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  • So., 13. November 2016, 23:33 Uhr
    Nach 70 Jahren Frieden in Europa wächst bei vielen Menschen die Angst vor einem Krieg / Erster Weltkriegs als Mahnung vor nationalen Irrwegen

    Redner warnen am Volkstrauertag vor Nationalismus

    Soldaten der Bundeswehr und der US-Streitkräfte umrahmten die Gedenkfeier auf dem Wormser Hauptfriedhof. Foto: Gernot Kirch


    Von Gernot Kirch Bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag am Sonntag auf dem Wormser Hauptfriedhof standen neben der Erinnerung an die Toten der beiden Weltkriege die gegenwärtigen Spannungen und Konflikte auf der Welt im Fokus. Was nicht verwundert, denn viele Menschen spüren, dass nach 70 Jahren des Friedens in Europa die kriegerischen Auseinandersetzungen mit all ihren Auswirkungen und Konsequenzen näher an die Grenzen Deutschlands herangerückt sind. Zu nennen sind die Kriege in Syrien, dem Irak und in Teilen Afrikas. Genauso erwähnt werden muss aber auch das brutale Vorgehen des russischen Diktators Putin mit der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim, dem Schüren des Konflikts in der Ost-Ukraine und der Bombardierung von zivilen Einrichtung in Aleppo. Die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten stellt für viele Menschen einen weiteren Unsicherheitsfaktor dar. Will man die Emotionen der Bürger in Worte fassen, lauten diese: „Die Angst vor Krieg und Terror ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen."

    Demokratie und Menschenwürde

    Die beiden Redner am Sonntagmorgen auf dem Hauptfriedhof waren Oberbürgermeister Michael Kissel sowie der evangelische Dekan Harald Storch. Zahlreiche Bürger und Vertreter von Parteien, Verbänden und Organisationen nahmen an der Veranstaltung teil. Abordnungen der Bundeswehr und der US-Streitkräfte umrahmten die Kranzniederlegung.

    Oberbürgermeister Michael Kissel gedachte in seiner Ansprache den Opfern der beiden Weltkriege, erinnerte aber auch an die Soldaten der Bundeswehr, die beiEinsätzen ihr Leben verloren haben. Neben dem Gedenken mahnte er aber an, aktiv für Freiheit und die Menschenwürde einzustehen und sagte: „Die Demokratie muss verteidigt werden!“

    Dekan Harald Storch schlug ebenfalls eine gedankliche Brücke von der Vergangenheit zur Gegenwart und mahnte eindringlich: „Das Beispiel des 1. Weltkrieges zeigt, wohin Populismus und Nationalismus mit überzogenen Feindbildern führt.“ Weiter führte er aus, dass die Toten Mahnung für den zurzeit aufkommenden Rechtsextremismus sein sollten.

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