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  • So., 12. Februar 2017, 20:54 Uhr
    Die Adler schlagen im Top-Spiel der Liga die Nürnberger „Holzhackertruppe“ mit 3: 2 Toren nach Verlängerung

    Mannheim siegt in dramatischem Eishockey-Krimi

    Adler-Verteidiger Denis Reul jubelt nach seinem Treffer zum 3:2 gegen Nürnberg. Foto: Mirco Metzler /Fotoagentur: Die Knipser


    Von Gernot Kirch Die Mannheimer Adler gewannen am Sonntag in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) in einem packenden Krimi gegen die Nürnberg Ice Tigers mit 3:2 (1:1/0:0/1:1/1:0) Toren nach Verlängerung. Das entscheidende Tor für Mannheim fiel erst sieben Sekunden vor Ende der Verlängerung in 65. Minute durch Dennis Reul. Der Sieg der Adler ist sicher etwas glücklich, denn es waren zwei ausgeglichene Teams, von denen jedes hätte gewinnen können. Die zwei Punkte für die Nordbadener sind aber alleine schon deswegen verdient, da sich dadurch das sportliche Element durchsetzte und nicht die teilweise überharte Spielweise der Franken. Doch dazu später mehr.

    In der Tabelle bleibt Nürnberg auf Rang zwei, die Adler jetzt aber punktgleich mit den Franken auf Rang drei. Spitzenreiter ist weiterhin München.

    Noch sind fünf Spieltage zu absolvieren, dann beginnen die Play-Offs, für die beide Gegner von heute schon qualifiziert sind.

    Die 13.600 Zuschauer in der ausverkauften SAP-Arena sahen ein spannendes, hochklassiges und hartes Eishockey-Match zweier Top-Teams, die bei der Vergabe der Deutschen Meisterschaft ein gehöriges Wort mitsprechen werden. Die Partie besaß schon Play-Off-Niveau mit hoher Intensität und Klasse. Für Mannheim war es der achte Sieg in Folge. Wobei sich die vier Spitzenmannschaften aus München, Nürnberg, Mannheim und Köln hinsichtlich ihrer Leistungsstärke nicht viel geben. Über Sieg und Niederlage entscheidet zwischen diesen Teams jeweils die Tagesform und auch ein wenig das Glück. Was der Beobachter bei den Adlern am Sonntag etwas vermisste, war die Kaltschnäuzigkeit der Partien zuvor. Mannheim machte zu wenig aus seinen vielen Gelegenheiten.

    Nürnberg besitzt in dieser Saison ein starkes Team, das tolles Eishockey spielen kann, leider verfallen die Franken allzuoft in einen überharten Stil mit unschönen Fouls. Die Frage ist, kann Nürnberg eigentlich auch ein komplett faires Match abliefern oder muss es immer zu diesen fiesen Attacken kommen wie in Mannheim bzw. wie schon in zahlreichen Partien zuvor. Die Franken sind mit ihrer Spielweise so jedenfalls kein Aushängeschuld des deutschen Eishockeys. Eigentlich wären hier die Schiedsrichter bezüglich der überharten Spielweise der Franken gefordert. Doch sie vermögen es zu selten, durchzugreifen. Es macht einen nachdenklich, wie dies weitergehen soll, ob die Eishockey-Spielfläche bald zu einem Boxring oder gar Jagdrevier wird? Es stimmt einen bedenklich im Hinblick auf die Gesundheit der Spieler, wenn es mit den Nürnbergern in diesem Stil in die Play-Offs geht.

    Zur Chronologie

    1. Drittel

    Eine tolle Stimmung und ein starker Beginn der Adler. Die Ice Tigers aber stets hellwach und konterstark. In der 6. Minute bekam Nürnberger David Steckel einen Penalty zugesprochen, aber Adler-Torsteher Dennis Endras parierte glänzend und so blieb es beim 0:0 unentschieden. Und sofort ging das Trommelfeuer auf den Nürnberger Kasten weiter. Wobei die Franken ihrerseits gute Konterchancen besaßen. Auch nach zehn Minuten war noch kein Treffer gefallen. Die Adler hatten jetzt Großchance auf Großchancen, aber der Puck ging einfach nicht rein. In der 14. Minute war es dann aber soweit und Christoph Ullmann hämmerte zum 1:0 für die Adler ein. Aber noch in den Mannheimer Jubel hinein glichen die Franken nur 35 Sekunden später durch Patrick Reimer zum 1:1 aus. 20 Sekunden vor Drittelende schlug dann Brandon Segal mit einem üblen Foul zu, aber die Schiris sahen keine Regelüberschreitung. Fazit: Ein unfaires und unschönes Ende eines ansonsten tollen Drittels mit einem leistungsgerechten Spielstand 1:1 unentschieden.

