Uraufführung „Der verbotene Garten“ am 4. und 5. Oktober
Märchenoper von Wormsern für Wormser
Jede Schwester hat ihre Träume vom Leben. Liebenswürdig ziehen sie einander damit auf. Laura Knies (links) und Susanna Schalk bei den Proben. Foto: Regina Urbach
Von Regina Urbach. Anspruchsvoll, mit vielen genau zu treffenden Schräglagen und faszinierenden Harmonien, klingen die Solopartien der drei Schwestern bei der Kostümprobe zur Märchenoper „Der verbotene Garten“, die ab Montag bereits mit Originalkulissen im Wormser Theater geprobt und am Wochenende Samstag, dem 4., und Sonntag, dem 5. Oktober, unter der Schirmherrschaft von OB Michael Kissel aufgeführt wird. Die Regieassistentinnen, selbst Schülerinnen, bitten um die Wiederholung der Szene und mahnen eine aktive Mimik auch der gerade nicht singenden Darsteller an.
Die Entstehung einer Oper an einer Wormser Schule
Seit acht Jahren arbeiten Musiklehrer Dr. Hartwig Lehr und sein Kollege (und ehemaliger Schüler), Deutschlehrer Dr. Markus Wallenborn an Musik und Libretto der Märchenoper. Etwa 150 Schüler sowie einige Lehrer des Rudi-Stephan-Gymnasiums, Chor und Orchester der Lucie-Kölsch Jugendmusikschule und viele Eltern wirken an ihr mit. „Die schwierigen, anspruchsvollen Rollen hatten wir im Nu besetzt, vor allem mit Oberstufenschülern. Aber es gibt auch Sechstklässler als Statisten“, erzählt Wallenborn. „Schwierig ist eher, jetzt zum Endspurt noch Bühnenarbeiter zusammenzukriegen!“ Dabei springen immer mehr helfende Eltern ein, nähen Reißverschlüsse, werken oder fahren. Alle Rollen wurden doppelt besetzt, um gegen etwaige Grippewellen gefeit zu sein.
Seit einem Jahr laufen die Proben; zwei Ferienwochen, die Projektwoche und viele Wochenenden gingen dafür drauf. Alles bis zum letzten Kostüm, den Plakaten und dem professionellen Ansprüchen genügenden Bühnenbild (muss fürs Wormser Theater technisch geprüft und abgenommen werden) wurde an der Schule hergestellt. Die verantwortlichen Schüler haben Teams in eigener Regie zusammengestellt und angeleitet. Diese Woche geht es in gemeinsame Proben mit Chor und Orchester, nächste auf die große Bühne des Wormser Theaters mit Headsets. Einige starke, aber eben nicht professionell ausgebildete Stimmen sind dabei; ohne Headset könnten sie nicht über ein Orchester hinweg tragen. Seit den ersten Proben steht die Operntruppe im Dialog mit Herrn Taeffner von der WORMSER-Bühnentechnik. Eine Ballettgruppe mit selbst entwickelter Choreographie wird ebenso eingebettet wie verschiedene Tanzszenen: von der höfischen Courante über Rock‘n Roll bis zum Walzer.
Zeitloses Fantasy-Märchen
Das ursprünglich sizilianische Volksmärchen um ein junges Mädchen, das in einem verbotenen Zaubergarten sein Glück samt Prinzen findet, hat Wallenborn jugendgerecht und für die heutige Zeit passend umgeschrieben. So sind auch die Kostüme: prachtvoll für die böse Königin, daneben modern oder zeitlos. „Es macht wahnsinnig viel Spaß, und wir alle haben unglaublich viel dabei gelernt“, resümiert Wallenborn. „Schade eigentlich, dass es bei zwei Aufführungen bleiben soll.“ Das Publikum darf jedenfalls auf die Uraufführung sehr gespannt sein.