
Von Marcus Diehl › Der Blick auf die Tabelle zeigt das genaue Dilemma der TSG Pfeddersheim in dieser Saison. Die große, angepriesene Offensivreihe scheint nur ein laues Lüftchen zu sein. Nur der TuS Rüssingen hat als Schlusslicht der Tabelle weniger Tore erzielt als die TSG. In 19 Partien wurde ganze 22 mal getroffen. In den letzten sieben Spielen setzte das Team den Ball nur fünf Mal in den Kasten.
Da ist es kein Wunder, dass die Heimpartie gegen den FSV Offenbach am Samstag mit 0:1(0:0) verloren wurde. Die Defensivprobleme konnte Trainer Marco Streker zwar in den Griff bekommen, die Schwäche im Abschluss aber noch nicht. Vielleicht sollte er selbst wieder die Schuhe anziehen, denn in seiner aktiven Zeit glänzte er als Torschütze.
Bis zum Strafraum lief der Ball sehr ansehnlich durch die eigenen Reihen, dann aber ist es mit der Herrlichkeit vorbei. „Wir erspielen uns viele Chancen, nur verwerten wird sie nicht“, resümierte der Coach. Dabei kam zum fehlenden Glück noch Unvermögen hinzu. In der sechsten Minute hätte Nico Najda das Tor machen müssen. Aus wenigen Metern ging aber der Ball über das Tor. Keiner traute sich, das Ding einfach mal auf den „Rahmen“ zu nehmen und im Strafraum den Abschluss zu suchen. Viele freie Bälle werden einfach weitergereicht, kein Spieler wollte Verantwortung übernehmen. Wenn einer dann noch in einer aussichtsreichen Situation stand, kamen einfache Fehler in Ballannahme oder falscher Schusshaltung zum Vorschein.
Die erste Hälfte verlief noch recht ausgeglichen. Die Gäste hatten zwei gute Gelegenheiten, währenddessen die TSG den gegnerischen Torhüter nur einmal zu einer Glanztat zwingen konnte. Mit dem ersten Angriff der zweiten Hälfte kam Offenbach zum entscheidenden Treffer. Einen gelungenen Spielzug veredelte Max Messerschmitt zur Führung. Es folgte eine starke Dominanz der TSG. In Sachen Einsatz und Willen konnte der Mannschaft kein Vorwurf gemacht werden – aber eben nur bis zum Strafraum. Bei zwei Lattentreffern hatte die TSG noch dazu das Pech gepachtet, ein letztes Mal in der Nachspielzeit.
Winterpause bis 10. Januar
Auch ein Punkt wäre in dieser Partie zu wenig gewesen. In jeden Fall überwintert die TSG auf einen möglichen Abstiegsplatz. Ein weiterer Abstieg wäre fatal für Verein und Region. Das Jahr 2024 ist ein missratenes Jahr für die TSG. An der Seitenlinie standen bislang vier Trainer. Nach dem Abstieg aus der Oberliga sollte alles besser werden. Jetzt nur einige Monate später, stehen die Pfeddersheimer trotz einiger namhaften Verstärkungen wieder im Tabellenkeller.
Hoffnung macht der neue Coach Marco Streker. Das Team arbeitet nach seinem Einstand wieder am Fußball. Einstellung und Teamgeist scheinen wieder stärker ausgeprägt zu sein. Nach der baldigen Weihnachtsfeier ist zunächst Pause bis zum 10. Januar. Es darf davon ausgegangen werden, dass sich das Gesicht des Kaders verändert. Einige werden den Verein verlassen und andere werden neu zustoßen. Ob es dann wieder aufwärts gehen wird, hängt an einem besseren Händchen bei den Verpflichtungen.
Am 16. Februar steht dann das Nachholspiel in Hauenstein auf dem Plan. Eine knackige Vorbereitung wartet auf das Team. Mit dem Hauptaugenmerk, das Toreschießen wieder zu erlernen.