
Von Rudolf Uhrig › Ein Krankenhaus kennt man normalerweise als Patient oder Angehörige. Beim Tag der offenen Tür des Klinikums Worms – dem ersten nach 15 Jahren – konnten die Besucher am Sonntag dagegen einmal ganz in Ruhe hinter die Kulissen schauen. Mehr als tausend Menschen nutzten die Gelegenheit, sich über Medizin, Pflege, Ausbildung und den Arbeitsalltag im 696-Betten-Haus zu informieren.
Von 10 bis 17 Uhr gab es zahlreiche Mitmachangebote, Führungen und Informationsstände. Besonders gefragt waren die Einblicke in Bereiche, die Patienten sonst kaum zu sehen bekommen – darunter Kreißsaal, Notaufnahme und Strahlentherapie. Auch moderne Operationsverfahren wurden vorgestellt.
Ein Publikumsmagnet war das Da-Vinci-Operationssystem, das Dr. Rolf Schneider, der leitende Oberarzt der Abteilung für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Kinderchirurgie, gerne den Besuchern näherbrachte. Mehr noch: Sie konnten selbst an der Konsole Platz nehmen und mithilfe der Joysticks die Roboterarme steuern. Insofern war das Versprechen, das Geschäftsführer Daniel Herke in seiner Begrüßung erwähnte, schon an dieser Stelle voll und ganz eingelöst.
Auch Reanimationstraining, ein begehbares Herz- und Darmmodell sowie simulierte Magen- und Darmspiegelungen gehörten zum Programm.
Für die jüngsten Gäste gab es mit Teddyklinik, Kinderschminken, Basteln, Hüpfburg und Wickeldiplom ebenfalls viel zu entdecken.
Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Therapie, Diagnostik, Verwaltung, Technik und Ausbildung nahmen sich viel Zeit für die Besucher, beantworteten Fragen und erklärten ihre Arbeit mit sichtbarer Freude und großer Offenheit. Voller Stolz trugen sie ihre blauen Poloshirts mit dem Schriftzug #TeamKliWo.
Der Tag der offenen Tür fiel zudem in eine Zeit des Umbruchs im deutschen Krankenhauswesen. Die Krankenhausreform des Bundes soll unter anderem Leistungen stärker bündeln, Qualitätsvorgaben verbindlicher machen und Krankenhäuser stärker spezialisieren. Die Umsetzung wurde zuletzt angepasst und zeitlich gestreckt. Welche konkreten Auswirkungen die Reform auf einzelne Häuser haben wird, ist vielerorts noch nicht abschließend abzusehen.
In Worms stand an diesem Sonntag allerdings weniger die Reform, als vielmehr das Krankenhaus selbst im Mittelpunkt. Der Tag zeigte, wie viele unterschiedliche Berufsgruppen daran beteiligt sind, die medizinische Versorgung der Region sicherzustellen – und wie viel Arbeit hinter einem funktionierenden Klinikbetrieb steckt.
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