wäldchen wird Mitte April in Nutzung gehen.


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