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  • Mi., 01. März 2023, 12:53 Uhr
    Roman: Clemens J. Setz portraitiert Wormser Schriftsteller Peter Bender in „Monde vor der Landung" / Publikation des Worms Verlags diente als wichtige Quelle

    Einblicke in die schillernde Ideenwelt

    Corver: Worms Verlag


    In der im Suhrkamp-Verlag gerade erschienenen Romanbiografie „Monde vor der Landung“ porträtiert der Georg-Büchner-Preisträger Clemens J. Setz das Leben des Wormser Schriftstellers Peter Bender (1893-1944) unter der Perspektive von dessen Einsatz für die Hohlwelt-Theorie. Inspiration dazu fand Setz u.a. in Benders Roman „Karl Tormann – Ein rheinischer Mensch unserer Zeit“, der nach der Erstveröffentlichung 1927 noch einmal 2021 als Reprint im Worms Verlag erschien. Dieser autobiografisch gefärbte Roman gibt Einblicke in die schillernde Ideenwelt des Autors und fängt durch seine kraftvollen Schilderungen unterschiedlicher gesellschaftlicher Verhältnisse den Zeitgeist der Weimarer Republik als einer stürmischen Epoche ein.

    Clemens J. Setz erzählt Benders Leben auch auf Grund von Quellen, die teilweise aus dem Stadtarchiv Worms stammen. Er bezieht sich offenbar auch auf einen Aufsatz von Volker Gallé aus dem ebenfalls im Worms Verlag erschienenen Buch „In Worms ist keine Fensterscheibe gesprungen“, das Revolution, Kriegsende und Frühzeit der Weimarer Republik in Worms in den Jahren 1918 bis 1923 zum Gegenstand hat. Interessierte, die in die Welt von Peter Bender eintauchen möchten, haben die Möglichkeit, beide Bücher des Worms Verlags im Buchhandel zu erwerben.

    Peter Benders Roman im Worms Verlag
    Karl Tormann – Ein rheinischer Mensch unserer Zeit
    Mit Erläuterungen zum Text und einem Nachwort von Volker Gallé.
    Autor: Peter Bender
    464 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
    ISBN 978-3-947884-02-5
    Preis: 33,00 Euro

    In Worms ist keine Fensterscheibe gesprungen
    Revolution, Kriegsende und Frühzeit der Weimarer Republik in Worms 1918-1923
    300 Seiten, Hardcover
    ISBN 978-3-944380-92-6
    Preis: 30,00 Euro

    Zur Person Peter Bender

    Peter Bender meldete sich nach seinem Abitur in Worms 1914 als Kriegsfreiwilliger und wurde Fliegerleutnant. Er überlebte einen Flugzeugabsturz und lernte im Lazarett Charlotte Asch kennen, die aus einer jüdischen Apothekerfamilie stammte. 1917 heiratete das Paar und zog zusammen nach Worms. Bender wurde Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrats und gründete nur wenig später mit der „Wormser Menschengemeinde“ eine Religionsgemeinschaft. Er schrieb für die Wormser Volkszeitung und erstellte Horoskope. 1935 verzog die Familie nach Frankfurt. Seit Mitte der 1920er Jahre beschäftigte er sich mit der Hohlwelttheorie. Demnach lebe die Menschheit nicht auf, sondern in einer hohlen Erde. Wegen Kritik an der NS-Diktatur wurde Bender im März 1943 denunziert und verhaftet. Am 4. Februar 1944 verstarb er im KZ Mauthausen. Seine Frau Charlotte wurde im März 1944 ins KZ Auschwitz deportiert und nach dem Krieg für tot erklärt.

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