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  • Mo., 16. Mai 2022, 15:46 Uhr
    ALTERTUMSVEREIN WORMS: Übergabe einer Bronzetafel zur „Wormser Elle“ am Dom St. Peter

    Mehr als nur ein Gottesdienstort

    Dr. Burkhard Keilmann, Klaus Berg, Dr. Irene Spille, Propst Tobias Schäfer und Architekt Jürgen Hamm (von links).


    Was sind das für seltsame Eisenklammern an der Ostfassade des Wormser Domes? Vergessene Reste eines Gerüstes? So mag vielleicht mancher gefragt haben, wenn ihm die unscheinbaren Teile im Mauerwerk überhaupt aufgefallen sind. Seit kurzem weist nun eine bronzene Hinweistafel deutlich darauf hin: „Wormser Elle“ steht da zu lesen. Und es wird erläutert, dass es sich eben nicht um vergessene Gerüstteile handelt, sondern um ein bedeutendes Relikt aus dem Mittelalter. Hier, in unmittelbarer Nähe zum Markt, hatte man mit den beiden Eisenklammern die für den Handel in Worms verbindliche Maßeinheit definiert: eben die „Wormser Elle“.

    Genau 54,9 cm beträgt der Abstand zwischen den beiden Eisenklammern, so verrät es die Hinweistafel. Um Streitigkeiten zu vermeiden, konnte jeder hier genau Maß nehmen.

    Wichtige Funktion im bürgerlichen Leben
    „Der Dom war immer schon mehr als nur ein Gottesdienstort, er hatte auch im bürgerlichen Leben und für Rechtsgeschäfte eine wichtige Funktion“, erläuterte bei der Übergabe der Vorsitzende des Wormser Altertumsvereins, Dr. Burkhard Keilmann. Im Westchor des Domes sei die Bürgerschaft zu verschiedenen Rechtsakten zusammengekommen. Hier wurden etwa Schenkungen besiegelt. Die stellvertretende Vorsitzende, Dr. Irene Spille, hatte schon in ihrer Amtszeit als Leiterin der Unteren Denkmalbehörde angeregt, mit einer Hinweistafel auf dieses wichtige Zeugnis des bürgerlichen Lebens und Handels des Mittelalters hinzuweisen. Nun konnte es endlich der Öffentlichkeit übergeben werden.

    „Wir freuen uns, dass die großzügige finanzielle Unterstützung des Altertumsvereins nun die Herstellung und Anbringung dieser bronzenen Tafel ermöglicht hat“, freuen sich Propst Tobias Schäfer und der stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrates der Domgemeinde Klaus Berg. So werde die „Wormser Elle“ künftig nicht mehr achtlos übersehen. Und tatsächlich kann man beobachten, dass Touristen und Passanten nun regelmäßig stehen blieben und die Elle bestaunen.

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