Von Florian Helfert › Klimafreundlich zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, schont den eigenen Geldbeutel, ist gesund und hilft, Emissionen zu verringern. Zusammen mit dem ÖPNV eröffnen Fuß- und Radverkehr die Chance, sowohl Alternativen zum Auto zu bieten, als auch den öffentlichen Raum vom Kraftfahrzeugverkehr zu entlasten – und damit Raum für Aufenthalt, Begrünung und mehr Lebensqualität zu schaffen.
„Die Förderung der Nahmobilität gelingt am besten, wenn alle Akteure zusammenarbeiten und regelmäßig im Austausch miteinander stehen“, so die rheinland-pfälzische Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände zum Konzept einer Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK). Darüber hinaus unterstützen nach Angaben der federführenden Stadtverwaltung Kaiserslautern als Initiatorin auch das Institut für Mobilität und Verkehr der Technischen Universität Kaiserslautern sowie der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), der Verkehrsclub Deutschland (VCD) und Fuss e.V. die Idee.
57 Kommunen haben mittlerweile ihr Interesse bekundet und bereiten die entsprechenden Gremienbeschlüsse für einen Beitritt vor – die Ratsmitglieder der Stadt Worms haben dies mit großer Mehrheit am Mittwoch bereits vollzogen.
Zugeparkte Fußgänger- und Radwege
Ludger Sauerborn (AfD) begrüßte eine Mitgliedschaft. „In den vergangenen Jahren haben wir sehr oft über die Förderung des Radverkehrs gesprochen und darüber Fußgänger total vernachlässigt“, befand er. Auch David Hilzendegen (Grüne) begrüßte das zusätzliche Augenmerk auf Fußgänger als „letztrangige Verkehrsteilnehmer“. Kritisch merkte er jedoch an, dass zugeparkte Fußgängerwege für Personen mit Kinderwägen oder Rollatoren eine Hausaufgabe für das Ordnungsamt darstellen würden.
In der Tat müsse dafür Sorge getragen werden, so Ursula Bieser (AfW), dass Wege für Fußgänger und Radfahrer frei seien – Mittel hierfür seien aber mehr und nicht weniger Parkplätze. „Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert“, lehnte sie im Namen der Alternative für Worms in Anbetracht der städtischen Schulden sowie des jährlichen AGFK-Beitrages von 2.000 Euro einen Beitritt anschließend ab. Markus Trapp (SPD) wünschte sich hingegen sogar noch mehr überregionale Arbeitsgemeinschaften. Alfred Koch (FDP) kritisierte, dass in der Arbeitsgemeinschaft Kraftfahrzeugverkehr ausgeklammert werde und kündigte eine Enthaltung an.
„Kein Meter Fahrradweg mehr“
Hans-Peter Weiler (CDU) äußerte seine Hoffnung auf einen regen Austausch, welcher Verwaltung, Stadt und Wormser Radwegebau voranbringen werde. „Es wird darüber kein Meter Fahrradweg mehr geplant oder gebaut“, sah Steffen Landskron (FWG) dagegen keinen wirklichen Fortschritt über ein solches Beratungsgremien.
Gute Erfahrungen in elf Bundesländern
Gegen Ende der Debatte betonte Stadtentwicklungsdezernent Timo Horst den hohen Wert einer landesweiten Arbeitsgemeinschaft als Informations- und Kommunikationsschnittstelle sowohl zwischen den Mitgliedern, als auch im Dialog mit Institutionen und Landespolitik. Ferner verwies er auf die meist guten Erfahrungen in elf Bundesländern.
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