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  • Fr., 18. November 2016, 11:00 Uhr
    Die Hamburger Autorin Elena Pirin las aus ihrem autobiographischen Buch im Cafe „Gleis 7“

    Löwenkinder und das B-Wort

    Elena Pirin las im Cafe Gleis 7 aus ihrem Buch „Löwenkinder und das B-Wort“.


    Eltern sein ist ein Abenteuer, das weiß jeder, der Kinder auf ihrem Weg in die freie Wildbahn begleitet. Das Abenteuer steigert sich, wenn der Nachwuchs ein Handicap mitbringt. Die Hamburger Autorin Elena Pirin hat ihre autobiographischen Erlebnisse und Erfahrungen aufgeschrieben und zu dem Buch „Mein Löwenkind“ verarbeitet.
    Am Dienstagabend fand im barrierefreien Café Gleis 7 des Caritasverbandes eine Lesung statt, zu der die Autorin eigens angereist war. Es war der Auftakt einer Lesereise zu ihrem neuen Buch. Der Verein Gemeinsam Leben - Gemeinsam Lernen Worms e.V. hatte anlässlich seines fünfjährigen Jubiläums zu dieser Veranstaltung eingeladen. „Der Verein setzt sich für ein inklusives Miteinander von jungen Menschen mit und ohne Behinderung in Schule, Beruf und Freizeit ein“, so Vorstandsmitglied Christine König. Mitveranstalterin war Claudia Gallelli von der die Aquarius-Buchhandlung.

    Leo, wie Elena Pirins Löwenkind im Buch heißt, ist ein Adoptivkind und macht seine neuen Eltern überglücklich. Erst nach und nach schleicht sich das „B-Wort“ in die Familie ein. Nach einigen Monaten deutet sich an, dass Leo eine Behinderung hat.

    Die Autorin liest sehr einfühlsam einzelne Kapitel, die deutlich machen, wie sich das Leben der Familie dadurch erheblich verändert. „Wie reagiert man als Mutter auf die Frage -„Bin ich behindert?“, stellt Elena Pirin in den Raum. Oder, wie findet man eine Kita oder eine Schule, die das Kind angemessen fördert? Immer wieder unterbricht die Autorin und es kommt zu einem regen Austausch mit dem Publikum.

    „Das Wagnis der Inklusion und die Verlockungen des Förderwesens ist eine immer wiederkehrende Situation“, stellt Helmut Bauer aus dem Vorstand fest. Auch für die Betroffenen unter den Zuhörern immer brandaktuelles Thema. Auch die wiederkehrenden Kämpfe mit Behörden sind in Hamburg ebenso bekannt wie in Worms ist man sich in der Gesprächsrunde einig. Eigene Erfahrungen aus dem Zuhörerkreis bestätigen leider diese Aussage.

    Trotzdem schließt der Abend mit einem positiven Ausblick und einem Appell der Autorin an alle betroffenen Eltern. „Trauen sie ihren Kindern etwas zu, um den kleinen „Löwen“ den Weg in die Wildnis zu eröffnen“, gibt Elena Pirin allen mit auf den Weg.

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