Fr., 01. Juni 2018, 12:33 Uhr
Arbeitsministerin Bätzing-Lichtenthäler bilanziert Landesmodellprojekt „Bedarfsgemeinschaftscoaching in Worms“
Ministerrat tagte in Worms
Bei der auswärtigen Sitzung des Ministerrats beim Rheinland-Pfalz-Tag in Worms zog Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler ein erstes Resümee des Modellprojekts „Bedarfsgemeinschaftscoaching“, das im Juli 2017 in Worms startete. Es ist eines der beiden Modellprojekte, die im Vorfeld auf den zum 1. Januar 2018 flächendeckend in Rheinland-Pfalz eingeführten entsprechenden ESF-Förderansatz initiiert wurden. „In den ersten Monaten stand der Beziehungsaufbau zu den einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Vordergrund. Es wurden einzelne Problemlagen angegangen und gemeinsam bearbeitet. Vereinzelt konnten auch schon Verbesserungen bei den festgestellten Handlungsbedarfen erreicht werden. Dies ist besonders auch auf das individuelle Coaching der Teilnehmenden zurückzuführen. Laut Aussage des Trägers haben die ersten Monate der Durchführung gezeigt, dass das Projekt von den Teilnehmern als durchweg positiv wahrgenommen wird“, so Bätzing-Lichtenthäler.
Die Entwicklung des Förderansatzes des Bedarfsgemeinschaftscoachings basiert unter anderem auf den Erfahrungswerten aus den Modellprojekten im Rahmen der Westpfalzinitiative. Diese haben gezeigt, dass es aufgrund vielfältiger Problemlagen vielen Menschen oftmals über Jahre hinweg nicht gelingt, eine Beschäftigung zu finden und es für einen Teil der Zielgruppe ein noch niedrigschwelligeres Angebot braucht. „Denn wir wollen auch diejenigen fördern, die sehr weit entfernt vom Arbeitsmarkt sind und die mit den klassischen Präsenzprojekten eben nicht erreicht werden können“, erklärte die Ministerin.
Im Fokus des Förderansatzes und somit auch in dem Modellprojekt stehen Langzeitleistungsbezieher und deren Familien, bei denen auch in nächster Zeit auf Grund von Vermittlungshemmnissen nicht mit einer Integration in den ersten Arbeitsmarkt zu rechnen ist. Darüber hinaus können im Sinne eines integrativen und präventiven Ansatzes aber auch geflüchtete Menschen teilnehmen, auch wenn das Kriterium Langzeitleistungsbezug noch nicht erfüllt ist.
Gefördert wird eine Kombination aus dem ganzheitlichen Coaching der Familien und einer intensiven Einzelbetreuung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Sie sollen wieder am sozialen Leben teilnehmen und das Zusammenleben in den Familien soll gestärkt werden. Die Betreuung der Familien findet überwiegend in Form der aufsuchenden Arbeit statt.
Das Landesmodellprojekt in Worms wird durch den Träger CJD Rhein-Pfalz/Nordbaden mit insgesamt 40 Teilnehmenden durchgeführt. Für die 18-monatige Laufzeit bis Ende Dezember 2018 wurden Landesmittel in Höhe von rund 146.800 Euro bewilligt. Mit Stand 31. März 2018 haben bisher insgesamt 36 Bedarfsgemeinschaften im Projekt teilgenommen, davon 31 mit Kindern. Durch das Projekt wurden bis Ende März 66 Kinder erreicht.