WORMS: Sozialdezernent und Pressestelle erinnern an Hausordnung und Putzplan
Linke prangert Zustände in Flüchtlingsunterkunft an
Eine Toilette in der Flüchtlingsunterkunft auf dem Salamandergelände. Foto: Isabell Lieffertz
Von Florian Helfert › Nach zahlreichen Klagen von Geflüchteten haben Stadträtin Isabell Lieffertz und Ekin Tiras vom Stadtverband der Linken Worms verschiedene Flüchtlingsunterkünfte der Stadt Worms besucht, um sich selbst ein Bild zu verschaffen. Besonders schockiert zeigte sich Lieffertz in einer Pressemitteilung über die Situation in der Containeranlage auf dem Salamandergelände.
„Eine Küche ohne Kühlschrank und Kochen nur mit einer selbstgekauften Herdplatte auf dem Fußboden! So möchte niemand leben!“, stellte sie entsetzt fest. Hinzu kommen schweißtreibende Temperaturen in den nicht klimatisierten Containern von fast 30 Grad Celsius. „Ich bin gespannt, was das Gesundheitsamt hierzu sagt“, so Ekin Tiras kopfschüttelnd. Gemeinsam möchten sie die Situation weiter im Blick behalten und weiter nachbohren, bis Abhilfe geschaffen werde.
Stadt widerspricht
In puncto Küche verweist die seitens der NK-Redaktion angefragte Pressestelle der Stadt darauf, dass die Küchen grundsätzlich mit Kochmöglichkeiten ausgestattet seien. „Jedes Bewohnerzimmer enthält zudem einen Kühlschrank – das ist in allen Gemeinschaftsunterkünften so üblich“, ergänzt die Pressestelle. Und das Kochen auf dem Fußboden sehe die Hausordnung aus Sicherheitsgründen nicht vor.
Dass Klimaanlagen auf dem deutschen Wohnungsmarkt in der Regel nicht zum Standard gehören, daran erinnert die Stadt Worms darüber hinaus in ihrer Antwort. So dürften sich viele Wormser, die beispielsweise in einem Dachgeschoss wohnen, ebenfalls nach einer Klimaanlage sehnen.
Wer muss putzen?
Die Linke kritisierte ferner verdreckte Bäder und verschmutzte Toiletten. „Eine professionelle Reinigung gibt es hier nicht, obwohl sich viele Menschen die Toiletten und Duschen teilen“, erklärte ein Bewohner den Besuchern.
Eine Kontrolle und Reinigung der Zimmer durch den Betreiber vor dem Einzug neuer Bewohner habe auch nicht stattgefunden. „Beim Reinigen der eigenen Zimmer können wir selbst für Ordnung sorgen“, berichtete der Geflüchtete, „aber bei den Gemeinschaftsräumen klappt das oftmals nicht. Irgendwer macht immer mal nicht sauber.“ Wer schon einmal in einer Wohngemeinschaft (WG) gelebt habe, so die Linken, den dürfte das nicht überraschen.
Eigenverantwortung gefragt
„Weder in privaten Mietwohnungen noch in WGs ist ein professioneller Reinigungsservice üblich – es sei denn, er wird auf eigene Kosten beauftragt“, widerspricht Sozialdezernent Waldemar Herder. Ungeachtet dessen erfolge – im Gegensatz zur besenreinen Übergabe bei Wohnungen und WG-Zimmern – nach Auszug aus der Gemeinschaftsunterkunft eine professionelle Reinigung der Zimmer.
Für alle weiteren Reinigungen sind aus Sicht der Stadt Worms die Bewohner selbst zuständig. Entsprechendes regele die jeweils verbindlich vorliegende Hausordnung nebst Putzplan. „Die Gemeinschaftsräume inklusive Küche und sanitäre Anlagen sind gemäß der Hausordnung in einem sauberen und ordentlichen Zustand zu verlassen. Heißt zum Beispiel: Wer die Küche nutzt, macht sie auch hinter sauber“, so Herder weiter. Sozialpädagogische Fachkräfte würden regelmäßig auf die Hausordnung und den Putzplan hinweisen.
Sollten die Bewohner eine Reinigung durch ein geeignetes Unternehmen wünschen beziehungsweise sollte dies aus hygienischen Gründen erforderlich werden, erfolge eine Umlegung der Reinigungskosten auf die Bewohner analog der Regelungen in den anderen Containern der Wohnanlage.