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  • Sa., 10. Februar 2024, 08:00 Uhr
    Fußball: Aufstiegskampf in der A-Klasse / Ataspor führt die Tabelle mit fünf Punkten Vorsprung an / SV Horchheim II und die SG Gundheim/Wethofen lauern auf Platz drei und vier

    „Meisterschaft ist das große Ziel der Mannschaft“

    Nicht nur als Spieler steht Hasan Atacan auf dem Platz. Als Co-Trainer steht er seinem Chef Muharrem Akcesme zur Seite. Foto: Felix Diehl


    Von Marcus Diehl › Wer holt sich die Meisterschaft in der A-Klasse Alzey-Worms? Welches Team wird am Ende auf dem Relegationsplatz landen? Fragen, die noch nicht beantwortet werden können, aber bei beiden ist eine Tendenz zu sehen. Tabellenführer mit fünf Punkten Vorsprung ist Ataspor Worms, die sich dreizehn Siege in 16. Spielen sicherten. Dahinter steht die SG Mauchenheim/Freimersheim. Auf Platz drei und vier lauern der SV Horchheim II und die SG Gundheim/Wethofen. Beide Vereine werden und können auch noch den Relegationsplatz im Auge haben. Der Rückstand auf den Spitzenreiter ist jedoch mit zehn und elf Punkten recht groß.

    Zweikampf um den Titel

    Ataspor macht auch keinen Hehl daraus, wo sie am Ende der Saison stehen wollen. Sportlicher Leiter Burak Celik: „Die Meisterschaft ist das große Ziel der Mannschaft.“ Schon vor der Saison wurde der Aufstieg in die Bezirksliga als Ziel auserkoren. Für den Verein kommt diese Entwicklung nicht überraschend. Wie in den letzten Jahren schon zu erkennen war, kam Ataspor doch sehr holprig in die Saison hinein. „Wir haben immer das Problem, das einige Spieler für mehrere Wochen in der Sommerzeit in Urlaub fliegen. Da haben einige Stammspieler schon gefehlt“, resümiert Celik das alljährliche schwere Hineinkommen in die Saison. Als Konkurrenten um den Titel haben Ataspor die SG Mauchenheim/Freimersheim ausgemacht. Sie rechnen mit einem Zweikampf um den Titel. „In der Liga kann jeder gegen jeden gewinnen. Wir hoffen, dass die Spieler hier auch verletzungsfrei bleiben“.

    „Müssen an Außendarstellung arbeiten“

    Die letzte Saison verlief noch etwas durchwachsen. Darauf hat Ataspor reagiert und einiges geändert. Der jetzige Vorstand ist die dritte Generation, die den Verein führt. Für sie ist ein familiäres Umfeld sehr wichtig. Das ist auch ein Teil des Erfolges. Spieler, die Unruhe in das Team bringen wollen, werden aussortiert. Bei Neuzugängen wird versucht, ein Augenmerk auf ein sportliches Weiterbringen zu legen und was noch wichtiger ist, sie sollten Disziplin zeigen. Verlassen hat Sinan Sen den Verein. Er wechselt zu Vatanspor Frankenthal. Neu hinzu kamen Emircan Kenan Ermis (ASV Nibelungen Worms) und Renato Carlos Silva (TuS Rüssingen).
    Der sportliche Erfolg ist das eine, das andere ist das Auftreten beim diesjährigen Schiedsrichterturnier. Man kommt nicht daran vorbei, es anzusprechen: Eine Aktion, die Ataspor wieder lange anhaften wird und für den Verein einen immensen Imageschaden bedeutet.
    Burak Celik: „Über die Medien und Social Media wurde viel Negatives über den Verein hineingebracht, was teilweise nicht schön war. Natürlich sind wir darüber nicht begeistert und bedauern das Ganze auch ungemein. Wir wissen, dass wir an unserer Außendarstellung arbeiten müssen.“ Inzwischen wurden die Urteile gefällt. Außer einer gewaltigen Geldstrafe werden zwei Spieler für lange Zeit gesperrt. Dazu möchte der Verein nach der Verhandlung eine Stellungnahme abgeben, in welcher er die ganze Sachlage aus seiner Sicht klarstellen will. Außerdem will der Verein zeigen, was Ataspor Worms eigentlich verbindet.

