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  • Di., 04. Juni 2024, 11:03 Uhr
    WORMS: Zweites Abschlusskonzert des diesjährigen Kammermusikkurses

    Lucie-Kölsch-Camerata begeistert mit „Acht Jahreszeiten“





    Acht Jahreszeiten – Lucie-Kölsch-Camerata in der Lutherkirche. Foto: Lucie-Kölsch-Musikschule


    Der krönende Abschluss des diesjährigen Kammermusikkurses der Lucie-Kölsch- Musikschule bildete das Konzert der „Lucie-Kölsch-Camerata“, bestehend aus den fortgeschrittenen Lehrgangsteilnehmern. Schon der Titel „Acht Jahreszeiten“ versprach den Zuhörenden ein vielseitiges und komplexes Programm von höchster Qualität. Die Erwartungen wurden allumfassend erfüllt.

    Mit den „Vier Jahreszeitenop. 8, einer Sammlung von Violinkonzerten aus dem Jahr 1725, setzte sich Antonio Vivaldi unbestritten ein Denkmal. Jedes Konzert porträtiert eine Jahreszeit durch Vertonung bildhafter Eindrücke; Wind, Sturm, Gewitter, Hundegebell, Vogelgezwitscher und vieles mehr sind in den Sätzen der „quattro stagioni“ hör- und spürbar und unterstreichen den „Ohrwurmcharakter“ von Vivaldis Musik. Als Solisten überzeugten Selina Macholdt (Frühling), Prof. Olga Nodel (Sommer), Ga-Chai Chu (Herbst) und Kenta Nishino (Winter) durch Virtuosität und musikalischem Ausdruck. Das Kammerorchester musizierte einerseits fein ausbalanciert, andererseits mit jugendlichem Temperament und bewies, wie zeitgemäß Barockmusik gelebt werden kann. Durch die Rezitation der erklärenden Sonette vor den jeweiligen Jahreszeiten war auch das Publikum bestens eingestimmt.

    Allein dieser Vortrag wäre schon aller Ehren wert, doch mit Astor Piazzollas „Las Cuatro Estaciones“ bot die Lucie-Kölsch-Camerata einen selten gehörten, aber umso beeindruckenderen Kontrast. Der argentinische Bandoneon-Spieler und bekannte Tango- Komponist schuf seine ganz eigene Interpretation der Jahreszeiten und verlegt den Schauplatz von Venedig, bzw. Mantua in seine Heimatstadt Buenos Aires. Geschickt vermischt Piazzolla Themen und Motive aus Vivaldis Musik mit Elementen argentinischer Volksmusik, zum Teil in durchaus moderner Klangsprache. Auch hier verblüffte die Lucie- Kölsch-Camerata mit den Solisten Emilie Lucia Wolf (Sommer), Frederic Busch und Lysander Francescatti (Herbst), Liliana Müller (Winter) und Samuel Langlitz (Frühling) das Publikum mit einem Niveau, das sonst nur von professionellen Ensembles zu erwarten ist. Die Spielfreunde und Begeisterung spiegelte sich im gesamten Orchester wider und die Dankbarkeit der kleinen aber feinen Zuhörerschaft mündete in einen langen und begeisterten Applaus.

    Schon bei der Begrüßung verriet Prof. Olga Nodel, die den Kurs seit nunmehr zehn Jahren leitet, dass mit der Kombination der „Vier Jahreszeiten“ von Vivaldi und Piazzollas „Las Cuatro Estaciones“ ein von ihr lang gehegter Traum erfüllt wurde. Möglich machte dies auch die finanzielle Unterstützung des Fördervereins der Lucie-Kölsch-Musikschule. Alle Beteiligten freuen sich, dass die Durchführung solcher Kurse und Konzerte im neuen Gebäude der Musikschule zukünftig leichter und für die Öffentlichkeit wahrnehmbarer wird.



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