Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin auf Visite bei der Renolit SE
Malu Dreyer besucht Wormser Vorzeigeunternehmen
Ministerpräsidentin Malu Dreyer suchte das Gespräch mit den Beschäftigten im Ausbildungszentrum der Renolit. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Der rheinland-pfälzische Landtagswahlkampf läuft auf Hochtouren und die jüngsten Umfragen deuten auf einen engen Ausgang hin. Nach der Befragung der Forschungsgruppe Wahlen vom 4. März liegt die CDU nur noch bei 35 Prozent und die SPD holte bis auf 34 Prozent auf. Kein Wunder, dass die Parteien und Politiker noch einmal mächtig Gas geben und ihre Ziele formulieren. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) besuchte am Freitag das Wormser Vorzeigeunternehmen Renolit. Auf dem Firmengelände in der Horchheimer Straße wurde Dreyer von dem Vorstandsvorsitzenden der Renolit SE, Michael Kundel, begrüßt.
Interessante Einblicke
Die Visite dauerte rund anderthalb Stunden und war weit mehr als nur ein flüchtiger Termin für die Presse, sondern bot interessante Einblicke in die Chancen, aber auch die Problemstellungen am Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz. Zu Beginn des Besuchs stand ein Informationsblock über die Renolit SE. Michael Kundel stellte das 1946 in Worms gegründete Unternehmen vor, das sich jetzt in der dritten Generation in Familienbesitz befindet. Weltweit beschäftige die Firma an 30 Standorten rund 4.500 Mitarbeiter.
Starker Standort
Michael Kundel führte weiter aus, dass alleine in der Nibelungenstadt rund 1.000 Mitarbeiter beschäftigt seien. Besonders stolz zeigte sich Kundel darüber, dass die Renolit SE von der Fachzeitschrift Wirtschafts Woche im Jahr 2015 unter die Top 20 Unternehmen des Mittelstandes gewählt wurde. Der Jahresumsatz beläuft sich auf mittlerweile rund eine Milliarde Euro. Die Renolit SE gehört zu den international führenden Herstellern hochwertiger Kunststoff-Folien und verwandter Produkte für technische Anwendungen. Die Produktion und der Umsatz liege noch zu großen Teilen in Deutschland und Europa, doch seien gerade im letzten Jahrzehnten zusehends Amerika und Asien wichtiger geworden. So verkaufe die Renolit heute bereits 20 Prozent ihrer Produkte in Asien. Folglich würde auch ein hoher Anteil der Investitionen nach Nordamerika und Asien fließen. Die Renolit bewege sich auf einem globalen Markt mit globalen Konkurrenten.
Hohe Energiekosten
Als eines der Problemfelder nannte Michael Kundel die hohen Energiekosten in Deutschland, besonders auch durch das Erneuerbare-Engerien-Gesetz (EEG). Dadurch würden die Produktionsstätten in Deutschland, etwa in Worms, Wettbewerbsnachteile gegenüber Standorten in Übersee haben. Der Vorstandsvorsitzende betonte aber, dass die Renolit weiterhin kräftig am Standort Worms investiere. Er wünsche sich aber für die Zukunft mehr Planungssicherheit für die Industrie hinsichtlich der Höhe von Steuern und sonstiger Abgaben. Hier habe es in der Vergangenheit teilweise kurzfristig Änderungen gegeben. Ein weiterer Kritikpunkt von Kundel betraf die neuen gesetzlichen Verordnungen zur Reinhaltung der Luft. Hier leiste die Renolit durch moderne Anlagen sehr viel, wünsche sich aber, dass die Wirtschaft vor dem Beschluss neuer gesetzlicher Bestimmungen gehört werde.
Bekenntnis zur Industrie
Ministerpräsidentin Malu Dreyer legte ein klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz ab. Sie betonte, dass 30 Prozent der Wertschöpfung im Land durch die Industrie erbracht werde. Rheinland-Pfalz solle ein innovativer und führender Industriestandort im Herzen Europas bleiben, erklärte Dreyer. Die Landesregierung setze deshalb auf Fachkräftesicherung, ein leistungsfähiges Bildungssystem und auf eine starke Infrastruktur. Die Problematik bezüglich der hohen Energiekosten sei ihr bewusst, diese würde sie noch einmal mit nach Mainz nehmen. In Hinblick auf die Fragestellung bei der Ausarbeitung der Gesetze zur Luftreinhaltung fügte sie an, dass die Wirtschaft hier zukünftig mit eingebunden werden soll. Den Abschluss des Besuches der Ministerpräsidentin bildete der Besuch des Ausbildungszentrums der Renolit SE. Gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden Michael Kundel sucht sie das Gespräch mit den jungen Menschen in Ausbildung. Hier zeigte sich Malu Dreyer beeindruckt und formulierte anerkennend: „Die Renolit ist ein gutes Beispiel für die Stärke unserer Wirtschaft und für die international erfolgreichen Mittelständler. Erfolgreiche, innovationsfreudige Unternehmen, aber auch eine faire Sozialpartnerschaft und das gute Miteinander im Betrieb sind die Markenzeichen von Rheinland-Pfalz.“