Mo., 05. August 2013, 09:43 Uhr
Erfolgreiches Konzert der Internationalen Sommerakademie Schwetzingen-Worms
Musikalische Kontraste
Acht Nachwuchsmusiker zeigten mit dem Konzert Soirée Virtuose KONTRASTE am Samstag den 2. August 2013 ihr Können auf der Violine und dem Violoncello. Die Teilnehmer der 2002 durch Prof. Joshua Epstein ins Leben gerufenen Internationalen Sommerakademie Schwetzingen-Worms (ISA) nahmen an Meisterkursen für Violine und Violoncello bei Prof. Epstein und Prof. Manuel Fischer-Dieskau teil und zeigten ein erstes beeindruckendes Zwischenergebnis ihrer Studien.
Den schweren Part, das Konzert in der Aula der Lucie-Kölsch Jugendmusikschule der Stadt Worms zu eröffnen, übernahm selbstbewusst der tschechische Cellist Ondřej Tyleček. Schon mit dem Präludium zeigte er sich der komplexen rhythmischen Bewegung der Solosuite Nr.2 d-Moll BWV 1008 von J.S. Bach gewachsen, bevor er seinen Auftritt mit dem Stimmungsbild „Der Schwan“ aus Karneval der Tiere von Camille Saint-Saëns zur großen Freude der Zuhörer beendete.
Lisa Marie Saterdag aus Saarlouis trug präzise artikuliert die ersten vier Sätze der Partita Nr.2 für Violine Solo d-Moll BWV 1004 vor und überzeugte vor allem mit dem weit ausholenden tänzerischen Schwung der Corrente.
Mit einem warmen, vollen Celloton ließ sich Clara Silvia Evers aus Bad Kreuznach mit dem eröffnenden Allegro agitato der überaus anspruchsvollen Cellosonate a-Moll op.36 von Edvard Grieg hören.
Zu ihrem achtzehnten Geburtstag schenkte sich und ihren dankbaren Zuhörern die amerikanische Geigerin Tiffany Kim das Bravourstück für Violine mit Klavierbegleitung Légende Op.17 des polnischen Komponisten Henryk Wieniawski mit einem strahlenden Lächeln.
Bevor es in die Pause ging sorgte die Wiener Geigerin Gabrielle Huszti mit den atemberaubenden und teilweise perkussiven Doppeltänzen aus Kálló des ungarischen Komponisten Zoltán Kodály für Furore.
Eine fast ausufernde ziselierte Kadenz fügte die koreanische Cellistin Sun Young Kim dem luftig musizierten 1. Satz von Joseph Haydns 2. Cellokonzert D-Dur Hob VIIb:2 bei. Bei aller reinen Klarheit des Vortrags wünschte man sich hier noch etwas mehr empfindsame Sinnlichkeit.
Bereits mehrfach nahm die belgische Geigerin Marie Gabriel an den Meisterkursen der ISA teil und zeigte in diesem Jahr deutlich gereift zwei Sätze aus dem Violinkonzert Nr.5 A-Dur KV 219 von W.A. Mozart. Während ihr das Adagio mit sattem Klangvolumen bei gleichzeitiger sicherer Geläufigkeit gelang, musizierte sie das Rondo mit seinen exotischen alla turca-Anklängen souverän zupackend.
Den cellistischen Höhepunkt des Abends stellte der Auftritt des Koreaners Jaehyun Han mit dem Allegro vivace aus der Cellosonate Nr.2 F-Dur Op.99 von Johannes Brahms dar, den kongenial Uwe Brandt am Klavier zu immer neuen Höhenflügen anspornte, so wie er überhaupt sich auf die unterschiedlichen Temperamente der jungen Musiker perfekt einzustellen vermochte .
Große Begeisterung für den dänischen Geiger Jon Hess-Andersen, der schon im letzten Jahr mit der Solosonate von Béla Bartók das Publikum beeindruckte, und nun mit der überaus komplexen Ballade aus der Solosonate Op.27 Nr.3 d-Moll des belgischen Komponisten Eugène Ysaÿe seine Meisterschaft an Technik und Ausdruck auf der Violine unter Beweis stellen konnte, um ein virtuoses Glanzlicht als Finale dieses Konzertes zu setzen.