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  • Do., 02. April 2020, 13:18 Uhr
    CORONA-PANDEMIE: Helferkreis Asyl Worms e.V. fordert Geflüchtete mit Vorerkrankungen dezentral unterzubringen

    Mindestabstand einhalten ist Pflicht!

    Der Helferkreis Asyl Worms wandte sich am 18. März mit einem „Offenen Brief“ an Oberbürgermeister Kessel, die Behörden und die im Stadtrat vertretenen Parteien.

    Die ehrenamtliche Initiative mahnte, Geflüchtete mit Vorerkrankungen, also Risikopersonen umgehend dezentral unterzubringen und in den Flüchtlingsunterkünften die Hygiene nachhaltig zu verbessern. Die Gemeinschaftsräume wie Flure, Küchen, Duschen und Toiletten werden von geduldeten und asylsuchenden Flüchtlingen für 80 Cent/Stunde geputzt. Häufig gibt es Beschwerden von Bewohnern über Ungeziefer, z.B. Kakerlaken und mangelnde Sauberkeit.

    Eine Antwort von OB Kessel, den Behörden – einschließlich des Gesundheitsamtes – und den im Stadtrat vertretenen Parteien stand bisher aus.

    Nun antwortete Beigeordneter Waldemar Herder am Montag, dem 30. März, auf die Anregung vom Helferkreis Asyl Worms, eine geeignete Firma mit der professionellen Reinigung zu beauftragen: er lehnt diesen Vorschlag mit der Begründung ab, dass durch eine „Fremdfirma“ „neue Kontaktwege" geschaffen würden, die es zu vermeiden gelte.  Wie der Helferkreis mitteilt,habe sich Waldemar Herder zur entscheidenden Frage des Mindestabstandes in Sammelunterkünften nicht geäußert.

    Akute Gesundheitsgefährdung

    Der Verein betont, dass der Mindestabstand von 1,50 Metern zu anderen Bewohnernin den Wormser Flüchtlingsunterkünfte, insbesondere in Mehrbett-Zimmern, Küchen und sanitären Anlagen nicht eingehalten werden kann. Für Mitarbeiter des ASB und Bewohner besteht eine akute Gesundheitsgefährdung, die durch die mangelhaften hygienischen Verhältnisse erheblich verstärkt wird. "Sollte eine Infektion mit dem Corona-Virus auftreten, so würde die Ansteckungsgefahr nicht nur in der betroffenen Unterkunft wachsen, ein Hotspot mit Auswirkungen auf die gesamte Stadt könnte entstehen", so Angelika Wahl, Vorsitzende Helferkreis Asyl Worms e.V.

    "In Wormser Flüchtlingsunterkünften wächst die Angst unter den Bewohnern, dass es bald, wie am 1. April in einer Ludwigshafener Flüchtlingsunterkunft, zu Infektionsfällen kommen könnte und alle Bewohner für zwei Wochen unter beengten Wohnverhältnissen eingesperrt würden. Unter solchen Bedingungen sind Gewalt und Selbstgefährdung vorprogrammiert".

    Verstöße gegen Corona-Bekämpfungsverordnungen

    In einigen bundesdeutschen Städten, in denen vergleichbare Probleme in Flüchtlingsunterkünften bestehen, wurden bereits Strafanzeigen gegen die Betreiber der Unterkünfte wegen permanenter Verstöße gegen die Corona-Bekämpfungsverordnungen gestellt. In Worms denken Geflüchtete mit schweren Vorerkrankungen über einen solchen Schritt nach, wenn sie weiterhin in ihrer Sammelunterkunft bleiben müssen, heißt es in der Pressemitteilung des Helferkreises.

    Und weiter: "Wäre es nicht wünschenswert, dass die Stadt Worms ihrer Verantwortung gegenüber allen Menschen, auch gegenüber Geflüchteten nachkommt und eventuelle juristische Schritte vermeidet?"

    Der Helferkreis Asyl Worms fordert deshalb, dass die Belegungsdichte in den Wormser Flüchtlingsunterkünften umgehend reduziert wird und insbesondere Risikopersonen in den weitgehend leerstehenden Hotels und Pensionen oder im ehemaligen Krankenhaus „Hochstift“ untergebracht werden.

     

     

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