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Di., 16. April 2019, 09:31 Uhr
Erster Regionaltag Rheinhessen / Start in Alzey
Mobilität, Wohnraum und Digitalisierung auf der Agenda
Die Mitglieder des Regionaltags Rheinhessen trafen sich zur ersten Sitzung des neuen Gremiums in Alzey.
Zur ersten Sitzung des Regionaltages Rheinhessen hat sich das neu gegründete Gremium im Sitzungssaal der Kreisverwaltung Alzey-Worms in Alzey getroffen. Die Unterzeichnung der in den Gremien der Gebietskörperschaften beschlossenen Vereinbarung „Regionaltag Rheinhessen“, die Erstellung eines Mobilitätskonzeptes für Rheinhessen, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und der Fortschritt bei der Digitalisierung in der Region standen auf der Tagesordnung. Landrat Ernst Walter Görisch (Alzey-Worms), der den Vorsitz des Gremiums im Jahr 2019 inne hat, Landrätin Dorothea Schäfer (Mainz-Bingen) sowie die Oberbürgermeister der Städte Worms und Mainz (Michael Kissel und Michael Ebling) präsentierten die Themen, die seitens der Mitglieder des Gremiums diskutiert wurden. „Die künftigen Herausforderungen, die sich für unserer Region aus den sich verändernden wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, technologischen und ökologischen Rahmenbedingungen ergeben, erfordern gemeinsame Lösungen. Der Regionaltag bietet ein Forum, die Zusammenarbeit zu stärken, gemeinsame Strategien zu entwickeln, mit einer Stimme zu sprechen und somit mehr Gewicht in die Waagschale zu werden“, so Landrat Görisch. Neben den Behördenleitern gehören insgesamt 24 Mitglieder aus den Stadträten und Kreistagen dem Regionaltag an.
Mobilitätskonzept für Rheinhessen
Die Erstellung des Mobilitätskonzeptes für Rheinhessen koordiniert und begleitet die Planungsgemeinschaft Rheinhessen-Nahe. „Wir werden immer mobiler aber die Infrastruktur wächst nicht mit. Hier gibt es dringlichen Handlungsbedarf“, betonten die Vertreter der Planungsgemeinschaft, Dr.Jamill Sabagh und Alexander Krämer. Das Ausschreibungsverfahren für das Konzept werde in den kommenden Monaten auf den Weg gebracht. „Wir müssen unsere Verkehrsinfrastruktur zukunftsfähig ausbauen. Die Straßen in Rheinhessen sind hoch belastet und teilweise auch sanierungsbedürftig. Und auch der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) muss optimiert, das vorhandene Schienennetz erweitert werden. Dies sind Aufgaben, die uns in den kommenden Jahrzehnten begleiten werden“, betonte Landrat Görisch. Die Schaffung von Radschnellwegen, die Verknüpfung der Angebote der unterschiedlichen Verkehrsverbünde, E-Mobilität und Möglichkeiten wie „Car-Sharing“ seien wichtige Themen. Neben der inhaltlichen Arbeit bestehe das Ziel des Regionaltags darin, die politische Handlungsfähigkeit Rheinhessens auf höherer Ebene zu stärken. Ein ausgereiftes Mobilitätskonzept biete eine fundierte Basis zur Realisierung der Planungen und ein höheres Gewicht gegenüber der Landeseben.
„Die Mieten steigen und Wohnraum wird auch im Umland der großen Städte immer knapper und teurer“, betonte Oberbürgermeister Michael Ebling, dass bezüglich der Schaffung von günstigem Wohnraum in Rheinhessen Ideen entwickelt und unter Beteiligung der Wohnungsbaugesellschaften im Rahmen einer Arbeitsgruppe diskutiert werden müssen. Auch müsse man zu neuen Überlegungen hinsichtlich der Ausweisung von Neubau- und Gewerbeflächen gelangen. Gemeinsam mit den Volkshochschulen in der Region sollen die Themen Digitalisierung und digitale Transformation erörtert werden. „Wir müssen die Digitalisierung zu den Menschen tragen“, so Ebling. Mit dem flächendeckenden Glasfaser-Ausbau werde die Schaffung von gigabitfähigen Anschlüssen realisiert, bemerkte Oberbürgermeister Michael Kissel. Dies seien Investitionen in die Zukunft vor Ort.
Neue Wohnformen im Alter
Im Herbst wird der Regionaltag erneut in Alzey tagen. „Dann sollen auch Themen wie die Förderung von Unternehmensgründungen und das Leben in Rheinhessen 2030 mit dem Schwerpunktthema Gesundheit und Pflege auf der Tagesordnung stehen. „Neue Wohnformen im Alter, die ärztliche Versorgung vom Notarzt über Facharztzentren bis zur gemeinsamen Gesundheitskonferenz müssen thematisiert werden“, gab Landrätin Dorothea Schäfer einen Ausblick. Auch Natur und Umweltschutz in Rheinhessen, so der Vorschlag von VG-Bürgermeister Ralph Bothe (Monsheim), sollten künftig beim Regionaltag Berücksichtigung finden.
„Die intensivere Zusammenarbeit dient der Kontinuität und Institutionalisierung des Rheinhessen-Gedanken“, so Peter E. Eckes in seinem Grußwort. Aus den Feierlichkeiten zum 200-jährigen Jubiläum der Region Rheinhessen im Jahr 2016 sei ein Gemeinschaftsgefühl entstanden, das weiter wachsen und mit zukunftsweisendem Handeln zum Wohle der Region erfüllt werden müsse. Dabei sei es wichtig, dass Entscheidungen schnell umgesetzt würden. Die Zusammenarbeit schaffe dafür Voraussetzungen.