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  • Di., 09. Juni 2015, 12:07 Uhr
    Lithografie der Wormser Lederwerke Doerr & Reinhart an OB Michael Kissel übergeben

    Maßgeblicher Anteil an der Entwicklung der Stadt

     OB Michael Kissel (2.v.l.) und Stifter Hermann Würtz (l.) betrachten die Lithografie.

    Es ist ein Geschenk der ganz besonderen Art, das Oberbürgermeister Michael Kissel nun im Rathaus entgegennahm: Auf Umwegen hat eine Lithografie, die die Lederwerke Doerr & Reinhart um das Jahr 1900 zeigt, wieder den Weg nach Worms gefunden. Das Kunstwerk war bereits als Bild in einer Festschrift zu sehen, in der Kaiser Passage schließlich war es vor einigen Wochen im Rahmen einer Ausstellung über die Wormser Lederindustrie ausgestellt.


    Die Schenkung geht zurück auf Hermann Würtz, einem ehemaligen Mitarbeiter des letzten Vertriebsleiters der Cornelius Heyl AG, Jakob Lortz. Hermann Würz, Mitarbeiter der um 1980 geschlossenen Ledergroßhandlung Lederimport Basel, die die Lithografie in ihrem Besitz hatte, hatte das Kunstwerk im Oktober 2014 an Jakob Lortz übergeben mit der Bitte, es für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.


    „Hier unten bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft hat das Kunstwerk einen repräsentativen Platz gefunden“, konstatierte OB Kissel bei der Übergabe. Hier soll es den Besuchern aus der Wormser Wirtschaft zeigen, dass Produktivität das Kernelement aller Wertschöpfung sei, unterstrich der Stadtchef. Bereits damals habe die Wirtschaft der Stadt zu Wohlstand verholfen.


    Von dem auf zwölf Hektar verteilten Werk ist heute nur noch ein Gebäude übrig – der Sitz des Landesbetriebs Mobilität, dessen Leiter Bernhard Knoop bei der Übergabe ebenfalls zugegen war. Das Gebäude war erst später errichtet worden und beherbergte die Verwaltung des Betriebs.


    „Die Lithografie zeigt sehr eindrucksvoll, dass das Lederwerk einen ganz maßgeblichen Anteil am Stadtgeschehen hatte“, so der Oberbürgermeister. Die Lederindustrie in Worms habe das Stadtbild und auch die Stadtstruktur nachhaltig geprägt. „Deshalb ist es mir ein großes Anliegen, dass wir immer wieder daran erinnern, wie die Leder- und die Holzindustrie unsere Stadt beeinflusst haben. Dies gilt vor allem für jüngere Bürger, die diese Zeit nicht miterlebt haben“, betonte OB Kissel.


    In der Zeit der Lederindustrie sind viele bedeutende Bauwerke in Worms entstanden, wie etwa die Ernst-Ludwig-Brücke oder der Wasserturm, um nur zwei Beispiele zu nennen.


    Helmut Denschlag vom Altertumsverein Arbeitsgemeinschaft Wormser Lederindustrie wies auf Besonderheiten der Lithografie hin und schilderte den Herstellungsprozess eines solchen Kunstwerkes. Der Begriff Lithographie bezeichne ein Flachdruckverfahren mit Hilfe einer glatten und fein geschliffenen Steinplatte, auf die das zu druckende Bild spiegelverkehrt mit der Hand aufgebracht werde. Bemerkenswert sind insbesondere die vielen Details des Bildes, die trotz dieser außergewöhnlichen Technik präzise herausgearbeitet sind.


    Der OB dankte Hermann Würtz und dem Lederverein für das Geschenk und versprach, es zu hüten und zu bewahren.


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