NABU Rheinhessen-Nahe informiert: Jungvögel sind selten verlassen / Situation beobachten und nur bei akuter Gefahr handeln
Meist trügt der Schein
Dieses junge Rotkehlchen hat das Nest schon verlassen und wird noch von seinen Eltern gefüttert. Foto: Gaby Schröder/NABU
Langsam kommt der Frühling auf Hochtouren, und in manchen Nistkästen und Gebüschen bettelt schon der Vogelnachwuchs um Futter. Einige Jungvögel haben das Nest sogar schon verlassen. Beim NABU kommt es nun zu ersten Anrufen von besorgten Naturfreunden, die vermeintliche Vogelwaisen aufgelesen haben. Doch meist trügt der Schein: Die Jungen vieler Vogelarten verlassen ihr Nest, bevor sie fliegen können. Mit den Eltern halten sie durch leise Rufe Kontakt und werden weiter gefüttert.
Gefahr im Verzug
Lediglich bei Gefahr im Verzug sollte man Jungvögel an einem geschützten Platz in der Nähe absetzen und die Situation aus der Ferne beobachten, denn nur selten sind sie tatsächlich verlassen. Erst wenn nach mehrstündiger Beobachtung kein Zweifel besteht, dass das Junge nicht mehr versorgt wird, sollte es in Obhut genommen werden. Natürlich sollte man sich auch um noch unbefiederte oder offensichtlich verletzte Jungvögel kümmern. Doch wer einen Jungvogel aufnimmt muss sich im Klaren sein, dass die Aufzucht aufwändig ist und die Vogeleltern nicht ersetzen kann. Viele Informationen zum Thema Vogelaufzucht sowie Adressen von Wildtierstationen finden sich unter http://wp.wildvogelhilfe.org/. Die beste Hilfe ist aber immer noch ein naturnahes Umfeld, in dem Jungvögel Deckung und Nahrung finden.