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  • Do., 27. Mai 2021, 12:11 Uhr
    HELFERKREIS ASYL: Aufklärung face to face in sozialen Brennpunkten und Sammelunterkünften

    Mobile Impfteams und Schnelltest-Stationen gefordert

    Diese Forderung stellt der Helferkreis Asyl Worms angesichts der weiterhin hohen Inzidenz in der Stadt Worms, die bundesweit den 8. Rang einnimmt.

    Die ehrenamtliche Initiative hatte bereits im April 2020 auf die erhöhte Infektionsgefahr in Sammelunterkünften für Flüchtlinge … hingewiesen, wo - insbesondere in Gemeinschaftsküchen und sanitären Anlagen - der Mindestabstand oft nicht eingehalten werden kann. Auf Betreiben des Vereins fand im April 2020 eine Begehung von Flüchtlingsunterkünften durch das Gesundheitsamt Alzey-Worms statt, das – entgegen der Erklärungen von ASB und Herrn Herder – im Protokoll der Begehung einige kritische Anmerkungen verfasste und insbesondere den häufig fehlenden Mindestabstand monierte. Der Helferkreis Asyl Worms stellte Anfragen an den Stadtrat und erinnerte mehrfach an die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zur Gesundheitsprävention in Sammelunterkünften.

    In Herkunftssprache aufklären

    Da die Bewohner und Mitarbeiter in Gemeinschaftsunterkünften zur Priorisierungsgruppe 2 gehören, hatte der Helferkreis Asyl Worms bereits im November 2020 für eine frühzeitige Aufklärungskampagne über Impfungen plädiert, bei der Multiplitkatoren der jeweiligen Communities medizinisches Fachpersonal in die Sammelunterkünfte von Flüchtlingen begleiten und in der jeweiligen Herkunftssprache aufklären. Er hat angeboten, dass die Sprachmittler des Vereins für somali, farsi, arabisch, tigryna, türkisch, kurdisch, russisch sich aktiv und kostenfrei an einer solchen Informationskampagne beteiligen und hatte wöchentliche Schnelltests in Sammelunterkünften vorgeschlagen.

    Wie wichtig eine solche Aufklärung wäre, zeigt folgendes Beispiel: Vor wenigen Wochen sprach ein somalischer Flüchtling (Bewohner einer Wormser Sammelunterkunft) bei der Beratungsstelle vom Helferkreis Asyl Worms vor und zeigte einen Brief des Gesundheitsamts Alzey-Worms, den er erst 2 Wochen nach Beginn seiner verordneten Quarantäne erhalten und nicht verstanden hatte. Bis zu diesem Tag nutzte er gemeinsam mit seinen Mitbewohnern Küche, Dusche, Toilette, kaufte ein, ging zu Behörde und übertrug möglicherweise unwissentlich eine Infektion auf andere Menschen. Die Fehlleistung des Gesundheitsamtes, die einem Personalmangel geschuldet ist, hatte möglicherweise schwerwiegende Folgen, die als ungeklärtes Infektionsgeschehen interpretiert werden könnten. Es bleibt offen, ob diese Fehlleistung einmalig ist oder wiederholt vorkam. Verschärft wird das Problem der unzureichenden gesundheitlichen Aufklärung nicht allein durch Sprachbarrieren, sondern auch dadurch, dass vor allem alleinstehende Flüchtlinge und Obdachlose häufig keinen Hausarzt in Worms finden und erst bei schwerwiegenden Erkrankungen den ärztlichen Notfalldienst in Anspruch nehmen.

    Mittlerweile wird registriert, dass „sozioökonomische Lebensbedingungen“ in der Wormser Innenstadt, im Nordend die Inzidenzzahlen höher treiben als in Herrnsheim, Westend, Hochheim, ..Überraschend ist diese Feststellung wohl kaum. Zu hoffen ist, dass in der Zivilgesellschaft und im Wormser Stadtrat über die Konsequenzen nachhaltig diskutiert wird.

    Kurzfristig bleibt es die Aufgabe der zuständigen Behörden, Schnelltest-Stationen auch in sozialen Brennpunkten anzubieten und mobile Impfteams entsprechend den Zusagen der rheinlandpfälzischen Landesregierung zumindest in Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge, Obdachlose und Frauen einzusetzen.

     

     

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