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  • Fr., 19. Oktober 2018, 15:07 Uhr
    Sandra Kronauer ist als Rübenfahrerin in der Region unterwegs

    Mit 40 Tonnen durchs Gelände

    Am liebsten steuert Sandra den 40-Tonner über holprige Landwirtschaftswege.

    Von Vera Beiersdörfer  Das ganze Jahr über fiebert die Westhofenerin Sandra Kronauer der Zuckerrüben-Saison entgegen. Eigentlich arbeitet sie als Zahnarzthelferin in einer Osthofener Praxis, doch alljährlich zur Erntezeit verwandelt sich die 30-jährige zur passionierten Truckerin. „Es ist der besondere Nervenkitzel, wenn es holpert oder auch mal kniffelig wird“, schwärmt Sandra von ihrem Zweitberuf als Rübenfahrerin.


    Nachdem sie früher als Beifahrerin mit auf Tour war, kam schnell der Wunsch auf, selbst am Steuer eines 40-Tonners zu sitzen.  So ergab es sich, dass die gebürtige Mutterstädterin im Jahr 2012 Nägel mit Köpfen machte und die Führerschein- sowie die IHK-Prüfung zur gewerblichen Fachkraft für Kraftverkehr erfolgreich ablegte.


    Während der Ernte fährt sie Rüben für die TG Überrhein aus dem Einzugsgebiet Worms/Darmstadt zu Südzucker in Offstein. „Wir sind zwei Frauen mit über 100 männlichen Kollegen“, erläutert Sandra, dass es sie auch ein klein bisschen mit Stolz erfüllt, sich in einer von Männern dominierten Branche durchsetzen zu können. Ihr Ehemann  Christian fährt ebenfalls Rüben, „wir haben uns aber nicht dabei kennengelernt. Er ist für eine andere Firma auf einer anderen Route unterwegs. Schön ist es dennoch, dass wir die gleiche Leidenschaft teilen“.


    Auch ihr zweijähriger Sohn ist bereits von großen und landwirtschaftlichen Fahrzeugen hellauf begeistert – mit leuchtenden Augen präsentiert er den Bagger auf seinem Shirt. Vor der Geburt von Timo war Sandra deutschlandweit mit dem LKW unterwegs, um hiesige Kartoffeln an verschiedene Zielorte zu bringen. Fernfahrer wäre jedoch keine Option mehr für sie.


    Das Rübenfahren kann sie zum einen mit ihrer Teilzeitstelle als Zahnarzthelferin prima kombinieren und zum anderen bleibt noch genügend Zeit für die Familie, da sie nur kurze regionale Strecken zurücklegen muss. „Davon ganz abgesehen ist es ein völlig anderes Fahrgefühl das 40 Tonnen schwere Fahrzeug über holprige Feldwege oder auf einem schmalen Damm entlang zu manövrieren, immer darauf konzentriert, dass der Laster nicht kippt. Diese herausfordernde Aufgabe fehlt bei Autobahn-Touren“, schwärmt die Brummi-Fahrerin.


    Während der Rübenzeit sind die Laster der TG Überrhein in drei Schichten den ganzen Tag im Einsatz, jedoch mache sich derzeit der heiße, trockene Sommer bemerkbar und die eine oder andere Fahrt würde entfallen. „Aber die nächste, hoffentlich ertragsreiche, Saison kommt bestimmt“, lächelt Sandra und berichtet, dass das Rübenfahren für sie einer Art Sucht gleiche, „kaum sind die drei Einsatzmonate vorbei, kann ich es kaum erwarten, dass die nächste Ernte beginnt“.

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