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  • Mi., 25. Mai 2016, 20:00 Uhr
    Der Wormser Stadtrat votierte mehrheitlich für das Projekt und möchte so bis zum Jahr 2025 rund 2.500 Wohneinheiten realisieren

    „Masterplan Wohnen“ mit großer Mehrheit beschlossen

    Wo jetzt noch das Nibelungencenter steht, soll schon bald ein attraktive Gebäude mit Wohnungen und einigen Geschäfte und Büros entstehen. Foto: Gernot Kirch


    Von Gernot Kirch Durch den Masterplan Wohnen sollen in der Nibelungenstadt in den nächsten zehn Jahren rund 2.500 neue Wohnungen realisiert werden. Bei 25 Prozent dieser Wohneinheiten ist eine Sozialbindung für Menschen mit Wohnberechtigungsschein beabsichtigt. Hintergrund ist, dass Worms weiter wächst und jetzt schon 85.000 Einwohner zählt. Die eigenen vier Wände werden daher zur Mangelware. Besonders Menschen mit geringem Einkommen haben auf dem freien Markt kaum noch ein Chance, eine bezahlbare Bleibe zu bekommen. Alleine bei der städtischen Wohnungsbau GmbH stehen über 1.000 Bewerber auf einer Warteliste, die dringend eine neue Wohnung benötigen. Mit dem im Jahr 2015 von Oberbürgermeister Michael Kissel initiierten Masterplan soll dieses Fehl sukzessiv behoben werden. Und dies auch, weil man erkannt hat, dass sich dahinter ein gewaltiger sozialer Sprengstoff verbirgt, denn die Unzufriedenheit der Menschen, die bei der Suche leer ausgehen, wächst.

    Zustimmung des Stadtrates

    Am Mittwoch stimmte der Stadtrat jetzt dem Masterplan Wohnen zu. Einstimmig votierten die Ratsmitglieder für die ersten beiden Punkte des Beschlussantrages. Dies sind die Feststellung des grundsätzlichen Bedarf an weiterem Wohnraum in Worms und die vorrangige Bearbeitung von Bauanträgen für vier große Gebiete, die für eine spürbare Entlastung sorgen sollen. Dabei handelt es sich um das ehemalige Nibelungencenter, ein Areal in den Lüssen, ein Gebiet neben der Pfrimmtalrealschule und die ehemalige US-Kaserne in der Monsheimer Straße, in der jetzt Teile des ebwo untergebracht sind. Hier wurde mit der Zustimmung im Rat für interessierte Investoren ein möglichst rascher Baubeginn ermöglicht. Für das ehemalige Nibelungenscenter steht etwa schon ein Unternehmen bereit, mit dem die Stadt bereits in Verhandlungen steht.

    Carl-Villinger-Straße

    Einzig beim dritten Punkt des Beschlussantrages, gab es im Rat fünf Enthaltungen, während die große Mehrheit zustimmt. Hierbei ging es um fünf kleinere Grundstücke, die im Besitz der Stadt sind und die von der städtischen Wohnungsbau GmbH entwicklen werden sollen. Hintergrund ist, das zu diesen fünf Gebieten auch jenes umstrittene an der Carl-Villinger-Straße gehört. Hier mochten fünf Ratsmitglieder, überwiegend aus den Reihen der FDP, nicht zustimmen. Die weiteren vier Entwicklungsflächen in städtischem Besitz befinden sich in der Dr.-Illert-Straße, im Nordend, am Klinikum und in der Rhenaniastraße.

    Lebendige Aussprache

    In der Aussprache im Rat herrschte große Zustimmung zu dem Gesamtprojekt, doch fiel die Einzelbewertung unterschiedlich. Oberbürgermeister Michael Kissel wies nochmals auf die angespannte Situation auf dem Wormser Wohnungsmarkt hin. Problematisch sei besonders, dass es immer weniger Sozialwohnungen gebe, obwohl die Anzahl der Menschen, die einen Berechtigungsschein hätten stetig zunehmen. Es sei aber so, dass Sozialwohnungen nach einigen Jahren aus dem Bestand für Menschen mit Berechtigungsschein herausfallen und die Eigentümer dann höhere Mieten verlangen könnten. Der Stadtchef erläuterte hier, dass nicht nur Hartz IV -Empfänger einen Anspruch auf einen Berechtigungsschein haben, sondern auch viele Menschen mit einem geregelten Einkommen, die aber sehr wenig verdienen.
    Dr. Jürgen Neureuther (FDP) sah die prinzipielle Notwendigkeit des Masterplans, warnte aber davor, zu viel zu bauen, sodass bald ein Leerstand herrsche. Sebastian Knopf (LINKE) sieht in dem Projekt einen ersten Schritt, fordert aber weitere. Eine zentrale Forderung von ihm waren höhere Einkommen, damit sich jeder Bürger eine Wohnung leisten könne.

    Nur Bachelorplan

    Der große Gegenspieler des Oberbürgermeisters war aber Richard Grünewald (Grüne). Er unterstrich die Notwendigkeit des Vorhabens, sprach aber nicht von einem Masterplan, sondern dies sei bestenfalls ein Bachelorplan. Die Stadtspitze hätte bei Gegenwind nicht einknicken dürfen, etwa an der Carl-Villinger-Straße. Hier würden nun statt 18 Kinderzimmer rund 28 Parkplätze entstehen. OB Kissel konterte hier, man sei nicht eingeknickt, aber dialog- und kompromissfähig und höre den Bürger zu.

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