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  • Do., 13. Februar 2014, 10:16 Uhr
    Wormser Arbeitsagentur zieht positive Bilanz des neuen Beratungsangebots der internen ganzheitlichen Integrationsberatung

    Mit „Inga“ beruflich wieder Fuß fassen

    Archivfoto: Robert Lehr


    Der Verlust des Arbeitsplatzes löst bei den meisten Betroffenen große Sorgen und Ängste aus. Wer zudem mit familiären oder gesundheitlichen Problemen, mit Schulden oder Suchtproblemen zu kämpfen hat, kann leicht in ein tiefes Loch fallen. Das Bemühen um einen neuen Arbeitsplatz wird dann zwangsläufig in den Hintergrund gedrängt. Aber auch zeitliche Einschränkungen durch Kinderbetreuung oder die Pflege von Angehörigen, eine fehlende Ausbildung, ein fortgeschrittenes Lebensalter oder negative Erfahrungen wie Mobbing am letzten Arbeitsplatz können der Aufnahme einer neuen Beschäftigung im Wege stehen.

    Erfolgreiche Rückkehr in den Beruf ermöglichen
    Bei der Agentur für Arbeit in Worms hat man bereits seit einiger Zeit erkannt, dass für diese Personen flexible und langfristige Strategien entwickelt werden müssen, um ihnen eine erfolgreiche Rückkehr in den Beruf zu ermöglichen. Seit knapp zwei Jahren gibt es deshalb bei der Wormser Arbeitsagentur die so genannte interne ganzheitliche Integrationsberatung, kurz „Inga“. Bewusst wurde für dieses Projekt kein externer Bildungsträger beauftragt. Stattdessen werden Gruppenseminare durch die Beratungsfachkräfte selbst durchgeführt. Die Beratungsfachkräfte durchlaufen eine spezielle Zertifizierungsmaßnahme mit über 200 Unterrichtseinheiten. Sie vertiefen darin ihr Wissen z.B. in der professionelle Durchführung von Gruppenveranstaltungen, Bewerbungsmanagement, Wege der Personalrekrutierung auf Arbeitgeberseite und tauschen Erfahrungen mit anderen Beratungsfachkräften zu komplexen Sachverhalten aus.

    „Wir sind nicht besser als unsere Kolleginnen und Kollegen in der Vermittlung, aber wir haben die besseren Rahmenbedingungen“, erläutert Teamleiterin Christine Kalisch das Konzept von „Inga“. „Bei uns betreut ein Integrationsberater zwischen 65 und maximal 80 Personen, in der regulären Arbeitsvermittlung sind es bis zu 250. Das heißt, wir können es uns leisten, noch intensiver auf die individuellen Bedarfslagen einzugehen.“ Und das ist auch nötig. Wer zu „Inga“ kommt, bei dem hat der Vermittler zuvor einen Bedarf an intensiver persönlicher Beratung festgestellt, sei es aufgrund persönlicher Problemlagen oder weil die künftige berufliche Perspektive einer besonderen Klärung bedarf. 

     Inga-Kunden stehen die Berater bei vielen Anlässen hilfreich zur Seite
    Den Inga-Kunden stehen die Berater bei vielen Anlässen hilfreich zur Seite, egal, ob es sich dabei um die Aufbereitung von Bewerbungsunterlagen, das Simulieren und Üben von Vorstellungsgesprächen oder die Begleitung zu anderen Behörden bzw. zu einem Vorstellungsgespräch handelt. Und sie stehen für schnelle Kontaktaufnahme und ausführliche Einzelgespräche  zur Verfügung, auch unabhängig von Sprechzeiten und Terminen, denn die Integrationsberaterinnen und Integrationsberater sind für ihre Kunden direkt erreichbar. Wertschätzung, so die Teamleitern, sei einer der wichtigsten Begriffe in der praktischen Ausführung des Konzeptes von „Inga“. „Wir haben es sehr häufig mit Menschen zu tun, die enttäuscht sind und die resigniert haben.“ Neue Perspektiven aufzeigen, Hilfe zur Selbsthilfe leisten, die eigenen Stärken erkennen und die Jobsuche auf den richtigen Bereich fokussieren, sind dann die wichtigsten Schritte, damit die Betroffenen mittelfristig auch im Berufsleben wieder Fuß fassen können.“

    Wie lange der Weg dahin dauert, ist sehr unterschiedlich. „In einigen Fällen, wenn sich z.B. jemand seit dreißig Jahren nicht mehr beworben hat und lediglich eine Anleitung braucht, wie er sich im Bewerbungsverfahren  gut positionieren kann, klappt die Vermittlung in Arbeit bereits nach wenigen Wochen“, so Kalisch. „Inga“ war in 2012 als Modellprojekt gestartet und ist inzwischen fester Bestandteil der Vermittlungsdienstleitungen der Arbeitsagentur. Der Erfolg der Maßnahme hat im letzten Jahr sogar die selbstgesteckten Erwartungen übertroffen. 

    Über 800 Personen integriert
    So hatte man sich für 2013 vorgenommen, etwa 500 Personen über „Inga“ in den Arbeitsmarkt zu integrieren, tatsächlich waren es am Ende des Jahres 828. Die Betroffenen selbst stellen den einzelnen Angeboten von Inga in der Regel ein sehr gutes Zeugnis aus. „Ich hatte ein ödes Seminar erwartet und habe ein sehr erfrischendes, offenes und menschliches Seminar erfahren“, lautet eine von vielen positiven Rückmeldungen. „Die vielen Worte der Anerkennung und des Dankes, die wir von den Menschen bekommen, die wir unterstützen, sind eine wunderbare Bestätigung unserer Arbeit“, so Kalisch.

    Positive Bilanz als Ansporn
    Die positive Bilanz der vergangenen zwei Jahre ist für die Teamleiterin Ansporn, das Engagement für diesen Personenkreis in 2014 weiter zu verstärken. „Wir investieren viel Personal und auch viel persönliches Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dieses Projekt. Die Investition lohnt sich aber nicht nur aus menschlichen, sondern langfristig auch aus wirtschaftlichen Gründen.“

     

     

     

     

     

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