Stadtrat gibt Zustimmung für die Wohnbebauung des ehemaligen Nibelungencenter- Areals / 160 Wohnungen sowie Büros und Geschäfte
Meilenstein der Stadtentwicklung
Eine Computer-Animation wie das Wohnquartier "Gebergasse" realisiert werden soll. Quelle: Ostermayer Wohnbau GmbH.
Von Gernot Kirch Am Mittwochnachmittag machte der Wormser Stadtrat den Weg für die Bebauung des Areals an der Schönauerstraße endgültig frei, auf dem noch das Nibelungencenter steht. Lediglich die FDP enthielt sich der Stimme. Uwe Radmacher von den Liberalen zeigte sich von den Plänen wenig begeistert und sprach von einer Blockbebauung bei der eine Ghettoisierung drohe. Alle anderen Fraktionen votierten für das Konzept der Ostermayer Wohnbau GmbH aus Altrip und äußerten sich sehr positiv zum Vorhaben. Und dies umso mehr, da die Erschließung die Stadt kein Geld kostet, sondern dies vollständig vom Investor übernommen wird. Die Ostermayer Wohnbau GmbH wird rund 40 Millionen Euro in das Projekt fließen lassen, wobei das Geld bei der Vermarktung natürlich wieder zurückfließen soll.
Ende des Nibelungencenters
Nachdem das Bauhaus am 30. Juni 2015 geschlossen hatte, stand das Nibelungencenter größtenteils leer und es liefen die Überlegungen für eine neue Nutzung. Rasch war klar, dass es keinen neuen Eigentümer bzw. Mieter geben würde, sondern das Gebäude komplett abgerissen wird und stattdessen ein Mischgebiet mit ganz überwiegender Wohnbebauung entstehen sollte. Nachdem der Immobilienbesitzer, die Bauhaus AG, dem Verkauf zustimmte, begann die Suche nach einem Investor.
Die Gespräche mit der Ostermayer Wohnbau GmbH, die das Areal erschließen und vermarkten wollte, verliefen im Laufe der Jahre 2015 und 2016 sehr zügig und konstruktiv. Mit dem Zustimmung des Stadtrates am 30. November 2016 besteht jetzt Baurecht und der Realisierung steht nichts mehr im Weg.
Weiterer Fahrplan
Bereits im Frühjahr 2017 soll das Nibelungencenter abgerissen werden, sodass im Anschluss mit dem Bau der drei und viergeschossigen Gebäude auf dem rund 17.000 Quadratmeter großen Gebiet begonnen werden kann. Die Erschließung soll Schritt für Schritt, aber zügig, erfolgen. Der Abschluss aller Maßnahmen ist für die Jahre 2019 oder 2010 geplant.
Insgesamt werden im „Wohnquartier Gerbergasse“, so der offizielle Name, rund 160 tendenziell hochwertige Wohnungen entstehen. Dazu kommen noch Arztpraxen, Büros, Geschäfte und Gastronomie. Zurzeit laufen darüber hinaus Gespräche mit dem Investor, ob eine Kita in das neue Wohngebiet integriert werden kann. Geplant sind zudem 370 Tiefgaragenplätze sowie 40 oberirdische Stellplätze.
Alle Gebäude erhalten eine Dachbegrünung, was neben dem ökologischen Aspekt auch der Aufnahme von Regenwasser dienen soll.
Lob und Verbesserungsvorschläge
Die Äußerungen fast aller Redner im Wormser Stadtrat waren mit Ausnahme der Liberalen sehr positiv. Oberbürgermeister Michael Kissel betonte, dass es gelungen sei, dem Grundsatz der Innen- vor der Außenentwicklung der Stadt zu folgen. Richard Grünewald (Grüne) sprach davon, dass mit dem Wohnquartier ein echtes "Loch" geschlossen werde und er es für ein sehr sinnvolles Projekt halte. Er bedauerte es nur, dass die sogenannte „grüne Perlenkette“, wie sie in der Ringanlage am Willy-Brandt-Ring als verlaufe, im „Wohnquartier Gerbergasse“ nicht bzw. nur sehr eingeschränkt fortgesetzt werden kann. Auch müsse die Privatisierung des öffentlichen Raumes eingeschränkt werden. Timo Horst (SPD) merkte an, wie gut die Gespräche mit dem Investor verlaufen wären. Dr. Jörg Koch (CDU) wünschte sich, dass im Sinne der Stadtgeschichte auf einer Freifläche der Gerberbrunnen aufgebaut werden könne, der an die Lederindustrie erinnere.