Handball Rheinhessenliga Männer: TG Osthofen bekleckert sich beim 30:25-Heimsieg gegen den Tabellenvorletzten TuS Kirn nicht mit Ruhm
Mit angezogener Handbremse
Nicht höher gesprungen als unbedingt nötig: TGO-Spielmacher Fabian Hack führte sein Team zu einem glanzlosen 30:25-Heimsieg über den TuS Kirn. Foto: Felix Diehl
VON JÜRGEN JAAP | 15 Minuten Vollgas, 45 Minuten Leerlauf. Summa summarum ein 30:25-Heimsieg der TG Osthofen gegen TuS Kirn. Ein Pflichtsieg der ambitionierten Wonnegau-Handballer über den Tabellenvorletzten der Handball-Rheinhessenliga. Nicht mehr. Wieso sich der Vizemeister der Vorsaison gegen die sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten wacker verteidigenden Männer aus dem Landkreis Bad Kreuznach nur eine Viertelstunde richtig ins Zeug legte, blieb nicht allein TGO-Trainer Leonard Vuletic ein großes Rätsel: „Wir haben die Partie mit enormer Spielfreude begonnen, spielten Kirn an die Wand und schalteten dann zwei Gänge zurück. Für mich unerklärlich.“
TG Osthofen schaltet eilig auf Sparflamme
Dabei begann doch alles so, wie sich die gut 250 Handball-Fans dies wohl ob der klaren Favoritenrolle der Gastgeber ausgemalt hatten. Osthofen spielte seine Schnelligkeit über den flinken Spielmacher Fabian Hack, Kreisläufer Tim Kratz und Jan Keller aus dem rechten Rückraum beeindruckend aus. Immer wieder der gleiche Spielzug: Eine schnelle Ballstafette, an deren Ende Jan Keller vor der 6:0-Abwehr der Gäste kreuzte und mit seiner linken Klebe das Leder in die Maschen bugsierte. „Unwiderstehlich“, lobte Leo Vuletic. Bis zum 8:1-Zwischenstand (15.) hatte der Linkshänder bereits fünfmal getroffen. Doch dabei blieb es dann auch. „Ein paar Minuten Power-Handball mehr und Kirn hätte die Waffen gestreckt“, befand der TGO-Coach nachher. Aber es kam anders. Im Gefühl des sicheren Sieges stellte die TGO-Sieben den Schalter auf Sparflamme. Schon zur Pause hatte sich TuS Kirn deshalb auf 14:9 herangepirscht.
TGO-Tormänner bringen die zwei Punkte heim
Und auch nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild. Die Gastgeber konnten die angezogene Handbremse nicht mehr lösen. „Wir haben Kirn geradewegs zum Mitspielen eingeladen“, grantelte Leo Vuletic. Gut, auch wenn die Gäste zwischenzeitlich sogar bis auf 23:20 (49.) aufschlossen, geriet der Sieg der TG Osthofen doch nicht wirklich in Gefahr. „Was aber speziell an unseren Tormännern lag“, stellte Leo Vuletic fest. Adriano Distl und Jan-Niklas Seelig ließen sich nicht vom Schlendrian ihrer Vorderleute anstecken, parierten die Angriffe aus dem TuS-Rückraum durch Anton Domaschenko und Marco Magro-Arzt ein ums andere Mal. Osthofen brachte die Partie dank des klaren Vorsprungs aus der Anfangsphase über die Runden. Wirkliche Begeisterung entfachte die 45-minütige Kurzarbeit seiner Feldspieler bei Leo Vuletic („Wir sind gerade mal so hoch gesprungen, wie die Latte lag“) freilich keine.