
Der Heimat- und Kulturverein Worms-Hochheim hat im Lutherjahr vor allem das Wormser Lutherdenkmal ins Visier genommen. Vier Straßen in Hochheim – Rietschel-, Donndorf-, Schilling- und auch Gustav-Kietz-Straße – sind nach den Erbauern des Denkmals benannt worden. Auch dem Dekan Keim, einer der Initiatoren des Wormser Denkmals, wurde in Hochheim eine – wenn auch unscheinbare – Straße gewidmet!
Wolfgang Hasch, exzellenter Kenner der Wormser und Hochheimer Geschichte(n), erläuterte den interessierten Anwesenden am Monument die Planung durch Ernst Rietschel, dem in seiner Zeit bekanntesten Baumeister in Deutschland. Dekan Keim und Dr. Eich hatten ihm ihre Idee, in Worms ein Lutherdenkmal zu bauen, schmackhaft gemacht. Grundlage sollte das Lied sein, das selbst von Martin Luther getextet und vertont worden ist: “Ein feste Burg ist unser Gott…“! Da hierfür Spenden in aller Welt gesammelt wurden und auch reichlich flossen, wurde sehr großzügig von 1856 bis 1868 geplant und gearbeitet. Ernst Rietschel schuf selbst die Figuren von Martin Luther und Wyclif. Allerdings starb er 1861. Seine Schüler vollendeten nach den Plänen ihres großen Meisters das Werk. Vor allem Adolf von Donndorf sind viele Figuren - Savonarola, Friedrich der Weise, Reuchlin, Petrus Waldus, Magdeburg, 4 Porträts und 2 Basreliefs – zu verdanken. Gustav Kietz schuf Hus, Philipp der Großmütige, Melanchthon, Augsburg, 4 Porträts und 2 Basreliefs, Johannes Schilling die protestierende Speyer. Alle Figuren wurden in Lauchhammer gegossen. Ausführlich ging Wolfgang Hasch noch auf die Einweihungsfeier am 25. Juni 1868 ein. Somit wird das Denkmal im nächsten Jahr 150 Jahre alt. Mit dem Dank an den Referenten schloss die Führung.
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