In der Roboter AG sollen Schüler sollen an technische Sachverhalte herangeführt werden und dabei Sprachkenntnisse erwerben
Mit Lego-Robotern Sprachbarrieren abbauen
OB Kissel (Mitte, sitzend) besucht die Projektgruppe „LIVE-TEC“ an der Staudinger Grundschule.
„Wir haben den Fuchs so programmiert, dass er fahren kann. Im nächsten Schritt soll er auch noch Trinkgeräusche machen“, berichtet Claire begeistert. Sie ist eine von sechs Schülern aus vier Nationen der Klasse 4a der Staudinger Grundschule, die an dem Projekt „LIVE- TEC“ teilnimmt.
Um sowohl einen erweiternden deutschen Sprachwortschatz mit Technikbezug zu vermitteln, als auch das mathematisch- technisches Verständnis zu stärken und auszubauen, wurde zusammen mit dem Verein Integration durch Bildung Worms (InBIWo) auf Initiative und Anregung von der städtischen Integrationsbeauftragen Sabine Müller dieses neue Projekt ins Leben gerufen. Nicht nur Claire ist Feuer und Flamme, auch die anderen fünf Kinder sind von ihren Lego-Robotern, die sie in dem Projekt selbst zusammenbauen und programmieren, vollkommen angetan. Während sich Oberbürgermeister Michael Kissel mit Dr. Hans-Michael Huck vom Verein InBIWo und Annette Mayer-Möbius von der Wormser Hochschule mit Sabine Müller und Klassenlehrerin Katrin Knapp über das Projekt austauscht, lassen sich die Kleinen nicht aus der Ruhe bringen und versuchen weiter, ihre kleinen Roboter zu optimieren.
Für ihre Teilnahme in der „FIRST LEGO LEAGUE“ unter dem Motto „Creature craze“ haben sie eine konkrete Aufgabenstellung erhalten. Im Zentrum steht für die Schüler der Staudinger Schule eine kleine Roboter-Biene, die die Lego League vorgegeben hat. Um die Biene herum haben die Kinder eine Landschaft aus Legosteinen entworfen und – als großen Höhepunkt - einen Fuchs, der sich am Honig der Biene laben möchte. Für diese Idee und Umsetzung haben die Wormser Schüler beim Vorentscheid der First Lego League in Rockenhausen einen Preis erhalten und dürfen nun zum Bundeswettbewerb nach Regensburg fahren.
Berufliche Vororientierung und Spracherwerb
„Das Projekt fördert die berufliche Vororientierung kombiniert mit der Fähigkeit, sich sprachlich zu artikulieren“, lobt OB Kissel die Idee hinter „LIVE-TEC“. Und bei den Kindern kommt das spielerische Lernen richtig gut an – so gut, dass Lehrerin Katrin Knapp nach dem Wettbewerb in Regensburg eine entsprechende AG an der Staudinger Grundschule anbieten möchte. „Ich könnte mir vorstellen, zwei AGs mit mindestens jeweils zehn Kindern zu bilden“, berichtete sie. Einzig bei den finanziellen Mitteln stößt das Projekt an seine Grenzen – denn die Schule benötigt nicht nur die Lego-Steine, die Eltern schon fleißig gespendet haben, sondern auch iPads, mit denen die Roboter programmiert werden können. Daran hat Alex, der einzige Junge in der Gruppe, am meisten Spaß. „Aber die Mädchen helfen mir dabei“, versichert er.
Unterstützt werden die Kinder nicht nur von ihrer Klassenlehrerin, sondern auch von Studierenden der Hochschule. Um nun auch eine AG zu ermöglichen, hat OB Kissel 3.500 Euro aus seinem Spendenfonds zugesichert. „Wir möchten noch mehr Kindern die Möglichkeit geben, sich an dem Projekt zu beteiligen, denn an einer Schule wie der Staudinger Grundschule mit einem Migrationsanteil von 75 Prozent sind solche Sprachförder- und Berufsorientierungsprogramme von großer Bedeutung“, betonte der Stadtchef.