Antisemitismus geht uns alle an. Antisemitismus ist ein Angriff auf jüdisches Leben, aber auch stets Angriff auf die Demokratie. Dabei tritt Antisemitismus nicht nur als körperliche Gewalt in Erscheinung: auch verschwörungsideologische Welterklärungen und Drohungen gegen Juden auf offener Straße sind Zeichen einer intoleranten Haltung. Hier wird sichtbar, dass jeder Einzelne als Gesellschaft gegen solches Tun handeln und das jüdische Leben besser kennen sollte.
Der BMI (Beirat für Migration Integration) und das Interkulturelle Netzwerk Turkuaz e.V. schließen sich zusammen und bieten dem Antisemitismus gemeinsam die Stirn. „Wir gedenken der Opfer und möchten zur Aufklärung beitragen. Wir stehen zur Seite und möchten unterstützen. Im Großen wie im Kleinen“, sagt Emine Sahin, Projektmitverantwortliche. Vorsitzende des BMI, Sumera Nizami-Jeckel, bemühte sich, dass Teilnehmende aus verschiedenen Institutionen zusammenkamen. „Ich unterstütze gerne die Projektidee des Turkuaz e.V., antisemitische Ressentiments zu lindern. Auch ich bin der Ansicht, dass das wirksamste aller Mittel - die Begegnung ist. Die Kooperation mit der VHS hat wieder sehr gut funktioniert. Insgesamt 16 Geflüchtete und Migranten haben heute interessiert an der Vorrunde teilgenommen.“
Ein Projekt in drei Phasen
Die Vorrunde zur Vermittlung der historischen Basiskenntnisse erfolgte am 26. Februar in den Vereinsräumlichkeiten des Turkuaz e.V. unter Leitung von Dr. Christoph Sievers, Vorsitzender von Warmaisa e.V. in Worms. Zusammen mit den Teilnehmenden wurden über Vorkenntnisse, Erwartungen an die Besuche der jüdischen Institutionen sowie über Bedürfnisse bzw. Befürchtungen diskutiert. Als nächstes gehört der Besuch des Raschi-Museums, der Synagoge und des jüdischen Friedhofs zu den gemeinsamen Veranstaltungen. Im dritten und letzten Teil des Projektes soll die Gedenkstätte Osthofen besucht werden, wo anschließend in einem offenen Gesprächskreis die Teilnehmenden ihre Eindrücke und Gefühle schildern können. Das Projekt wird mit Fördermitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend „Demokratie leben!“ gefördert.
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