
Anlässlich der geplanten Reformationsausstellung 2021 erinnerte Kulturkoordinator Volker Gallé zu Beginn der gemeinsamen Sitzung des Haupt- und Finanz- sowie des Kulturausschusses an die überregionale Bedeutung des Reichstages zu Worms von 1521. Der Thesenanschlag in Wittenberg, die in Worms eingeforderte Gewissensfreiheit und seine in der Wartburgzeit entstandene Bibelübersetzung seien im Bewusstsein fest verankert.
Danach skizzierte Dr. Olaf Mückain Zielgruppen, wie etwa protestantisch geprägte Länder, und auch das „Anspruchsniveau“: „Wir achten auf Bildung und Schulen, um sie als Besuchergruppen zu gewinnen und sie didaktisch adäquat ansprechen zu können“, erklärte Dr. Mückain. Um die Inhalte zu transportieren, werde es einen gezielten Mix aus Originalwerken, Medien und Szenografie geben. „Dabei ist uns neben dem Reichstag die Rezeptionsgeschichte in Wort und Bild ein großes Anliegen“, so der Historiker – und verwies auf die Bezugnahme von Martin Luther King auf den Wormser Reichstag. Mit der eingeforderten Gewissensfreiheit, verschreibe sich die Ausstellung folglich einer äußerst demokratischen und aktuellen Fragestellung.
Wichtige Botschaft der Lutherausstellung
Auch Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek, u.a. zuständig für Museen und Untere Denkmalschutzbehörde, betonte den Wert der Botschaft. „Menschenrechte und Gewissensfreiheit müssen weiterhin für alle gelten“. Als Finanzdezernent merkte Stadtoberhaupt Michael Kissel an, dass personelle Konsequenzen mit verbundenen Mehrkosten unausweichlich seien. „Außer der Vorbereitung läuft der normale Museumsbetrieb ja weiter“. Die Tischvorlage bezifferte die für den Zeitraum von 2019 bis 2021 in den Finanzplan eingestellten Mittel auf 1,5 Millionen Euro.
Auf Nachfrage Adolf Kessels legte Volker Gallé dar, dass beim Land noch keine Zuschussanträge gestellt worden seien. Vorerst werde noch das gemeinsame Werben mit Bundestagsabgeordneten Jan Metzler auf Bundesebene abgewartet. „Wir gehen aber davon aus, dass wir uns mit dem Land einig werden“, sagte Volker Gallé. Im weiteren Verlauf folgte der Kulturausschuss der Beschlussvorlage einstimmig. Im Haupt- und Finanzausschuss gab es hingegen eine Enthaltung.
Ausstehende Sanierung des Andreasstiftes
Nachdem eine private Spende in Höhe von 1,5 Millionen Euro zum Aufbau zweier Kreuzgangflügel, einem barrierefreien Zugang sowie der Instandsetzung der WC-Anlage im Kellergeschoss absehbar nicht ausreichen wird, beriet die Sitzung das weitere Vorgehen. Am Ende beschlossen die Ausschussmitglieder einstimmig, den ausführenden Altertumsverein finanziell so auszustatten, dass die WC-Anlage bis 2021 erneuert werden kann. Die Mehrkosten entstanden laut Bauleiter Jürgen Hamm im Zuge archäologischer Funde, welche den Bau der Kreuzgangflügel verteuern.
Für einen geordneten, zügigen und reibungslosen Ablauf für die notwendigen im Erdgeschoss noch anstehenden Sanierungsarbeiten soll möglichst der Altertumsverein erneut als Bauherr fungieren. Besonders die Leckagen und Wasserrohrbrüche der maroden Stahlrohre des Heizungssystem von 1928 bereiten große Sorge. Für die Maßnahmen im Erdgeschoss empfahlen die Ausschussmitglieder dem Stadtrat ebenfalls einstimmig, mit dem Verein zu verhandeln. Geschätzte Kosten der von der Lutherstadt bereitzustellenden Mittel: über 1,4 Millionen Euro.
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