Am Sonntag vor Weihnachten klangen wieder Bläser von den Türmen des Doms und der Magnuskirche
„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit ...“
Foto Karolina Krüger
Von Karolina Krüger Sonntag 4. Advent, Konzertbesucher strömten aus den Türen der Dreifaltigkeitskirche und liefen in Grüppchen, Paaren oder Alleine in Richtung Dom, um noch rechtzeitig vor Beginn des traditionellen Turmblasens einen guten Platz unten zwischen den Türmen des Doms und der Magnuskirche und den vielen schon vor ihnen angekommenen Menschen zu finden. Bei den gestrigen milden Temperaturen und dem Trockenen kein leichtes Unterfangen; voll war es zwischen den Kirchen, viele, ja besonders viele hatten den Weg gefunden um sich einstimmen zu lassen auf das Fest.
War man in der Menge auf der Suche um Freunde oder Familie zu treffen, kam man sich fast vor, wie an einem Freitagabend im Weinzelt – an manchen Stellen war kaum ein Durchkommen. Vor sich entfachte Kerzen erhellten ein wenig das Dunkel und halfen beim Blick auf die verteilten Liedblätter mit den Texten der Weihnachtslieder.
Mit Spannung erwarteten die Besucher den Beginn des Spiels. Auf der Galerie des Turms der Magnuskirche sah man die sich vorbereitenden Musiker, die ihre Notenständer bereits im Licht platziert hatten und sich leise einspielten. Auch der Turm des Doms war erleuchtet, allerdings lies hier die Architektur ein Heraustreten der Musiker leider nicht zu und so trug nur der Klang der Bläser durch die Nacht.Wie schon seit vielen Jahren spielten die Musiker des Barockbläserensembles und einige Gastbläser abwechselnd von dem einen Turm und die Kameraden vom anderen Turm antworteten ihnen.
Stücke wechselten und Köpfe drehten sich
Und auch die Stücke, die mitgesungen werden sollten wechselten sich mit instrumental Vorgetragenen ab. Die Köpfe der Zuschauer drehten sich zu den jeweils spielenden Bläsern. Stimmungsvoll, festlich und stolz berührte diese Kulisse, im Herzen der ältesten Stadt Deutschlands, die vielen Menschen auf dem Domplatz, der Andreasstraße, der Dechaneigasse bis hin zum Weckerlingplatz und der tragende Klang der Instrumente.
Mit dem 16. Stück, dem obligatorischen „Oh du fröhliche“ endete das traditionelle Turmblasen, Applaus erklang vom Boden zu den Türmen und wurde von dort von den Musikern erwidert, zögerlich nur leerten sich Plätze und Straßen, gerne hätte man diese Stimmung und die Musik noch ein wenig länger genossen. [nggallery id=341]