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  • Do., 24. März 2022, 13:15 Uhr
    GEDENKSTÄTTE KZ OSTHOFEN: Begleitveranstaltungen zur Ausstellung des Fritz Bauer Institutes

    Mit Vorträgen und einer Exkursion

    Begleitend zur Ausstellung des Fritz Bauer Institutes „Die I.G. Farben und das KZ Buna-Monowitz – Wirtschaft und Politik im Nationalsozialismus“, die noch bis zum 24. April in der Gedenkstätte KZ Osthofen gezeigt wird, bieten die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz und der Förderverein Projekt Osthofen e.V. einige Begleitveranstaltungen an.

    Vortrag mit Dr. Susan Becker

    Am Donnerstag, dem 31. März, um 18 Uhr, findet der Online-Vortrag „… außerdem arbeiten noch einige Slowaken und einige Gefangene bei uns.“ - Zwangsarbeit bei den I.G. Farbenwerken Ludwigshafen/Oppau“ mit Dr. Susan Becker, Unternehmenshistorikerin der BASF in Ludwigshafen, statt. „… außerdem arbeiten noch einige Slowaken und einige Gefangene bei uns.“ – so lautet das Zitat eines Ludwigshafener Betriebsleiters aus dem Jahr 1941. In ihrem gleichnamigen Vortrag berichtet Dr. Susan Becker, Unternehmenshistorikerin bei BASF über Zwangsarbeit bei den I.G. Farben-Werken in Ludwigshafen und Oppau. Seit Beginn des Zweiten Weltkriegs ersetzten in der deutschen Wirtschaft zunehmend ausländische Zivilarbeiter und Kriegsgefangene deutsche Arbeitskräfte, die zum Militär eingezogen wurden. In den damaligen I.G. Farben-Werken Ludwigshafen und Oppau stellten neben Franzosen vor allem sogenannte Ostarbeiter den Großteil der ausländischen zivilen Arbeitskräfte. Unter den zur Arbeit gezwungenen Kriegsgefangenen bildeten Franzosen, Polen und Italiener die größten Gruppen. Erhebungen gehen davon aus, dass während des Krieges insgesamt über 30.000 Zwangsarbeiter in den Werken Ludwigshafen und Oppau beschäftigt waren, darunter rund 7.000 Kriegsgefangene. Anmeldung per E-Mail an info@ns-dokuzentrum-rlp.de oder unter Telefon 06242-910810. Mit der Anmeldebestätigung erhält man dann die Zugangsdaten für die Online-Veranstaltung.

    Vortrag mit Angela Borgstedt

    Am Dienstag, dem 5. April, um 18 Uhr, findet in der Gedenkstätte KZ Osthofen der Vortrag „Nach Auschwitz. Vom Umgang mit und der Aufarbeitung von NS-Geschichte in Deutschland nach 1945" mit Angela Borgstedt, Universität Mannheim, statt. Auschwitz ist das Synonym für den Zivilisationsbruch. Das Wissen um diese zivilisatorische Bedeutung ist freilich erst Ergebnis eines langen Aufklärungsprozesses, der mit der Dokumentation und Beweissammlung durch die Befreier begann und für den der Gerichtsprozesse, insbesondere der erste Frankfurter Auschwitzprozess zentral waren. Es ist Ergebnis eines Aufklärungsprozesses, der in einer sich im Wohlstand des Wirtschaftswunders einrichtenden Nachkriegsgesellschaft der Bundesrepublik eher nicht erwünscht war. Ein Aufklärungsprozess, den man mutigen Einzelnen wie dem hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, Überlebenden wie Norbert Wollheim, aber auch Journalisten wie Inge Deutschkron und Axel Eggebrecht zu verdanken hat, die über den Auschwitz-, aber auch andere NS-Prozesse berichteten. Der Aufklärungsprozess verlief nicht geradlinig. Und er war schmerzhaft, weil er zivilisatorische Sicherheiten nahm. Anmeldung per E-Mail an info@ns-dokuzentrum-rlp.de oder unter Telefon 06242/910810. Sollte die pandemische Lage eine Präsenzveranstaltung in der Gedenkstätte nicht zulassen, wird der Vortrag online stattfinden. Informationen dazu gibt es spätestens bis zum 29. März.

    Exkursion zum Norbert Wollheim Memorial

    Am Samstag, dem 9. April, um 10.15 Uhr, findet eine Exkursion zum Norbert Wollheim Memorial in Frankfurt am Main mit Führung vor Ort statt. Das Norbert Wollheim Memorial ist benannt nach Norbert Wollheim (1913–1998), Überlebender des Konzentrationslagers Buna/Monowitz. Er musste für die I.G. Farben Zwangsarbeit auf der Baustelle in Auschwitz leisten. 1951 verklagte er den Konzern in einem Musterprozess auf Entschädigung. Das Wollheim Memorial verbindet das Gedenken an die Opfer von Buna/Monowitz mit Informationen über die Geschichte ihrer Verfolgung und Entschädigung. Die Führung stellt neben der Konzerngeschichte auch die Perspektive der ehemaligen Zwangsarbeiter vor und zeigt, wie beide Perspektiven in der Nachkriegsgeschichte im Prozess Norbert Wollheim gegen die I.G. Farben aufeinandertreffen. Beginn der Führung in Frankfurt ist um 10.15 Uhr. Die Fahrt mit der Deutschen Bahn ab Mainz Hbf. (2. Klasse) sowie die Führung und der Eintritt sind für die Teilnehmenden kostenlos. Treffpunkt ist am Mainzer Hauptbahnhof, die genau Uhrzeit erhält man mit der Anmeldebestätigung. Anmeldungen bis zum 6. April per E-Mail an info@ns-dokuzentrum-rlp.de oder unter Telefon 06242/910810. Die Veranstaltung findet nur statt, wenn das Pandemiegeschehen und die offiziellen Vorgaben dies erlauben. Die Teilnehmenden werden spätestens bis 1. April informiert.

     
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