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  • Mo., 10. September 2018, 17:30 Uhr
    Grüner OB-Kandidat Richard Grünewald fordert gesellschaftliches und politisches Umdenken in Wohnungspolitik

    Moderner Geschosswohnungsbau notwendig

    „Die Aufgabe einer Kommune ist es, allen Teilen der Bevölkerung Wohnraum zur Verfügung zu stellen.“, konstatierte Richard Grünewald, Wormser OB Kandidat der Bündnis 90/Die Grünen am vergangenen Mittwochabend in Pfeddersheim.

    „Die Gesellschaft hat sich verändert“, legte Grünewald seiner Argumentation zu Grunde. Den 3-4 Personenhaushalten, deren Wohntraum häufig das Einfamilienhaus sei, stünde heute eine stets wachsende Anzahl von Haushalten mit Senioren, Alleinerziehenden und Singles gegenüber. Diese Menschen brauchten Wohnraum, der räumlich ihren Bedürfnissen entspräche und obendrein zahlbar wäre.

    Der vom Stadtrat beschlossene Masterplan Wohnen verfolge dieses Ziel und muss aus Sicht der Grünen deshalb auch konsequent umgesetzt werden. „25 Prozent der Neubauprojekte sollen sozial geförderter Wohnraum sein“, erklärte der grüne OB Kandidat. Leider hapere es momentan dramatisch mit der Umsetzung dieses ambitionierten Vorhabens. Ob in Pfeddersheim oder anderen Vororten – die dort entstehenden Neubauten, allesamt Einfamilienhäuser, vernachlässigten den für viele Bürger unserer Stadt wichtigen sogenannten „Geschosswohnungsbau“.

    Einen Grund dafür sieht Grünewald darin, dass mit Wort „Geschosswohnungsbau“ Klischeevorstellungen von 20 stöckigen Hochhäusern mit dunklen Treppenaufgängen und demolierten Aufzügen assoziiert werden. „Dabei bietet ein moderner Geschossbau heute die Möglichkeit unterschiedliche Menschengruppen bedarfsgerecht zusammenwohnen zu lassen.“ Im Geschossbau könnten auf 3 bis 4 Stockwerke beschränkt unterschiedlich große Wohneinheiten in unterschiedlichen Varianten angeboten werden. Richard Grünewald ist überzeugt: „Senioren - alleine oder als Paar, Singles, Alleinerziehende, deren Geldbeutel überschaubar gefüllt ist, leben zusammen.“

    Auf die Frage nach Positivbeispielen bezüglich der Finanzierung und Umsetzung verwies Grünewald auf das Projekt der Wohnungsbau GmbH am Fischmarkt. Neben den im Masterplan vorgesehenen 25 Prozent Anteil sozial gefördertes Wohnen, sollen dort auch öffentliche Grünflächen beibehalten werden. „Ein Lebensmodell übergreifendes Wohnen“, bemerkt Iris Weiß, Stadt- und Ortsbeiratsmitglied der Grünen Pfeddersheim.

    David Hilzendegen, ebenfalls Stadt- und Ortsbeiratsmitglied, fügt hinzu, dass gerade junge Menschen, die nach Studium oder Berufsausbildung eine Bleibe außerhalb ihrer Arbeitsstätte benötigen, wenig Chancen haben in Orten wie Pfeddersheim eine Wohnung zu finden. Sein Fazit: „Immer mehr junge Menschen verlassen die Vororte.“ Die Entstehung der Neubaugebiete südlich der Friedrich-Händel- und der Pfälzer-Straße halten Weiß und Hilzendegen für unsinnig. Diese Gebiete lägen in der Kaltluftzone, die Worms mit Frischluft versorgt. Würde der Luftstrom blockiert, dann könnten in Sommern, wie dem diesjährigen die Temperaturen in der Innenstadt auch nachts um gut 2 Grad höher sein. Der grüne OB-Kandidat Grünewald pflichtete ihm bei und ergänzte, dass schon im Hinblick auf die häufiger vorkommenden Starkregen diese Gebiete für eine Wohnbebauung ungeeignet seien.

    Mit dieser Schlussbemerkung verwies der grüne OB-Kandidat auf die nächste Informationsveranstaltung zum Thema „Starkregen“. Am Mittwoch, dem 12. September, um 19 Uhr wird Richard Grünewald vor der Pfeddersheimer Küferschänke zu treffen sein.

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