Oberbürgermeister Michael Kissel will bis 2027 Stadtchef bleiben / Hohe Motivation für dritte Amtszeit in Folge / Wahltermin noch offen
Mit großer Leidenschaft und vollem Einsatz
Oberbürgermeister Michael Kissel gab am Donnerstag seine erneute Kandidatur für das höchste Amt der Stadt bekannt und will bis 2027 Stadtchef von Worms bleiben. Von links: Leon Giegerich, Timo Horst, Maria Unterschütz, Michael Kissel, Alfred Haag, Jens Guth. Foto: Steffen Heumann
VON STEFFEN HEUMANN Nach 2003 und 20011 will Michael Kissel auch 2018 für das Amt des Wormser Oberbürgermeisters gewählt werden. Damit tritt Kissel zum dritten Mal an, um auch in der Legislaturperiode von 2019 bis 2027 Stadtchef zu bleiben. Über für sein Vorhaben informierte Michael Kissel am Donnerstagmorgen im Rahmen eines Pressegesprächs. Ein genauer Wahltermin steht noch nicht fest. Laut Satzung ist ein Zeitpunkt zwischen 3 und 9 Monaten vor Ende der Amtszeit denkbar. Der Ältestenrat der Stadt, Stadtrat und die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion beschließen den exakten Zeitpunkt. Ob weitere Kandidaten zur Wahl antreten, ist ebenfalls offen.
Wie Michael Kissel erklärte, kann er parteiintern auf eine breite Unterstützung verweisen. An der Entscheidung, weitere 8 Jahre im Amt zu bleiben, habe er nie gezweifelt. Die letzte Hürde sei nach den Ergebnissen eines gesundheitlichen Checkups gefallen, so der 62-jährige. „Mit großer Leidenschaft und vollem Einsatz möchte ich weiterhin diese vielfältige und anspruchsvolle Aufgabe übernehmen”, erklärte Kissel. Ziele seien das „Wir-Gefühl” der Wormser zu stärken sowie die Lebensqualität zu erhöhen und die Zukunftsfähigkeit der Stadt zu sichern. „Worms wächst qualitativ und quantitativ”, ergänzte der OB, dass er bei der Realisierung der Vorhaben auf viele tüchtige Akteure und das Engagement zahreicher ehrenamtlicher Helfer zurückgreifen könne.
Kontinuität, Sicherheit, Verlässlichkeit
Die nächste Stufe der Verwaltungsmodernisierung steht an. Mehr Effizienz, die Digitalisierung hin zum E-Government oder auch die Haushaltskonsolidierung seien spannende Prozesse, die Michael Kissel parallel mit der Sanierung der Schulen, einer Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes, der Industrialisierung 4.0 und der Optimierung der Verkehrsinfrastruktur weiterhin als „Chefsache” betrachtet. Mit der entsprechenden Kontinuität, Sicherheit wie auch Verlässlichkeit gelte es Großprojekte wie den Neuhauser Tunnel, die Tiefgarage Ludwigsplatz, die Verlegung der Hauptfeuerwache auf das Salamandergelände oder die Sanierung von Schloss Herrnsheim und die geplante Hotelansiedlung auf den Weg zu bringen. „Das erfordert eine sichere Hand”, verwies Kissel zudem auf die Weiterentwicklung des Nibelungen-Centers, den Standort Hochstift und nicht zuletzt den Masterplan Wohnen.
Begleitend hierzu sei es sein Anspruch, den sozialen Frieden und Zusammenhalt zu erhalten und die Integration von Menschen mit Bleibeperspektive zu fördern. Weiterhin richte sich der Fokus auf die Gesundheitsvorsorge wie pflegerische Versorgung und den Bereich Kultur und Geschichte. Kissel hofft dabei auf eine mögliche Förderung aus Bundesmitteln für die Nibelungen-Festspiele und setzt auf den UNESCO-Welterbeantrag der SCHUM-Städte, das Lutherjahr 2021 oder auch den Rheinland-Pfalz-Tag 2018 als Impulsgeber für eine Imageentwicklung der Stadt.
Stadt fit für die Zukunft machen
Die Bewältigung der Herausforderungen sei nicht im Alleingang möglich. „Die Aufgabe, die Stadt fit für die Zukunft zu machen, bereitet mir aber große Freude”, betonte Kissel. Gedanklich sei er rund um die im Einsatz. Manchmal sei auch die Natur eines Nashorns erforderlich, gesteht Michael Kissel, der nicht nachlassen möchte, um besser zu werden. „Wir streiten um den besten Weg, auch parteiintern”, sieht sich der Oberbürgermeister auch als Vermittler, der allerdings entgegen mancher Auffassung an Recht und Gesetz gebunden und in seinem eigenen ermessen stark gebunden sei. Die Sorgen und Ängste seiner Bürger nehme er immer ernst, unterstrich Michael Kissel, dass ihm auch in einer dritten Amtszeit nicht vor Konfliktthemen bange sei.
