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  • Mo., 06. Januar 2020, 13:23 Uhr
    Bahnhaltepunkt Nord: Neuhauser Ortsvorsteher Uwe Merz bgrüßt Vorschlag des DGB / CDU-Fraktion möchte Haltepunkt Worms-West voranbringen

    "Mehr Entlastung für das Nordend"

    In einer Pressemitteilung erklärt der Neuhausener Orstvorsteher Uwe Merz bezugnehmend auf die vom DGB-Stadtverband Worms angestrebte S-Bahn-Haltpunkt Nord-Variante ( der NK berichtete am 28. Dezember 2019), dass man sich nur einmal mit der Frage beschäftigen müsse, wie viele Parkplätze es denn im Umfeld des Hauptbahnhofes gebe. "Natürlich zu wenig und das hat sehr große Auswirkungen z.B. auf Neuhausen", so Merz. Dort wo es möglich sei, würde im Bereich Güterhallenstraße, Von-Steuben-Straße bis Bebelstraße und darüber hinaus alles zugeparkt und die Anwohner blieben auf der Strecke. "Tendenz: weiter zunehmend!", erklärt der Neuhauser Ortsvorsteher.


    Zentral gelegen

    Ein Bahnhaltepunkt Nord und ein park and ride Parkplatz am Fahrweg  würde ganz neue Möglichkeiten eröffnen. "Günstiges Parken und mit dem Fahrrad in die Innenstadt oder mit dem (dann einzurichtenden) Shuttle-Bus. Diesen Bus würde ich kostenfrei anbieten. Alle Bewohner der Lüssen-Siedlung (auch die neu hinzukommenden) könnten fußläufig zur Bahn kommen und kostenlos in die Stadt fahren. Dies wäre eine echte Alternative.

    Procter, ROWE und alle weiteren ansässigen Firmen im gegenüberliegenden Gallborn hätten eine für sie zentral gelegene neue Möglichkeit mit dem ÖPNV oder dem Fahrrad in die Stadt oder zur Arbeit zu kommen", erläutert Uwe Merz.


    Dass die Bahn eine solche Maßnahme von sich aus nicht weiter verfolge, könne man schon über 10 Jahre erleben. "Die Unterführung am Fahrweg hat glaube ich 15 Jahre gebraucht bis zur Umsetzung! Trotzdem sollten wir gerade jetzt dran bleiben, vielleicht kommen wir auch dazu, solche Prozesse drastisch zu verkürzen. Darüber würden sich nicht nur die Neuhauser Bürger freuen".




    Christdemokraten offen für neuen Haltepunkt
    Die CDU-Fraktion erklärt in ihrer Pressemitteilung wiederum, dass sie sich seit Jahren mit der Möglichkeit, für Worms weitere Haltepunkte der S-Bahn einzurichten, beschäftige. "Neben den hier zu lösenden Fragen mit der Bahn und den Betreibern beschäftigt die CDU aber auch immer die Kosten-Nutzen-Relation", so der Fraktionsvorsitzende Dr. Klaus Karlin. Dem Vorschlag des DGB für einen S-Bahn-Haltepunkt stehe die CDU daher offen gegenüber, wie der Sprecher für Mobilität Marco Schreiber bestätigt, da auch dieser Halt die Partei umtreibe.

    "Der Ausbau des Nahverkehres ist und bleibt ein wichtiger Baustein für die künftige Mobilität der Stadt. Worms ist in Rheinland-Pfalz die einzige Stadt, die seit Aufnahme des Rheinland-Pfalz-Taktes weniger Haltepunkte hat als davor. Das ist nicht hinnehmbar und ein Desaster, das die Landesregierung verantwortet". Daher begrüße die CDU, dass jetzt von vielen Seiten Vorschläge für einen Ausbau der Bahnanbindung von Worms gemacht werden.

    Worms-West im Fokus
    Allerdings ist auch der Haltepunkt „Worms-Nord“ nicht frei von Unwägbarkeiten. Daher wollen die Christdemokraten zunächst das Thema Worms-West voranbringen. „Dieser Haltepunkt an der Strecke Worms - Monsheim - Alzey ist bereits Mitte der 2000er Jahre mit einem positiven Ergebnis untersucht worden. Wir können hier also auf einer bestehenden Grundlage aufbauen.“, so Karlin und Schreiber. Zwischenzeitlich hätten  sich die Zuschuss- und Finanzierungsmöglichkeiten verbessert und auch die Bebauung im Umfeld sei vorangeschritten.

    Die Kosten für Bahnsteige an dieser Strecke sind aufgrund der deutlich geringeren Zuglängen auch überschaubarer, wie bei der S-Bahn Richtung Mainz. Unter Berücksichtigung der städtebaulichen Entwicklung an der Carl-Villinger-Straße sowie der begrenzten städtischen Finanzmittel sollte zunächst als Priorität der Haltepunkt Worms-West weiter untersucht werden. Auf Grundlage dieser aktualisierten Ergebnisse sei dann abschließend zu entscheiden.

    Notwendige Kosten-Nutzen-Untersuchung
    Verkehrsplaner Klaus Harthausen, der auch für die CDU im städtischen Mobilitätsausschuss sitzt, verweist zum Standort Nord auf einige Themen, die vorab noch zu klären sind. Zunächst wäre die Planungen für die städtebauliche Erweiterung von Neuhausen abzuschließen, um die notwendige Kosten-Nutzen-Untersuchung machen zu können.

    Ebenfalls sei mit DB Netz zu klären, ob nicht ein drittes Gleis zwischen Worms und Osthofen notwendig ist, um die zusätzliche Haltezeit zu realisieren. Harthausen verweist darauf, dass auf der hochbelasteten linksrheinischen Strecke die S-Bahnen heute bereits in Worms Hauptbahnhof auf Überholungen durch Fernverkehr und internationale Güterzüge warten müssen.

    „Es ist fast sicher, dass aufgrund der Entwicklung des Deutschland-Taktes und des Ausbaus des Güterverkehrs ohnehin ein Drittes Gleis für sogenannte fliegende Überholungen notwendig wird.“, so Harthausen. Wenig attraktiv ist es, in Worms-Nord einzusteigen um dann 15-18 Minuten im Hauptbahnhof auf die Weiterfahrt in Richtung Mannheim zu warten. Diese Untersuchungen werden nach den bisherigen Erfahrungen ein bis zwei Jahre in Anspruch nehmen.

    Daher plädieren die Christdemokraten dafür, derzeit das Machbare mit dem Standort Worms-West weiter voran zu treiben und weitere Standorte im Blick zu behalten. „Der ÖPNV muss und wird sich entwickeln als ein Standbein der Mobilität in Worms.“, so die Parteivertreter abschließend.



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