Talente im Nibelungenland: 17-jähriger „Jungdrache“ Jonas Beyer mischt schon kräftig beim Männerteam des Handball-Oberligisten HSG Worms mit
Mit Herz und Hand
Das 17-jährige Handball-Talent Jonas Beyer schnupperte in der Saison 2018/2019 bereits achtmal „Oberliga-Luft“ im Herrenteam der HSG Worms. Kommende Saison sollen zu den dabei bisher sieben erzielten Toren viele weitere Treffer des flinken Rechtsaußen hinzukommen. Foto: Felix Diehl
Von Jürgen Jaap | 2007 war’s. Deutschland spielte die Handball-Weltmeisterschaft in heimischen Gefilden. Ein Wintermärchen wurde geschrieben. Nicht etwa als eine Reminiszenz an „Deutschland. Ein Wintermärchen“, das satirische Versepos des deutschen Dichters Heinrich Heine, sondern als der sportliche Höhepunkt des Jahres 2007. Deutschland wurde mit einem 29:24-Finalsieg über Polen Weltmeister. Das war zugleich der Startpunkt für die sportliche Handball-Karriere eines damals gerade einmal fünfjährigen Buben aus Horchheim. „Am Fernseher habe ich mitgefiebert und wollte dann unbedingt selbst Handball spielen“, sagt der heute 17-jährige Jonas Beyer.
Jonas Beyer hat klare Ziele für die Karriere als Handballer
Bei der SG Eintracht Herrnsheim startete Jonas Beyer unter Trainer Hans-Werner Kissel bei den Minis durch. Von seinem Opa Herbert Beyer wurde Jonas „gesteckt“, was der Trainer über ihn sagte: „Aus dem Jungen könnte was werden!“ Es wurde was draus. Elf Jahre und alle einzelnen Stationen bei den Jugend-Teams der HSG Worms von den Minis bis in die A-Jugend liegen zwischen dem Daumendrücken am Fernseher für Deutschland und dem erstmaligen Auflaufen im Oberliga-Team der Handball-Herren der Wormser Drachen. Anfang Dezember 2018 war das in der Oberliga-Partie gegen TV Offenbach. Schon zwei Wochen später folgte nach dem ersten Einsatz das erste Oberliga-Tor bei den Sportfreunden Budenheim. „Das war der zweite Punkt auf meiner To-do-Liste“, betont Jonas Beyer. Erstens also: ein Einsatz im Oberliga-Team der HSG Worms. Zweitens: ein Oberliga-Tor. Und drittens? „Viele Einsatz-Minuten bekommen.“
Ob seiner enormen Grundschnelligkeit blitzschnell am gegnerischen Wurfkreis: Jonas Beyer ist speziell bei Tempo-Gegenstößen jederzeit für Tore gut. Foto: Felix Diehl
Das wäre dann die Zielvorgabe für die kommende Saison 2019/2020, in der Jonas Beyer auf Rechtsaußen eine „gute Option“ für den HSG-Cheftrainer Marco Tremmel sein kann. Wieso sein A-Jugend-Coach Stefan Wegerle den schnellen Linkshänder als Co-Trainer der HSG-Herrenmannschaft seinem Chef ans Herz legte, liegt auf der Hand und erklärt Jonas’ Opa und Förderer Herbert Beyer, der als größter Fan kein Training oder Spiel seines Enkels versäumt, wie folgt: „Jonas ist schnell, besitzt als Linkshänder viele Vorteile und er hat enormen Spaß am Handball.“ Genauer könnte man die Spielweise des jungen Handballers, der als Vorbild den aktuellen deutschen Nationalspieler Patrick Groetzki vom Bundesliga-Spitzenteam der Rhein-Neckar Löwen angibt, kaum umreißen.
Handball-Herz von Jonas Beyer schlägt für HSG Worms
Apropos Jonas Beyer und schnell: Sehr schnell schaute der Youngster, der gerade die 12. Klasse des Rudi-Stephan-Gymnasiums besucht, lieber die Handball-Spiele der HSG Worms an, als Handball im TV zu gucken. „Ich versäumte schon mit sieben Jahren kein Spiel, war zum ersten Mal mit acht Jahren als Wischer bei den Spielen der Herren aktiv“, kann sich Jonas noch ziemlich genau an seine ersten Auftritte bei den Matches der Wormser Drachen erinnern. In der abgelaufenen Saison brachte es der schlanke und flinke Rechtsaußen bei acht Oberliga-Partien auf sieben Treffer. Geprägt wurde der „Jungdrache“ vom Opa und den HSG-Trainern Hans-Werner Kissel, Susanne Augst, Tobias Feil, Mathias Obenauer, Christian Feil, Felix Schremser und Stefan Wegerle. Nun steht unter Oberliga-Coach Marco Tremmel der nächste Schritt auf der Karriere-Leiter von Jonas Beyer an. Vielleicht erlebt Jonas Beyer ja dann sein ganz persönliches Wintermärchen.