Kreisfahrt der Wormser LandFrauen nach Bingen / Zurück mit dem „Rheinhessenexpress
Mit Vater Rhein und dem Kranknecht unterwegs
Entlang des Rheinufers führte der Weg durch ein Blumenmeer in überwältigender Vielfalt und Farbpracht zum Museum am Strom. Dies allein ist schon eine Fahrt wert. Wer die Namen der Blumen nicht kannte, konnte sie auf kleinen Schildchen im blühenden Paradies nachlesen . Auf dem Weg zum Museum erfuhren die wissbegierigen Reisenden allerhand über das Binger Loch, Burg Katz und Maus und vor allem, wie die Fahrer der reich beladenen Schiffe hier geschröpft wurden. Mehr als die Hälfte der Ladung fiel dem Zoll zum Opfer.
Im Museum galt das Hauptaugenmerk den Zeugen der Heilkunst aus fast 2 Jahrtausenden. Da gab es Instrumente zum Aderlass oder zum Schröpfen, was gegen allerlei Beschwerden helfen sollte. Es gibt Bohrer zum Aufbohren der Schädeldecke und besonders stolz ist man auf das 67teilige Binger Arztbesteck, eine noch vollständig erhaltene Grabbeigabe. Es gilt weltweit als das Spektakulärste, was es in dieser Richtung noch gibt. Ganz gravierend haben sich Instrumente bis in die heutige Zeit nicht verändert, außer dass sich die modernen Besteckteile präziser entwickelt haben und sich das heutige Material natürlich besser eignet. Funktioniert haben die historischen Instrumente auf jeden Fall.
Vieles wusste der Kranknecht noch über die Stadt und die sie einst regierten zu berichten, über unmenschliche Steuern und grausame Herren. Er berichtete über die einzelnen Stadtviertel, ihre sozialen Hintergründe und über Arme und Reiche.
Nach den interessanten Führungen lockten die Binger Cafés und gut gestärkt ging es im „Rheinhessenexpress” zurück in die Heimatorte der Teilnehmenden, die schon auf die Fahrt im nächsten Jahr gespannt sind.