
Von Vera Beiersdörfer Fünf Generationen voller Passion für den Zirkus! Diese Hingabe möchte Familie Probst und das gesamte Zirkusteam mit seinem aktuellen Programm „Leidenschaft“ an seine Zuschauer weitergeben. Circus Probst garantiert seinem Publikum einen 2,5-stündigen „Manegencocktail“ mit echtem Weltstadt-Flair.
Aus vielen Ländern der Erde und mehreren Kontinenten stammen die hochkarätigen Künstler der neuen Produktion. In dieser Inszenierung vereint Direktor Reinhard Probst (58) artenreiche, harmonische Tierdressuren und preisgekrönte Clowns mit internationalen Spitzenartisten. Manege frei für akrobatische Wunder aus China, junge Künstler mit südländischem Temperament und ganz viel Comedy. Die neue Show „Leidenschaft“ verspricht „Kultur pur“ im wahrsten Sinne des Wortes.
Tochter Stephanie ist für die Tiere verantwortlich. In Worms gastiert der Zirkus mit 26 Pferden, einigen Dromedaren, Kamelen, Zebras und einem Zebruiden, einer weltweit einmaligen Mischung aus Zebra-Stute und Shetlanpony-Hengst. Darauf angesprochen, wie sie zu Tieren im Zirkus steht, erklärt die 28-jährige Zirkusprinzessin, dass sie tagtäglich acht Stunden mit ihren Tieren verbringe. „Diese intensive Arbeit setzt ein inniges und liebevolles Verhältnis voraus. Zwischen mir und den Tieren herrscht ein enormes Maß an Einfühlungsvermögen und Respekt. Bei der Dressur der Hengste lege ich viel Wert auf den Stolz und die Natürlichkeit jedes einzelnen Pferdes. Die artgerechte Haltung aller Zirkustiere steht bei uns immer im Vordergrund“. Ihr Können im Umgang mit den Vierbeinern habe sie durch langjährige Zusammenarbeit mit dem Tierlehrer Uwe Schwichtenberg von klein auf erlernt.
Der älteste Hengst der Familie Probst ist 26 Jahre alt „Ein stolzes Alter, das er in Rente in unserem Winterquartier genießt“. Die ausschließlich männlichen Pferde bezieht der Zirkus von dem Gestüt Ismer aus Ströhen. Die Exoten stammen ursprünglich aus verschiedenen Tierparks und Zoos, der Nachwuchs ist komplett im Circus Probst geboren und aufgewachsen. „In Kürze erwarten wir ein weiteres Zebrafohlen. Wer weiß, vielleicht erblickt das Jungtier ja noch während unseres Gastspiels in Worms das Licht der Welt“, berichtet Sonja Probst. Die ältere der beiden Probst-Schwestern hilft den Eltern im Büro und bei der Pressearbeit. Nach ihrem tragischen Sturz aus neun Metern Höhe im Jahr 1999 kann sie nicht mehr als Luftakrobatin auftreten. „Ich lag vier Wochen im Koma und musste 29 Operationen über mich ergehen lassen“. Bei einer Pilgerfahrt von Zirkusleuten 2012 wurde die Direktorentochter ausgewählt, um während der Audienz vor Papst Benedikt XVI. über ihr schlimmes Schicksal zu berichten.
Der 1.400 Zuschauer fassende – je nach Wetterlage gut temperierte – nagelneue Zeltbau, die langen Stallzelte mit ihren großräumigen Tiergehegen sowie der umfangreiche Wagenpark verlangen Zeltmeister und Fahrzeugchef regelrechte Maßarbeit ab, wenn diese kleine Stadt auf Rädern von März bis November in verschiedenen deutschen Städten Station macht. Vom Donnerstag, dem 5., bis Sonntag, dem 8. November, gastiert Circus Probst nun auf dem Wormser Festplatz. Die Vorstellungen sind Freitag und Samstag um 16 und 19.30 Uhr; Donnerstag ist Familientag, dann wird die Manege um 17 Uhr geöffnet und der Eintritt kostet 10 Euro für alle Zuschauer ab drei Jahren. Am Sonntag finden die Vorstellungen um 11 und um 16 Uhr statt.
Beitrag aus der Rubrik