Kriegsheimer ließen sich ihre Kerb nicht verregnen
Mal trocken, mal pitschnass
Mitreißender Samba vor dunkel dräuenden Regenwolken: Kriegsheim feierte seine Kerb mal trocken, mal mit Tropenguss. Foto: Regina Urbach.
Von Regina Urbach. Tebartz van Elst („Gott verGELD‘s“) und die Brasilien-WM waren die Themen des diesjährigen Kriegsheimer Kerweumzugs, der sich nach dem Panoramalauf um 13:30 mit 21 Wagen in Bewegung setzte. Huldvoll wedelte „van Elst“ mit Scheinchen, die sein Emblem trugen, und ein mönchisch gewandeter Geldeintreiber forderte von den Passanten „nur große Scheine“. Beste Stimmung herrschte auch auf dem Sambawagen mit tanzender, männlicher Sambaschönheit („is unser Sambamaus net schee?“). Es gab Süßes für die Kleinen und Wein für die Großen. Ortsbürgermeister Michael Röhrenbeck fuhr auf seinem Wagen doppeldeutig „mit 60 dorch die Hauptstroß“ – nicht nur eine Anspielung auf seinen Geburtstag, sondern auch auf Temposünder in der 30er-Zone. An fast jedem Haus bauschten sich Kriegsheimer Flaggen im Wind; Nachbarn waren auf den Beinen und jubelten den Zugteilnehmern zu.
„Mehr feiern die Kerb, obs reent oder schneit“ hieß es trotzig auf einem Zugtraktor. Und so kam’s dann auch. Erstmals seit über 30 Jahren kam beim Festzug Regen auf. Die Kerb musste ausgegraben statt vom Traktor „ausgezackert“ werden. Kerweborsch Justus Schilling und Oliver Bayer hielten ihre Kerwered‘ unterm Schirm. Die Kriesemer ließen sich‘s nicht verdrießen und feierten gut gelaunt, mit viel und guter Musik, Wein, Leckereien und Geselligkeit, bis die Kerb gestern Abend „tränenreich“ verbrannt wurde – für ein Jahr.