VER.DI WORMS: Mahnwache der ver.di-Vertrauensleute des Klinikums im Vorfeld des Internationalen Tages zur Pflege
Mehr Personal für bessere Pflege
Ausgebrannt! Die symbolische „Feuertonne“ ohne Feuer vor dem Klinikum Worms versinnbildlicht das Gefühl vieler Pflegekräfte landauf, landab. Foto: ver.di Ortsverein Worms
Von Florian Helfert › Würdige Pflege braucht Zeit, doch dafür fehlt aus Sicht der Gewerkschaft ver.di das Personal. „Die Situation in den Kliniken ist bekannt. Dass nicht nur die Beschäftigten in der Pflege buchstäblich ‚am Stock gehen‘ hat sich ebenfalls herumgesprochen“, kommentiert die Vorsitzende des Wormser ver.di-Ortsvereins, Erika Roth.
So erinnert Erika Roth unter anderem an zwei Aktionen ihrer Gewerkschaft in den Jahren 2013 und 2017. „Bereits damals fehlten allein in der Pflege bundesweit rund 80.000 zusätzliche Fachkräfte – darum streitet ver.di schon lange für mehr Personal und Entlastung in den Krankenhäusern“.
Dabei ist Pflege in Anbetracht des demographischen Wandels ein sinnstiftender Beruf mit großer Zukunft. Wie aber kann der Pflegeberuf im Sinne aller Betroffenen attraktiver werden?
Schlummerndes Potenzial wecken
12.684 Fachkräfte lieferten in einer wissenschaftlichen Studienbefragung namens „Ich pflege wieder, wenn…“ Antworten: An erster Stelle wünschen sie sich mehr Zeit für eine hochwertige Pflege durch mehr Personal! Erst auf den weiteren Plätzen folgen die Wünsche nach mehr Geld und verlässlicheren Arbeitszeiten oder auch mehr Wertschätzung. Der Studie zufolge besteht in Deutschland dann ein Potenzial von mindestens rund 300.000 zusätzlichen Vollzeit-Pflegekräften über Berufsrückkehrer und der Arbeitszeitaufstockung von Teilzeitkräften.
Neue Personalbemessung wird erprobt
„Inzwischen hat der Bundesrat immerhin dem Gesetz zur Entlastung von Pflegekräften in Kliniken zugestimmt“, sieht Roth Fortschritte. Hierdurch habe zu Beginn des Jahres begonnen werden können, das Umsetzen der geforderten und gebotenen Pflegepersonalregelung 2.0 in ausgewählten Kliniken zu erproben. Entwickelt von der Deutschen Krankenhausgesellschaft, dem Deutschen Pflegerat und von ver.di gilt sie als ein Instrument für eine bedarfsgerechte Personalbemessung – und unter Gewerkschaftlern als „echter Durchbruch“. Es handelt sich um die größte strukturelle Veränderung seit Inkrafttreten der Pflegeversicherung.
Politik und Gesellschaft wachrütteln
Im Vorfeld des Internationalen Tages der Pflege am heutigen Freitag, dem 12. Mai, wiesen die ver.di-Vertrauensleute des Klinikums Worms bei einer Mahnwache am Mittwochmittag auf die schwierige Personalsituation in Kliniken hin. „Wenn nicht sehr bald etwas passiert“, möchte Erika Roth Politik und Gesellschaft wachrütteln, „werden noch mehr Pflegende ihren Beruf aufgeben.“