Wormser CDU-Stadtratsfraktion informierten sich direkt über den Hausarztnotstand in der Nibelungenstadt
Medizinische Versorgung in Worms nicht mehr gesichert
Von links nach rechts: Fraktionsvorsitzender Dr. Klaus Karlin, Monika Stellmenn, Dr. Gregor Maiwald, Dr. Robert Knipper, MdL Adolf Kessel, Raimund Sürder, Bettina Kruse-Schauer, Jeanine Emans-Heischling.
Seit einigen Jahren ist die medizinische Versorgung in Worms mehr und mehr in den Focus der politisch Verantwortlichen in der CDU gerückt. Die Gefahr, dass hier nur noch viel zu wenige Hausärzte nicht mehr alle Hilfesuchenden versorgen und begleiten können, wurde immer öfter warnend den Verantwortlichen im Land, auch in der Landesregierung vorgehalten. Jetzt schlägt die Wormser CDU-Stadtratsfraktion „Alarm!“
Zahl der Hausärzte nimmt gravierend ab
Es gibt erneut einen Hinweis auf eine Verschärfung der medizinischen Unterversorgung in unserer Stadt. Obwohl Worms wächst und inzwischen ca. 87.000 Einwohner zählt, nimmt die Zahl der Hausärzte gravierend ab. Viele der noch praktizierenden Ärzte in Worms und Umgebung sehen eine weitere Schwierigkeit bei der medizinischen Versorgung darin, dass die Zulassung neuer internistischer Fachärzte von den Krankenkassen und der KV (Kassenärztliche Vereinigung) zumindest erschwert, in vielen Fällen aber auch abgelehnt wird.
Die CDU-Stadtratsfraktion hatte sich deshalb an die Internisten und Gastroenterologen Dres. Robert Knipper und Gregor Maiwald gewandt, um von betroffenen Internisten Informationen über die fachärztliche Entwicklung, die jetzige und zukünftige Arztversorgung in Worms zu erhalten. So waren in den letzten Jahren in Worms noch vier Gastroenterologen tätig. Zwei sind aus Altersgründen ausgeschieden. Sie versorgten zuletzt 5.400 Patienten im Jahr (2014). Dennoch wurden ihre Stellen nicht wieder besetzt, obwohl Fachärzte weiterhin bereit sind, in Worms tätig zu werden. Damit erklärt sich auch schon das jetzige Versorgungsdefizit in Worms allein in diesem fachärztlichen Bereich.
Die Gastroenterologen Dres. Robert Knipper und Gregor Maiwald besetzen z. Zt. jeweils eine halbe fachärztliche Stelle. Sie hätten lt. Berechnungen der Kassenärztlichen Vereinigung zusammen durchschnittlich 3.200 Patienten im Jahr zu betreuen. Tatsächlich aber waren 2016 rund 6.200 Patienten in ihre Praxis im Wormser Hochstift gekommen. Dass diese Leistungen nicht entsprechend von den Krankenkassen vergütet werden, erwähnten die beiden Ärzte ebenfalls.
Trotz dieser immensen Leistung der beiden Ärzte ist die Nachfrage in Worms weiterhin nicht gedeckt. 18 von 22 Wormser Hausärzten haben der KV zuletzt mitgeteilt, dass die gastroenterologische Versorgung inzwischen hier nicht mehr sicher gestellt ist bzw. vor dem Kollaps steht.
Großer fachärztlicher Bedarf
Die Fachärzte verstehen jetzt die Welt nicht mehr: der fachärztliche Bedarf in Worms ist groß, ein nachfolgender Facharzt wäre gerne bereit, in Worms zu arbeiten, aber die (gesundheits-) politischen Fachgremien im Land verhindern dies.
Wenn aber weiterhin in Worms Bürger versuchen, medizinische Betreuung und entsprechende Hilfe bei Ärzten zu suchen, diese aber nicht (mehr) da sind, müssen sie endlich auch die entsprechenden Gremien wie die KV (Kassenärztliche Vereinigung) zur Verantwortung ziehen.
Die KV verweist in ihrem ablehnenden Bescheid – die Wiederaufstockung der fachärztlichen gastroenterologischen Arztsitze in Worms betreffend – auch auf Behandlungsmöglichkeiten bei vorhandenen Fachärzten in Alzey, Nieder-Olm, Mainz, Bad Kreuznach oder Ingelheim. Nach Meinung der CDU-Fraktionsmitglieder ist dieses Angebot aber nicht zumutbar, zumal die meist älteren Wormser Patienten auf zusätzliche Hilfen anderer Personen angewiesen sind.
Die CDU in Worms unterstützt seit langem alle Bestrebungen, um die medizinische Versorgung ihrer Bürger zu sichern. Sie fordert dabei die politisch und medizinisch Verantwortlichen auf, alles Erdenkliche hierfür zu tun – auch mit allen anderen politischen Parteien und Gremien gemeinsam.