    Ansehen hat gelitten

    „Unser Ansehen hat sehr darunter gelitten. Falsche Mundpropaganda kann tödlich sein. Das finde ich sehr schade. Zu einem Streit gehören immer zwei Parteien. Das Ganze darf nicht einseitig gesehen werden“, sagt Celik und bedauert es sehr, das zwei Teams in der Rückrunde nicht antreten wollen. „Ich finde es nicht korrekt. Ich sehe es als klare Wettbewerbsverzerrung gegenüber anderen Vereinen, die mit uns um den Titel kämpfen. Ich hoffe, dass sie ihre Meinung noch einmal überdenken. Wir werden zusätzlich zu den Vorgaben vom Verband in Zukunft selbst einige Maßnahmen ergreifen, dass so etwas nicht mehr passiert.“ Von einem Nichtantreten würde am Ende nur Ataspor profitieren. Es wären geschenkte Punkte im Kampf um die Meisterschaft. Für die Verfolger SV Horchheim II und die SG Gundheim/Westhofen käme ein solches Vorgehen gegen Ataspor nicht infrage. Sie wählen für sich den sportlichen Weg. Die beiden Horchheimer Trainer Michael Denschlag und Dennis Kiefer-Hamm: „Für uns ist es ein Spiel wie jedes andere, das wir bestmöglich bestreiten wollen. Prinzipiell schauen wir nur auf uns.“ Zu dem gleichen Thema sagt Andreas Elbert, Trainer der SG Gundheim/Westhofen: „Die Vereine, die nicht antreten wollen, habe ihre Gründe. Ich bin immer für Fairness, das sollte auf und auch neben dem Platz sein.“

    Geänderte Stellschrauben funktionieren

    Mindestens im Kampf um den Relegationsplatz würde der SV Horchheim II noch gerne eingreifen. Mit dem Wissen, dass es ganz schwer werden kann. Denn für die beiden Trainer stehen Ataspor und Mauchenheim/Freimersheim zu Recht auf den ersten beiden Plätzen. Wenn sie ihre Leistungen weiter bestätigen, wird es für den SVH schwer werden, diese noch zu verdrängen. Trainer Michael Denschlag: „Unser Ziel ist erst einmal die Mannschaft weiterzuentwickeln und viele Punkte zu sammeln.“ Dennis Kiefer-Hamm, Spielertrainer: „Die Liga ist in vielen Belangen recht ausgeglichen. Dadurch kann die eine oder andere Mannschaft vielleicht noch überraschen.“ Überhaupt fällt die Bilanz über den bisherigen Saisonverlauf sehr positiv aus. Die neuen Spieler wurden super integriert, sowohl auf als auch neben dem Platz. Die Trainingseinheiten werden sehr gut angenommen. Die geänderten Stellschrauben haben funktioniert. Nur eines ärgert die beiden Coaches: Das Ausscheiden im Kreispokal. Nach einem starken Oktober mit vier gewonnenen Spielen kam ein wechselhafter November mit Erfolg und Misserfolg. „Die zwei Niederlagen waren gegen den Tabellenführer und gegen eine gut eingestellte Monsheimer Mannschaft. Niederlagen sind immer möglich in dieser Liga. Wir hoffen, sie aber so gering wie möglich zu halten“, so Denschlag. Ein Abrutschen in der Tabelle wie in der letzten Saison, sollte jetzt nicht mehr passieren. Die Voraussetzungen sehen momentan besser aus. Viele Verletzte führten damals zu einer großen Personalnot. Jetzt ist der Kader größer aufgestellt und die Mannschaft nahm eine gute Entwicklung. Ein Spieler hat dem Verein den Rücken gekehrt. Mit einem Zweitspielrecht kommt Jakob Weidenbach (TSV Rohr) hinzu.

    Stark in Saison gestartet

    Keine Veränderungen im Kader meldet die SG Gundheim/Westhofen. Eine Mannschaft, die stark in die Saison gestartet ist. Mit acht Siegen in den ersten neun Spieltage überraschte das Team von Trainer Andreas Elbert: „Zu Beginn hatten wir keine Verletzten zu verzeichnen, somit stand immer der gleiche Kader zur Verfügung. Dadurch konnten wir eine Serie hinlegen.“ Verletzte bleiben im Laufe der Saison nicht aus. Wenn dann viele wichtige Spieler länger ausfallen, ist der Grund bekannt. Für den Trainer sind die zwei ersten Plätze schon erledigt. „Ataspor wird die Meisterschaft einfahren. Wobei Mauchenheim/Freimersheim nicht zu unterschätzen sein wird.“ Genau in der richtigen Liga befindet sich seine Mannschaft. Um ein großes Wörtchen um den Aufstieg mitreden zu dürfen, fehlt es dem Trainer an mehr Stabilität und an Konstanz. „Eine Aufstiegsparty wäre zwar schön, der Kader gibt es aber noch nicht her. Überhaupt, die A-Klasse ist eine gute Liga – mit vielen Derbys, das macht doch mehr Spaß, als wenn du nach Mainz fahren musst.“ Andreas Elbert wird nach der Saison seine Tätigkeit als Trainer bei der SG beenden.
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