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Mi., 28. August 2013, 19:28 Uhr
ASB stellt neuen Einsatzleitcontainer für Großschadenslagen und Großveranstaltungen vor
Medizinische Einsatzleitung beim Backfischfest mit modernster Technik
Am Funktisch im neuen Container werden die Einsätze auf dem Backfischfest koordiniert.
Der Arbeiter-Samariter-Bund Kreisverband Worms/Alzey (ASB) verfügt jetzt über einen neuen Einsatzleitcontainer, der bei Großschadenslagen und Großveranstaltungen die Koordination der Einsatzkräfte übernehmen kann. Der Container, der auch beim diesjährigen Backfischfest im Einsatz ist, ist mit modernster Funk- und Telekommunikationstechnik ausgestattet.
Er wurde den Wormser Samaritern vom Land zur Verfügung gestellt und mit Hilfe finanzieller Mittel vom ASB Landesverband Rheinland-Pfalz und dem Kreisverband Worms/Alzey in Eigenarbeit ausgebaut.
Mit Analog- und Digitalfunk ausgestattet
Zur Führung der Einsatzkräfte stehen mehrere Geräte für den Digitalfunk sowie den Analogfunk zur Verfügung. Außerdem ist Internet- und Telefonempfang per normalen Festnetzanschluss, mobil oder als Rückfallebene auch per Satellit möglich. Zur direkten Verständigung rund um den Container gehören Mobiltelefone ebenfalls zum Inventar. Die Einsatzleitung wird über zwei Funk-Arbeitsplätze abgewickelt. Im Besprechungsraum des Containers ist Platz für bis zu sechs Computer-Arbeitsplätze.
Die Stromversorgung erfolgt über einen normalen Stromanschluss. Bis dieser bei einem Einsatzfall hergestellt ist, können sämtliche Geräte auch per Batterie oder über ein Notstromaggregat betrieben werden. Zum optimalen Empfang im Funk- oder Telefonbetrieb werden spezielle Antennen mit entsprechender Reichweite eingesetzt.
Zum Einsatz kann der Container landesweit bei Großschadenslagen oder Großveranstaltungen kommen. Dabei ist der Container aber nicht an einen speziellen Ort gebunden. „Theoretisch könnten wir vom Hof unseres Dienstleistungszentrums in Leiselheim auch Einsätze in größerer Entfernung abwickeln“, so Karlheinz Pfaff, Leiter Notfalldienste beim ASB. Aus einsatztaktischer Sicht mache das natürlich aber keinen Sinn, so Pfaff weiter.
Erster längerer Einsatz beim diesjährigen Backfischest
Seinen ersten längeren Einsatz am Stück hat der Container gerade beim Backfischfest. Die Einsätze der Sanitätsdienste von ASB und DRK auf dem Festplatz und beim Umzug am vergangenen Sonntag werden aus diesem heraus koordiniert. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Hilfsorganisationen wurde hierfür nochmals intensiviert. Die Sanitäter nutzen bei der Versorgung der Patienten mithilfe von speziellen Tablet-Computern ein Programm, das die Patientendaten erfassen kann. So ist im Anschluss an das Volksfest auch eine bessere Nachbesprechung und Dokumentation der Einsatzzahlen möglich. Die Einsatzkräfte wurden für die Arbeit mit dem Programm speziell geschult.
Für die Besucher des Backfischfestes hat sich nichts geändert. ASB und DRK haben ihre Unfallhilfsstellen und Fahrzeuge an den gewohnten Standorten auf dem Festplatz und sind täglich von 14 Uhr bis spät in die Nacht im Einsatz, um Festbesuchern mit kleinen und größeren Verletzungen und Erkrankungen zu helfen. Und das alles mithilfe der Kommunikation aus dem neuen Einsatzleitcontainer.
Bislang normales Einsatzaufkommen beim Fest
Für die Helfer auf dem Backfischfest läuft derzeit alles nach Plan. Die Zahl der Einsätze hält sich im normalen Bereich. Auch die Einsatzkräfte der beiden Rettungsdienste bestätigen, dass das Sicherheitskonzept für das Fest funktioniert.
Beide Organisationen sind auf dem Festplatz mit Unfallhilfsstellen vertreten. Jeden Tag sind rund 20 Einsatzkräfte im Dienst. Dabei kommen überwiegend Sanitätsdiensthelfer, Rettungssanitäter und Rettungsassistenten zum Einsatz. Am Mittwoch zogen die Helfer eine Halbzeitbilanz. Bis dahin wurden 66 Personen mit kleineren und größeren Verletzungen versorgt. 19 Patienten wurden in Wormser Krankenhäuser gebracht und dort weiterbehandelt. Auch hier sind die Einsatzindikationen wie in den vergangenen Jahren. Festbesucher, die ihre Grenzen nicht kennen und am Ende deutlich zu tief ins Glas geschaut haben oder Streitigkeiten, die nicht nur mit Worten ausgetragen werden, landen am Ende bei den Rettungsdiensten.
Erstmals gemeinsame Einsatzleitung
Erstmals wird das komplette Backfischfest inklusive dem Umzug mit einer gemeinsamen Einsatzleitung abgewickelt. Alle Notrufe laufen im neuen Einsatzleitcontainer auf, und die Teams, die dem Notfallort am Nächsten sind, werden von hier aus koordiniert. „Die Zusammenarbeit klappt reibungslos. Was in all den vergangenen Jahren schon erfolgreich praktiziert wurde, haben wir jetzt nochmals verstärkt. Das ist ein zusätzlicher Gewinn für alle Beteiligten“, können Guido Reiter und André Rück, Einsatzleiter bei ASB und DRK der intensivierten Zusammenarbeit nur Gutes abgewinnen.
Für das zweite Backfischfestwochenende wünschen sich die Einsatzkräfte einen weiterhin ruhigen und friedlichen Verlauf. Schließlich sind die Menschen zum Feiern auf dem Festplatz, und dabei schauen die Sanitäter gerne zu und freuen sich, wenn sie nicht gebraucht werden.