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  • Mo., 11. Januar 2016, 14:27 Uhr
    LandFrauen besichtigen die Mainzer Synagoge

    Licht der Diaspora

    Die neue Synagoge in Mainz hatte das Interesse bei den LandFrauen in den Kreisen Alzey und Worms erweckt und so wurden an zwei verschiedenen Führungen Frauen auch aus dem übrigen Rheinhessen unter anderem von dem ehemaligen MdB und Präsident der deutsch-israelischen Gesellschaft Johannes Gerster mit ihrer Geschichte und auch dem Vorgängerbau an gleicher Stelle vertraut gemacht. Ihr Aufbau basiert auf dem jüdischen Segensspruch: „Kedusha“. Die Buchstaben daraus geben dem neuen Gemeindezentrum Mainz seine Form und strukturieren seine fünf Bereiche. Das Aussprechen dieses Segensspruches z. B. für Brot oder Wein, lassen einen profanen, weltlichen Gegenstand aus dem alltäglichen herausheben und erhöhen. Das darf auch die Mainzer Gemeinde erfahren. Die neue Synagoge zeigt auf den ersten Blick eine schillernde Silhouette, gezackt und erst mal etwas befremdlich und gipfelt in den Lichttrichter, der das Licht aus Richtung Osten bis in den Synagogenraum leitet. Die Stiftshütte in der Wüste gab der Synagoge ihr Leitbild und spiegelt sich in der Fassade wieder. Beim Bau der Stiftszeltes kombinierte der Erbauer hebräische Buchstaben und setzte sie wohldurchdacht zusammen. Nach dem Vorbild der Stiftshütte schuf der schweizer Architekt Manuel Herz den Neubau der Synagoge. Schon im Mittelalter war Mainz das Zentrum jüdischer Lehre und Religion, was vor allem auf den großen Rabbiner Gerschom Ben Judah der von 960-1040 lebte und dessen Rechtsentscheidungen Auswirkungen auf das gesamte Judentum in Europa hatte. Ihm verlieh man den Namen: „Licht der Diaspora“. An diese Tradition knüpft das Mainzer Gemeindezentrum an. Ein weiterer Pol, der dem Gebäude in seiner Forms Inhalt und Gestalt verleiht, ist das Schofar, das Widderhorn. Es ist das älteste jüdische Symbol. Es fußt auf die Geschichte Abrahams und die verhinderte Opferung seines Sohnes Isaak. Das Schofar wird zu allen wichtigen Ereignissen im jüdischen Jahr geblasen und ruft die Gemeinde zusammen so zum jüdischen Neujahr und gerade durch seinen Gebrauch am Neujahr symbolisiert das Schofar ein neues Entstehen und ein Gefühl der Hoffnung.


    Im Inneren der Synagoge finden neben den religiösen auch kulturelle Aktivitäten wie beispielsweise Konzerte statt. Auch die Innenarchitektur beeindruckte die Gruppen und die eigenwillige Gestaltung der Treppenaufgänge erforderte höchste Konzentration beim Aufsteigen in die oberen Räume, da Wände oder Stufen, je nach Sicht des Betrachters schief oder schräg erscheinen.

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