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Mo., 15. Mai 2023, 12:13 Uhr
TENNIS: TC Alsheim bezwingt SG Sprendlingen in der Herren 40 Rheinhessenliga / Jugenheim nach spannender und wechselhafter Partie knapp mit 5:4 (12:8)
Mit Krimi zum perfekten Saisonstart
Carsten Wedel trumpfte mit seiner einhändigen Rückhand im Einzel gegen Michael Kunz groß auf. Der technisch versierte Alsheimer kam so zu einem souveränen 6:1, 6:1-Sieg über die Nummer drei der SG Sprendlingen / Jugenheim. Foto: Marcus Diehl
Von Jürgen Jaap › Die Medenspiele, so heißen die Mannschafts-Saisonspiele im Tennis der Jugend und Erwachsenen in Deutschland, sind alljährlich die Sommer-Highlights der Tennisclubs. 2023 finden die Medenspiele „nach Corona“ wieder mit komplett voll besetzten Spielklassen statt. Es geht erneut um Aufstieg oder Klassenerhalt. Der NK lässt die gelben oder grünen Filzkugeln in seiner Serie „Spiel, Satz und Sieg im Nibelungenland“ über die Tennisnetze der Region fliegen. Werfen wir dazu einen Blick in die Rheinhessenliga der Herren 40. TC Alsheim geht bereits in seine fünfte Spielzeit in der höchsten rheinhessischen Spielklasse. Im ersten Heimspiel 2023 wurde mit einem dramatischen 5:4-Sieg über SG Sprendlingen / Jugenheim nach dem 7:2-Erfolg zum Saisonauftakt bei der SG Gensingen / Rotamint Bingen 2 bereits die Basis für das Erreichen des Saisonziels Nummer eins gelegt werden: der sichere Klassenerhalt der Rheinhessenliga.
Spiel, Satz und Sieg im Nibelungenland
So spannend kann ein Tennis-Medenspiel verlaufen. Erst sind die Männer des TC Alsheim obenauf. Dann zeigt die SG Sprendlingen / Jugenheim wieder Flagge. Mehrere Schauer sorgen dazu für ein Hin und Her auf den drei roten Sandplätzen. Am Ende weht das Banner der Gastgeber nach einem 5:4-Erfolg über der schönen Tennisanlage des TC Alsheim mit der wärmenden Mai-Sonne um die Wette. „Wir wollen nur die Rheinhessenliga halten“, hatte Joachim Storf seinen fünf Mannen als Parole für die Einzel auf den Weg mitgegeben. Der Teamchef des TC Alsheim selbst konnte es sich erst einmal gemütlich machen, brachten die Gäste doch nur fünf Tenniscracks mit nach Alsheim. Einen Mannschaftspunkt gab’s also gratis, den Joachim Storf für sich auf dem Ergebnisbogen kampflos verbuchen durfte.
Scheffel und Wedel punkten ungefährdet
Richtig rasant ging’s derweil im Match der Spitzenspieler beider Teams zur Sache. Die harten Aufschläge von Marcel Scheffel, dessen krachende Vorhand, der Vorwärtsdrang und das Serve-and-Volley-Spiel der Alsheimer Nummer eins passen prima zum schnellen Spiel von der Grundlinie des Marcus Nett auf der anderen Seite des Netzes. Immer wieder Szenenapplaus, wenn Marcel Scheffel eine Vorhand-Rakete longline die Linie entlang rauschen lässt, oder einen Volley sanft hinter das Netz legt. Der angriffslustige Alsheimer hat das Match im Griff, siegt 6:2 und 6:3. Ähnlich stark trumpft einige Meter weiter Carsten Wedel in der Partie gegen Michael Kunz auf. Die technisch brillante einhändige Rückhand des hoch aufgeschossenen Alsheimers drückt dem Match den Stempel auf. Winner über Winner erzielt damit Carsten Wedel – und als logische Konsequenz einen lockeren 6:1, 6:1-Erfolg.