    2. Drittel
    Im zweiten Abschnitt die Ice Tigers zunächst wacher und aktiver. Dann aber gaben die Adler wieder Gas und es war ein ausgeglichenes Match. Eine Überzahl zu Mitte des Drittels konnte Mannheim nicht zum Torerfolg nutzen. Brent Raedeke in der 34. Minute mit der dicken Chance zur Mannheimer Führung, aber er verpasste. In der 36. Minute die nächste überharte Aktion der Franken. Diesmal der schwedische Neuzugang Nichlas Torp mit einem brachialen Check. Der Schwede musste für fünf Minuten plus Spieldauerstrafe vom Eis. Und die Nürnberger foulten weiter. In der 37. Minute der Nürnberger Jesse Blacker mit zwei unfairen Checks gegen Adler-Stürmer Christoph Ullmann. Aber eine Strafe erhielt zur Überraschung aller Zuschauer der Mannheimer. Was die Schiedsrichter hier gesehen haben wollen, verstand niemand im Eisstadion. Wenig später bekamen die Ice Tigers wieder einen Penalty zugesprochen, doch scheiterte Philippe Dupuis an Adler-Torwart Dennis Endras. Fazit: Mit Eishockey hatte das Geschehen auf Eis nicht immer was zu tun. Das Motto der Franken schien teilweise zu lauten: „Fouls first“.

    3. Drittel
    Das dritte Drittel hatte kaum begonnen, da hämmerte Adler-Stürmer Garrett Festerling in Überzahl zur 2:1 Führung ein. In der Folge die Ice Tigers aktiver und gefährlicher. Der Ausgleich lag jetzt in der Luft. Dann waren noch elf Minuten zu spielen. Die Ice Tigers weiterhin sehr stark und Mannheim in die Defensive gedrängt. In der 55. Minute hatte Adler-Stürmer Christoph Ullmann einen Treffer auf der Kelle, aber der Puck ging nicht ins Tor. Dann waren noch vier Minuten zu spielen. Und nahezu exakt drei Minuten vor Spielende erzielte Patrick Reimer den verdienten 2:2 Ausgleich. Somit ging es in die Verlängerung. Fazit: Das Remis bis dahin gerecht. Und Nürnberg zeigte sich mal von einer ganz anderen Seite und zeigte tolles Offensiveishockey.

    Verlängerung
    Beide Teams engagiert, aber zunächst ohne wirklich zwingende Chancen. Keiner wollte einen Fehler machen. Als alle sich schon gedanklich auf das Penalty-Schießen einstellten, schoss Adler-Verteidiger Denis Reul sieben Sekunden vor Ende der Overtime den Puck ins Gehäuse der Ice Tigers. Damit siegten die Mannheimer mit 3:2 Toren und eroberten sich zwei Punkte, während Nürnberg sich mit einem begnügen musste.

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    Aufstellung:

    Mannheim: Endras (MacIntyre) - Colaiacovo, Akdag, Richmond, Reul, Bittner, Höfflin, Maginot - Plachta, Raedeke, Ullmann, Wolf, Festerling, Kolarik, Sparre, MacMurchy, Adam, Arendt, Joudrey, Kink

    Nürnberg: Jennike (Reimer) - Blacker, Festerling,Torp, Syvret, Martinovic, Weber - Segal, Dupuis, Schremp, Reimer, Reinprecht, Ehliz, Pföderl, Steckel, Prust, Pfleger, Möchel, Filin
    Schiedsrichter: Brill / Köttsdorfer

    Zuschauer: 13.600 (ausverkauft)

    Strafen: Mannheim 4 Min - Nürnberg 6 Min + 5 Min Torp + Spieldauer Torp

    Tore: 1:0 (13:08) Ullmann (Colaiacovo/Adam) - PP1; 1:1 (13:53) Reimer (Reinprecht/Ehliz) -EQ; 2:1 (40:42) Festerling (Richmond/Plachta) - PP1; 2:2 (56:52) Reimer - EQ; 3:2 (64:53) Reul (Ullmann/Kolarik) - EQ;

    Adler-Stürmer Christoph Ullmann vor dem Nürnberger Torsteher. Foto: Mirco Metzler /Fotoagentur: Die Knipser


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