
Von Vera Beiersdörfer Ein Zug, mitten im Orient auf dem Weg durch die Wüste, hin zu den persischen Ölfeldern der Briten im Jahre 1915 im 1. Weltkrieg. So beginnt die Inszenierung „GLUT“ der Nibelungenfestspiele 2017 aus der Feder von Albert Ostermaier. Fahrgäste in diesem Orient-Express der verrückten Art sind die Nibelungenhelden – getarnte deutsche Offiziere. Fällt ihre Tarnung, fällt auch ihr Leben.
Wüste in Worms
Heute Nachmittag präsentierte Bühnenbildnerin Irina Schicketanz das aktuelle Bühnenbild vor der Westseite des Domes. „Mit dieser Kulisse möchte ich das Publikum mit auf die Reise quer durch den heißen Wüstensand nehmen“, erläutert Schicketanz ihre Idee, zwei Eisenbahnwaggons auf Schienen inmitten von rund 70 Tonnen Sand zu Füßen des Domes zu positionieren. Nachdem die Tribüne sowie die 55 Meter lange Schallschutzwand aufgebaut waren, machte sich das Team an die Arbeit, um die Wüste nach Worms zu holen.
Erneut wird es eine Kamera geben, die Live-Einspielungen der Schauspieler auf die große LED-Wand überträgt. „Wir haben versucht, den Dom weitestgehend nicht mit Gerüsten und Lichttechnik zu verstellen, um den starken Kontrast zwischen der westlichen und östlichen Welt wirken zu lassen. In diesem historisch-politischen Stück trifft das Morgendland somit auch optisch auf das Abendland“, so die Bühnenbildnerin.

Agieren unter erschwerten Bedingungen
Die Schauspieler werden in diesem Jahr mit besonderen Bedingungen konfrontiert. Neben dem Sand, durch den sie sich immer wieder kämpfen müssen, wird nach der Pause überwiegend auf einer Schräge agiert, die den Darstellern eine besondere Körperspannung abverlangt.
Die etwa 70 Tonnen Sand, die vor der Tribüne aufgeschüttet wurden, stammen vom nahe gelegenen Silbersee und wurden speziell gesiebt, gewaschen und getrocknet.
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