Knieverletzung von Kai Rohrscheidt
3:0 für Alsheim, alles entschieden also? Von wegen! Zunächst hilft den Gästen ein Umstand, den kein Sportler jemals gerne für sich in Anspruch nimmt. 4:3 steht es zwischen Kai Rohrscheidt und Bastian Nauroth im Duell der Fünfer beider Teams im ersten Durchgang, als Kai bei einem Schlag von der Grundlinie ein Schmerz ins Kniegelenk zieht. „So gut hab’ ich lange die Kugel nicht getroffen, dann sowas“, greift sich der Mann mit den knallharten Schlägen auf Vorhand wie Rückhand tief enttäuscht an die lädierte Stelle. Es geht nicht weiter. Erster Punkt für Sprendlingen / Jugenheim.
Gäste gleichen zum 3:3 aus
„Das gibt ein prima Spiel zweier technisch starker Spieler“, kündigte indes Marcel Scheffel die Partie zwischen seinem Teamkollegen Andreas Ambos und Markus Felchner an. Einhändige Rückhand von Ambos versus prima getimter und lang gezogener Slice von Felchner. Welcher Schlag würde das Rennen machen? Felchner hatte beim spannendsten und besten Spiel des Tages mit 10:8 im Champions-Tiebreak hauchdünn das Racket vorne. Ein Racket, das bei Daniel Münk am Ende des ersten Satzes über den Zaun flog. Hin und her ging es zuvor. Erst lag der Alsheimer Münk vorne, dann schnappte sich Axel Gibmeier vier Spiele am Stück. Münk geht erneut 5:4 in Führung, um dann doch noch zu verlieren. Zum Haare raufen und Schläger werfen. Die Gäste hatten auf 3:3 gestellt.
Ambos / Storf machen TCA-Sieg klar
Rein in die Doppel. Wieder gibt’s ob Unterzahl der Gäste einen Punkt umsonst für Alsheim. Und wieder gleicht das nervenstarke Duo Nett / Felchner für die SG Sprendlingen / Jugenheim mit einem 10:8 im Champions-Tiebreak aus. Alles hängt nun an Andreas Ambos und TCA-Kapitän Joachim Storf im Zweier-Doppel. Ob’s daran lag, dass Ambos seine knappe Einzel-Niederlage wettmachen wollte, oder Storf ausgeruht zur Sache ging, sei dahingestellt. Jedenfalls schnappten sich die Alsheimer das entscheidende Match mit 6:4 und 6:2 zum 5:4-Erfolg. Der TC Alsheim darf nach zwei Spieltagen der Sommerrunde 2023 fast schon für ein sechstes Jahr im rheinhessischen Oberhaus planen. Denn laut Joachim Storf „ist an einen Aufstieg nicht zu denken, dafür ist TSV Schott Mainz ganz einfach viel zu stark“.
Tennis – Herren 40 Rheinhessenliga
TC Alsheim – SG Sprendlingen / Jugenheim 5:4 (12:8 Sätze)
Einzel:
1: Marcel Scheffel vs. Marcus Nett 6:2 | 6:3;
2: Andreas Ambos vs. Markus Felchner 4:6 | 6:2 | 8:10;
3: Carsten Wedel vs. Michael Kunz 6:1 | 6:1;
4: Daniel Münk vs. Axel Gibmeier 5:7 | 2:6;
5: Kai Rohrscheidt vs. Bastian Nauroth 4:6 | 0:6, Aufgabe Rohrscheidt bei 4:3 wegen Verletzung;
6: Joachim Storf w.o. (Walkover) 6:0 | 6:0.
Doppel:
1: Scheffel / Wedel vs. Nett / Felchner 4:6 | 6:2 | 8:10;
2: Ambos / Storf vs. Gibmeier / Nauroth 6:4 | 6:2;
3: Ronnie Jankowski / Brian Monroe w.o. (Walkover) 6:0 | 6:0.