SPD-Stimmen zur erneuten OB-Kandidatur von Michael Kissel:
MdL Jens Guth: „Es ist ein sinnvoller Zeitpunkt jetzt über die Kandidatur zu entscheiden. Wenn der Amtsinhaber erneut kandidiert, stellt sich innerhalb der Partei nicht mehr die Frage nach anderen möglichen Kandidaten. Um geeignete Kandidaten in den eigenen Reihen für eine Nachfolge 2027 muss man sich keine Sorgen machen. Hier ist die SPD gut aufgestellt.”
Leon Giegerich (SPD-Geschäftsführer im Unterbezirk): „Ein starker OB und eine vertraute Kraft. Michael Kissel trifft Entscheidungen für den Bürger und nicht für die Partei. Er kann aber auf einen großen Rückhalt in der SPD vertrauen”.
Maria Unterschütz (SPD-Unterbezirksvorsitzende): „Die Basis steht hinter Michael Kissel und wird für ihn auch auf der Straße einen engagierten Wahlkampf führen”.
Timo Horst (SPD-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat): „Wirtschaftsstärke ist notwendig, um soziale Projekte zu realisieren. Michael Kissel ist ein stabiler Partner im Rathaus, der eine kluge Wirtschaftspolitik vor Ort betreibt und der richtige Mann ist, um die zentralen Themen der Stadt, wie den sozialen Wohnungsbau, voranzubringen. Nicht nur in diesem Bereich sind Veränderungen zum positiven bereits sichtbar und spürbar.”
Alfred Haag (Sitzältestes Stadtratsmitglied, SPD): „Ob Kuhfuß, Neuß oder Fischer, Michael Kissel ist als Oberbürgermeister nicht zu übertreffen, was seinen Vorwärtsdrang betrifft. Das strahlt auch in die Stadtteile aus. Kitas, Schulen, Umstrukturierung von EWR oder der Sparkasse, es tut sich viel. Mein einziger Wermutstropfen ist nur das Scheitern vom Gewerbegebiet „Am Hohen Stein”. Das hat mich tief berührt und hätte Arbeitsplätze gebracht, zumal kaum noch freie Flächen verfügbar sind”.
Info: Bei der letzten OB-Wahl am 27. März 2011 bekam keiner der Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Worms mehr als 50% der Stimmen. Bei der Stichwahl am 10. April erhielt Michael Kissel 52,95 % der Stimmen. Auf Herausforderer Dr. Klaus Karlin (CDU) entfielen 47,05 % der Stimmen.
Mehr Infos:
Oberbürgermeister Michael Kissel
Geboren am 15. Januar 1955 in Worms
Wormser Stadtchef seit 2003
Beruflicher Werdegang
Michael Kissel besuchte nach der Grundschule die Diesterweg-Hauptschule in Worms, welche er 1970 mit der mittleren Reife abschloss. Danach begann er seine Verwaltungsausbildung bei der Stadtverwaltung Worms. Im Anschluss daran arbeitete er dort als Sachbearbeiter. Mit seinem Aufstieg in die gehobene Beamtenlaufbahn (1976) wurde er zunächst Abteilungsleiter, später Amtsleiter für Umweltschutz und Landwirtschaft. 1987 besuchte er die Verwaltungsakademie Mainz und erreichte letztlich die höhere Beamtenlaufbahn.
Nach seinem Wechsel zur Landesregierung Rheinland-Pfalz (1991) kam er als Leiter des Ministerbüros Mainz zum Ministerium für Bundesangelegenheiten und Europa. Ein Jahr später arbeitete er in der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz.
Politik
1992 - Bürgermeister der Verbandsgemeinde Monsheim (bis 2003)
1996 - Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Wasserversorgung für das Seebachgebiet Osthofen
1997 - Verbandsvorsteher des Abwasserzweckverbandes Mittleres Pfrimmtal
2003 - Oberbürgermeister der Stadt Worms
Mitglied im Hauptausschuss des Deutschen Städtetags
2013 Wahl zum Vorsitzenden des Städtetags Rheinland-Pfalz
Ehrenamt
Bis zu seiner Wahl zum Oberbürgermeister war Michael Kissel Kreisverbandsvorsitzender des Arbeiter-Samariter-Bundes in Worms.
Schirmherrschaft über das Projekt „Worms hilft” nach der Tsunami-Flutkatastrophe 2004 für die Wiederaufbauhilfe in Sri Lanka.