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  • Fr., 30. Juni 2017, 17:02 Uhr
    Die rheinland-pfälzische Integrationsministerin Anne Spiegel besuchte den Caritasverband Worms

    Ministerin hörte zu und machte Mut

    Die rheinland-pfälzische Integrationsministerin Anne Spiegel (Bildmitte, schwarzes T-Shirt) besuchte den Caritasverband Worms.


    Am Dienstag, dem 27. Juni 2017, informierte sich Anne Spiegel, Integrationsministerin von Rheinland-Pfalz, Anne Spiegel, über ehrenamtliche Engagement in der Migrationsarbeit des Wormser Caritasverbandes. Dabei ging es diesmal um ehrenamtlichen Frauen und Männer aus Syrien, Afghanistan, Algerien und dem Iran, die sich im Caritas-Info Café in der Kriemhildenstraße einbringen.
    In einem Kurs für junge Eltern dolmetschte an diesem Tag etwa das erste Mal eine junge Frau aus Syrien direkt zwischen der deutschen Hebamme und den arabisch sprechenden Müttern. Shaimaa Ghazal kam vor etwas mehr als zwei Jahren aus Syrien und spricht inzwischen so gut Deutsch, dass sie ihre Landsleute unterstützen kann.
    Shaimaa Ghazal gehört zu den Alltagsdolmetschern, die nach einer anspruchsvollen Ausbildung durch den Caritasverband vor kurzem ihre Abschlusszertifikate erhielten. Die Dolmetscher müssen sich nicht nur mit Fachwörtern, deutschem Sozialrecht und kulturellen Unterschieden auskennen, sondern sich auch in schwierige emotionale Situationen hineindenken können, ohne dabei die professionell nötige Distanz und Neutralität zu verlieren.
    Wie die ebenfalls vom Caritasverband ausgebildeten Kulturmittler sprechen alle Alltagsdolmetscher außer Deutsch mindestens noch eine weitere Sprache, in der Regel ihre Muttersprache. Während Kulturmittler in Gesprächskreisen zum Beispiel auf Arabisch, Somali oder Dari Menschen mit geringen Deutschkenntnissen Aspekte über das Leben in Deutschland vermitteln, um sie beim Einleben zu unterstützen, übersetzen Alltagsdolmetscher im Sozial- und Bildungswesen.

    Integration gelingt vor Ort

    „Integration gelingt vor Ort“ sagte Anne Spiegel, „in der Politik können wir nur die Rahmenbedingungen schaffen.“ Deswegen wollte sie auch wissen, was gut und was nicht so gut laufe. Sie wollte herausfinden, welche Initiativen auf kommunaler Ebene Teil einer langfristig gelingenden Integrationspolitik sein können. Deshalb hört sie sehr aufmerksam zu, als Projektleiterin Alina Giesen von der Caritas-Fachstelle für Migration und Integration gemeinsam mit den ehrenamtlichen Kulturmittlern und Alltagsdolmetschern die Arbeit vorstellt.

    Keine statische Gesellschaft

    Zentraler Ansatz der Arbeit sei, so betont Fachbereichsleiter Georg Bruckmeir: „Wir sind keine statische Gesellschaft, die „Andere“ aufnimmt! Wir verändern uns. Immer.“ Diese Veränderung gelte es aktiv mitzugestalten. Und dies wolle der Caritasverband insbesondere zugewanderten Menschen ermöglichen, die mit ihren eigenen Sprachkenntnissen und auch mit ihrer Erfahrung des „Neu-Seins“ andere unterstützen können.

    Alina Giesen weiß, welchen Schatz an Erfahrungen, Qualifikationen und Sprachkenntnissen die 14 Menschen mitbringen. Aber sie weiß auch, dass selbst das als Rüstzeug nicht reicht, um in diesem Bereich zu dolmetschen. Die besonderen Herausforderungen wurden an diesem Nachmittag in kurzen Spielszenen aus Beratungen verdeutlicht, in denen es um die Frage des Familiennachzugs geht. Der nämlich ist für syrische Flüchtlinge, die subsidiären Schutz erhalten haben, zur Zeit ausgesetzt.

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