
Von Regina Urbach Bis zu 60.000 Touristen besuchen laut Tourist Information jährlich die Nibelungenstadt. Damit bei Führungen auf lauten Kreuzungen jeder einzelne alles hört, was der Guide erzählt, ohne direkt neben ihm stehen zu müssen, hat nun der Lions Club Worms der Tourist Information ein Tour Guide System im Wert von 2.000 Euro überreicht. „Die Lautstärke ist individuell regelbar, und auch wenn der Guide weiter oben auf einer Treppe steht, hört man noch alles, was er sagt“, erläutert Gisela Neumeister, Vorsitzende der IG Gästeführer, die Vorzüge der Technik mit individuellem Umhängegerät. Anders als ein Audioguide macht er die Gästeführer nicht überflüssig, sondern schont und verstärkt ihre Stimme. Dass dies wunderbar auf verwinkelten Gängen funktioniert, konnten nach der Überreichung in Anwesenheit das Lions-Präsidenten Hans Peter Germroth und der städtischen Beigeordneten Petra Graen etwa 30 Gäste testen: Von Domprobst Tobias Schäfer wurden sie exklusiv durch den Dachstuhl des Kaiserdoms geführt – was aus versicherungstechnischen Gründen leider (noch) nicht öffentlich angeboten wird.
Ab sofort kann jedoch das Tourist Information System für Gruppen bis 30 Personen eingesetzt werden, so Bernd Leitner. Die Idee dazu kam von Lions-Mitglied Wolfgang Meurer, der es auf einer Flusskreuzfahrt erlebte und dem Club vorschlug. „Wir spenden gerne für Projekte, die der Region zugutekommen“, erklärte Präsident Germroth dem NK. „Vorschläge sind herzlich willkommene und werden intern geprüft.“ Damit stand einer Übergabe vor dem Dom, für die sich Frau Graen sehr herzlich bedankte, nichts im Wege. Schon 2014 habe der Lions Club den Tourismus unterstützt mit dem Stadtmodell, das auf dem Parmaplatz steht.
Die anschließende Domführung führte in schwindelnder Höhe auf dem Dachstuhl einmal rund um den Vierungsturm, der nur von außen zugänglich ist und daher bei der derzeitigen Sanierung nur sehr aufwendig gereinigt werden kann. Auf luftigen Holzwegen spazierten die Teilnehmer oberhalb der Estrich-verputzten, wie riesige Lehmöfen unregelmäßig gewölbten Domschiffdecken. Das Dach wird gehalten vom Metallgerüst der provisorischen Nachkriegs-Rheinbrücke, wie der Probst verriet. Im Glockenturm durften Besucher eine der drei Stahlglocken von 1949 anschlagen – ein nachhallender, satter Klang, für den Laien nicht vom Klang der früheren Bronzeglocken zu unterscheiden. Zum 1.000-jährigen Domjubiläum 2018 soll der Dom übrigens fünf zusätzliche Bronzeglocken erhalten. Spätestens dann sei jedem Wormser eine Turmführung – falls, wie zur letzten Kulturnacht angeboten – empfohlen. Dafür könnte auch das Guidesystem zum Einsatz kommen.

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