TENNIS: TC Pfeddersheim und TC Osthofen trennen sich leistungsgerecht 7:7-Unentschieden
Lokalderby auf Augenhöhe
Über Kampf zum Erfolg: Ralph Weinmann, die Nummer drei des TC Pfeddersheim, rang in einem hart umkämpften Match Hubert Brack (TC Osthofen) nach Anlaufproblemen noch mit 6:4 und 6:1 nieder. Foto: Marcus Diehl
VON JÜRGEB JAAP | Die Medenspiele, so heißen die Mannschafts-Saisonspiele des Sommers im Tennis der Jugend und Erwachsenen in Deutschland, sind einige der ganz wenigen Sportveranstaltungen, die im von der weltweiten Corona-Pandemie stark eingeschrumpften Sport im Sommer 2020 in unseren Landen stattfinden können. Und auch wenn die Anzahl der teilnehmenden Teams arg eingeschränkt ist, es nicht um Klassenerhalt oder Aufstieg geht, so frönten am Wochenende in Rheinland-Pfalz und Rheinhessen doch etliche Tenniscracks ihrem Sport. Sie rangen um Asse, Passierbälle, Breaks und Satzgewinne. Klar, die Medenrunde hat dabei ein völlig anderes Gesicht, als es die Tennisfreunde gewohnt sind. Spaß am Sport und der nötige Ehrgeiz kommen dennoch auch heuer nicht zu kurz.
Spiel, Satz und Sieg im Nibelungenland
Der NK lässt die gelben, grünen oder weißen Filzkugeln in seiner Serie „Spiel, Satz und Sieg im Nibelungenland“ auch 2020 wieder über die Tennisnetze der Region fliegen. Werfen wir dazu einen Blick in die A-Klasse Rheinhessen der Herren 55. Dort kam es zum mit Spannung erwarteten Nachbarschafts-Duell zwischen den Routiniers des TC Pfeddersheim und des TC Osthofen. Es wurde das erwartet ausgeglichene Duell zweier befreundeter Mannschaften mit dem logischen Resultat – einem 7:7-Unentschieden nach spannendem Verlauf der vier Einzel und zwei Doppel.
Vorhergesagt, vorherbestimmt und eingetroffen
Claus-Dieter Ostermann hatte so eine Vorahnung. „Ich würde darauf tippen, dass das Spiel 7:7 endet. Wir sind alle befreundet, da wäre das das beste Resultat.“ Völlig Recht behielt der Kapitän der Herren 55 des TC Pfeddersheim mit seiner Vorhersage. Genauer noch: Claus-Dieter Ostermann sagte alle vier Einzel-Resultate voraus. Da behaupte noch einer, der Kapitän der Pfeddersheimer Tennis-Routiniers kenne seine Pappenheimer nicht, die häufig mit den Tennis-Kollegen des TC Osthofen auch Trainingseinheiten absolvieren. Was noch eintraf: „Das wird auf allen vier Plätzen spannend“, prognostizierte der TCP-Kapitän. Gesagt und (fast) eingetroffen …
Tiebreaks sorgen für Entscheidung
Das Spitzenspiel etwa auf dem Centercourt zwischen Klaus Wenzel und TCO’ler Nader Djabarian stand Spitz auf Knopf. „Wenn Du den Ball auch noch gekriegt hättest, hätte ich sofort aufgehört“, rief Klaus Wenzel „Laufmaschine“ Nader Djabarian zu Beginn des Tiebreaks des ersten Satzes zu. Kämpfer Klaus Wenzel („Der rennt wie ein Heinzelmann“) drückte mit der Vorhand, Nader Djabarian lief und lief und lief. Der Lohn für Djabarian: ein 7:5 im Tiebreak und der Gewinn des zweiten Durchgangs mit 6:3. Ähnlich spannend ging es im Match zwischen Helmut May (TCP) und Dr. Christoph Dönges zu. May legte dank satter erster und zweiter Aufschläge inklusive etlicher Asse ein 5:1 vor. Doch Dönges kam zurück, ging gar 6:5 in Führung. Nochmals wendete sich das Blatt. Helmut May schnappte sich den Tiebreak mit 7:5. Die Vorentscheidung im Match, denn der zweite Satz lief für den Pfeddersheimer mit 6:2 problemloser.
Apropos Wendungen: Die gab es auch reichlich im Duell „der Dreier“ zwischen TCP’ler Ralph Weinmann und Hubert Brack (TC Osthofen). Anlaufschwierigkeiten und gut getimte Stoppbälle von Brack sorgten für eine schnelle 3:0-Führung. Doch Ralph Weinmann kämpfte sich zurück ins Spiel, warf seine große Übersicht in die Waagschale und schnappte sich den ersten Durchgang nach zähem Ringen doch noch 6:4. Damit war der zweite Sieg der Gastgeber eingetütet, denn der zweite Satz ging ganz klar an Weinmann. TCO’ler Franz Schaus auf Position zwei glich im einzigen glatten Match des Tages beim 6:2 und 6:2 in zwei Sätzen gegen Eckardt Weinerth zum 4:4 nach den Einzeln aus.
Spannung bis zum Champions-Tiebreak
Die Doppel mussten entscheiden. Vorteil Pfeddersheim? Mit Roland Schäffner und Axel Kosubek konnte der TCP nämlich zwei „frische“ Akteure ins Rennen schicken. Der taktische Kniff griff jedenfalls, ließen Schäffner / Kosubek doch nichts anbrennen. Fast logisch, dass im Duell auf Augenhöhe Spannung bis zum Schluss angesagt war. Das 7:7-Remis sicherte schließlich die TCO-Paarung Franz Schaus / Dr. Christoph Dönges ihren Farben auf den letzten Drücker im mit 10:5 gewonnenen Champions-Tiebreak. Ein „Lokalderby mit Pfiff“ und jeder Menge spannender Momente endete wie von Claus-Dieter Ostermann vorhergesagt also mit einem 7:7-Remis.
Einzel:
E1: Klaus Wenzel vs. Nader Djabarian 6:7 | 3:6;
E2: Eckardt Weinerth vs. Franz Schaus 2:6 | 2:6;
E3: Ralph Weinmann vs. Hubert Brack 6:4 | 6:1;
E4: Helmut May vs. Dr. Christoph Dönges 7:6 | 6:2.
Doppel:
D1: Roland Schäffner / Axel Kosubek vs. Nader Djabarian / Hubert Brack 7:5 | 6:2;
D2: Ralph Weinmann / Helmut May vs. Franz Schaus / Dr. Christoph Dönges 2:6 | 6:2 | 5:10.