
Erstmalig in der sonst so starken und erfolgreichen Rückrunde haben die Oberliga-Handballer der HSG Worms einen Rückschlag hinnehmen müssen. Beim fünftplatzierten HC Gonsenheim verlor der Tabellensechste aus der Nibelungenstadt deutlich mit 21:38 (12:13). „Wir können uns bei den mitgereisten Fans für diese Leistung und diese Klatsche nur entschuldigen. Das war über weite Strecken des Spiels eine schlechte Leistung von uns und hatte nichts mit dem Handball zu tun, den wir sonst auf die Platte bringen. Wir haben die Härte leider nicht angenommen“, bilanzierte HSG-Trainer Heiko Schäfer nach Spielende.
„Wir werden das Spiel natürlich aufarbeiten. Aber dann werden wir den Auftritt auch schnell abhaken und wieder zurück zu alter Stärke finden. Man kann nicht immer gegen Topteams gewinnen, was uns in der Rückrunde schon mehrfach gelungen ist. Wir sind eben eine junge Mannschaft und befinden in einem Entwicklungsprozess. Während Gonsenheim schon an der Spitze ihres Leistungsniveaus angekommen ist, sind wir immer noch erst am Anfang von dem, was wir können“, so Schäfer.
Bereits die Anfangsminuten ließen erahnen, dass das nicht das beste Spiel der Wormser Drachen werden würde. Ohne den erkrankten Stammtorhüter Christoph Hiegele und die verletzten beiden Rückraumspieler Maurice Paul und Max Rödinger erwischte die HSG einen klassischen Fehlstart. Nach neun Minuten musste Coach Schäfer beim Spielstand von 1:6 eine Auszeit nehmen. „Danach sind wir besser ins Spiel gekommen und haben angefangen Handball zu spielen“, kommentierte Schäfer, dessen Team durch einen starken Lauf nach 21 Minuten den 9:9-Ausgleich herstellen konnte.
Gegen die aggressive Deckung des Gegners war jedes Tor ein wahrerer Kampf. „Die Lücken waren eigentlich da, aber wir haben sie nicht genutzt oder aber gute Torchancen liegen lassen“, meinte Schäfer, dessen Team im ersten Durchgang tatsächlich auch die Führung hätte übernehmen können. Doch eigene Fehler sorgten immer wieder dafür, dass die Hausherren aus Gonsenheim führten. Zur Pause war dennoch alles offen - 12:13.
„Wir haben dann in der Kabine ganz genau besprochen, was wir besser machen wollen. Das Comeback nach dem Fehlstart war stark.Trotz schlechter Halbzeit waren wir noch voll im Spiel“, sagte Schäfer, dessen Team dann aber auch in Durchgang zwei einen Fehlstart erwischte. In der 38. Minute musste der Wormser Trainer erneut früh eine Auszeit nehmen, denn die HSG lag wieder schnell mit 14:19 hinten. Das hatte jedoch weniger mit der Stärke des Gegners zu tun. Viel mehr luden die Wormser Drachen ihren Gegner zum Torewerfen ein. „Wir haben vorne nicht entschlossen, präzise und konsequent agiert“, monierte Schäfer, dessen Team sich einen Ballverlust nach dem anderen leistete.
Gonsenheim bestrafte die Wormser Offensivschwächen mit unzähligen Gegenstößen. So wurde der Rückstand von Minute zu Minute größer. Die HSG wollte zwar dagegenhalten, konnte aber nicht. „Wir haben durch personelle Wechsel und taktische Umstellungen alles probiert. Aber nichts hat so wirklich funktioniert“, gestand Schäfer, dessen Team am Ende mit 21:38 unter die Räder kam. „In diesem Spiel hat man gemerkt, dass wir noch eine extrem junge Mannschaft sind. Wir werden aus diesem Spiel lernen. Abhaken, Mund abputzen und weitermachen - wir haben noch drei Spiele und da möchten wir noch das Maximale erreichen. Wir wollen und werden den sechsten Platz absichern“, so Schäfer abschließend.