Fr., 23. März 2018, 15:33 Uhr
MdB Manuel Höferlin: Facebook wusste seit 2015 von der Datenweitergabe / Vertrauensschaden schwer zu beheben
Möglicherweise auch Daten von deutschen Nutzern betroffen
Zur heutigen Sondersitzung des Ausschusses Digitale Agenda, bei der auch Vertreter von Facebook gehört wurden, sagt der digitalpolitische Sprecher der FDP-Fraktion Manuel Höferlin: „Bereits 2015 wusste Facebook von der unerlaubten Weitergabe von Nutzerdaten an Cambridge Analytica. Doch weder wurden die betroffenen Nutzer, die dem Netzwerk bekannt sind, darüber informiert, noch konnten bisher überhaupt alle Betroffenen ermittelt werden. Dadurch ist nicht ausgeschlossen, dass auch Daten von deutschen Nutzern unerlaubt weitergegeben wurden. Deshalb halte ich die heute gezeigte Reue und plötzliche Kooperationsbereitschaft von Facebook für nicht glaubwürdig. Sie ist offensichtlich nur aufgrund des gestiegenen öffentlichen Drucks der vergangenen Tage entstanden. Es ist mir darüber hinaus auch absolut unverständlich, dass es Facebook bis heute unterlassen hat, strafrechtliche Schritte einzuleiten. Das erweckt bei mir den Eindruck, dass versucht wurde, die Angelegenheit unter den Teppich zu kehren. Klar ist: Der entstandene Vertrauensschaden wird so einfach nicht zu beheben sein. Zumindest werden die Verantwortlichen bei Facebook dem Ausschuss Digitale Agenda in naher Zukunft noch häufiger Rede und Antwort stehen müssen. Und vor allem werden sie dafür Sorge tragen müssen, dass solche Geschäftspraktiken im Umgang mit sensiblen Nutzerdaten zukünftig nie wieder stattfinden können.“